Wenn die Standard-Schützen sich den Ball zurechtlegen, wird es oft gefährlich - © /
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Freistöße, Ecken, Elfmeter: Das sind die Standard-Schützen der Clubs

Standardsituation können in jeder Partie den Unterschied machen. Jenen Akteuren, die für die ruhenden Bälle zuständig sind, kommt also eine ganz besondere Bedeutung zu, schließlich haben sie die Möglichkeit, ohne Bedrängnis auf das gegnerische Tor zu schießen, oder zu flanken. bundesliga.de analysiert, welche Spieler vornehmlich für die Standards bei den Clubs verantwortlich sind und zeigt, welche Besonderheiten sich daraus ergeben.

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FC Bayern München

Normalerweise ist Joshua Kimmich der Mann für fast alle ruhenden Bälle beim FC Bayern. Mit Ausnahme der direkten Freistöße. Hier gelten vor allem Robert Lewandowski und David Alaba als ausgewiesene Experten. Wie gefährlich diese Bälle sind, zeigte Alaba eindrucksvoll beim Klassiker gegen Dortmund, als er den Sieg mit einem direkten Freistoß zugunsten der Bayern drehte. In Abwesenheit von Kimmich kümmerte sich gegen Werder Bremen zuletzt Douglas Costa um die die meisten Standards beim FCB. Strafstöße sind selbstverständlich Chefsache: Sie lässt sich Lewandowski nicht nehmen. Mit seiner Technik, gegen die Torhüter kaum ankommen, hat er auch 2020/21 schon zweimal vom Punkt getroffen. 2020/21 erzielte Bayern insgesamt sechs Tore nach Standars - ligaweit der drittbeste Wert.

Borussia Dortmund

Beim BVB werden die Standards auf mehreren Schultern verteilt. Um Ecken kümmern sich zumeist Giovanni Reyna, Jadon Sancho, Raphael Guerreiro und Thorgan Hazard, Freistöße werden zumeist zwischen Kapitän Marco Reus und Guerreiro aufgeteilt. Aber auch Sancho bewies mit einem direkt verwandelten Freistoß gegen den FC Brügge in der Champions League zuletzt, dass er auf diesem Gebiet eine Waffe ist. Waren Standards in den letzten Jahren nicht zwingend die große Stärke des BVB, so hat sich die Mannschaft hier in dieser Saison verbessert: Mats Hummels köpfte gegen Schalke und gegen Bielefeld jeweils nach einer Ecke ein. Elfmeter, lange Zeit eine Kernkompetenz von Reus, hat sich inzwischen Erling Haaland zu eigen gemacht, um sein Torekonto aufzubessern.

Bayer 04 Leverkusen

Bei der Werkself war zu Beginn der Saison Kerem Demirbay, der auch schon ein Tor per Ecke vorbereitet hat, für Freistöße und Eckbälle verantwortlich. Weil Demirbay inzwischen aber seltener zur ersten Elf gehört, teilen sich nun Nadiem Amiri und Leon Bailey diese Aufgabe weitgehend. Um das Thema Strafstöße kümmerte sich zuletzt Stürmer Lucas Alario: der Argentinier verwandelte in der Partie gegen Augsburg am 5. Spieltag zum 1:0. Insgesamt erzielte Leverkusen exakt ein Viertel seiner Tore nach Standards.

RB Leipzig

Die Standard-Varianten von RB Leipzig sind bisweilen wie am Reißbrett entworfen. Bezeichnend: Beim 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg am 7. Spieltag resultierten alle drei Treffer aus ruhenden Bällen. Meist ist dabei Christopher Nkunku involviert, der seine Ecken und Freistoßflanken immer scharf und mit Schnitt in die Gefahrenzone bringt und auch schon einen direkten Freistoß im Tor unterbrachte. Aber auch Angelino, ebenfalls mit einem direkten Freistoßtor, und seine Kollegen Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und Marcel Halstenberg kümmern sich um Standards. Die drei letztgenannten verwandelten auch alle jeweils schon Strafstöße in dieser Spielzeit. Dass die Spieler von Julian Nagelsmann derzeit die Könige des ruhenden Balls sind, zeigen auch die Daten: Leipzig erzielte in der laufenden Saison die meisten Tore nach Standardsituationen (7), die meisten Tore nach Strafstößen (4) und die meisten Tore nach Ecken (3).

1. FC Union Berlin

Letzte Saison waren die Standars noch überlebenswichtig für Union. Nicht selten war es Sebastian Andersson, der nach einer Standardsituation von Christopher Trimmel einköpfte. 44 Prozent der Tore resultierten daraus. Mittlerweile sind die Köpenicker aber nicht mehr so abhängig vom ruhenden Ball - nur noch 28 Prozent der Tore resultieren 2020/21 daraus. Zwar ist Kapitän Trimmel auch weiterhin verantwortlich für Ecken und Freistöße, er teilt sich die Aufgabe aber mit Neuzugang Max Kruse und gelegentlich auch Christopher Lenz und Marcus Ingvartsen auf. Kruse ist in der Geschichte der Bundesliga auch einer der größte Experten für Elfmeter: Nachdem er seine ersten 16 Strafstöße in seiner Bundesliga-Karriere verwandelt hatte (zwei davon in dieser Saison) scheiterte er erst mit Nummer 17 am 8. Spieltag gegen Köln. Das war aber halb so schlimm, da Kruse den direkten Nachschuss doch noch verwandeln konnte.

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VfL Wolfsburg

Kaum ein Spieler in der Bundesliga schlägt bessere Standards als Maximilian Arnold, der eine exzellente Schusstechnik hat, die Speed und Schnitt gleichermaßen involviert. Auch in dieser Saison konnte Arnold bereits zwei Tore aus Standards (jeweils eine Ecke und eine Freistoßvariante) vorbereiten. Als Vertreter des 26-Jährigen stehen gelegentlich Josip Brekalo und Admir Mehmedi bereit. Um Elfmeter kümmert sich Wout Weghorst, wenngleich der Niederländer bei seinem einzigen Versuch in dieser Saison vergab.

Borussia Mönchengladbach

Bis zu seiner Verletzung am 7. Spieltag war bei Gladbach fast ausschließlich Jonas Hofmann für die ruhenden Bälle verantwortlich – mit großem Erfolg: Gleich nach dreien seiner Eckbälle landete der Ball am Ende im gegnerischen Tor - Ligabestwert! Als erster Stellvertreter gilt Lars Stindl, dessen große Stärke seine Schusstechnik mit den Innenrist ist. Sofern sie auf dem Platz stehen, kümmern sich außerdem Oscar Wendt und Patrick Herrmann um Ecken und Freistoßflanken. Bei den Strafstößen lässt Trainer Marco Rose seine Spieler spontan entscheiden. In dieser Saison trafen Hofmann und Stindl jeweils doppelt vom Punkt, Ramy Bensebaini verwandelte einen Elfmeter in der Champions League. Gemeinsam mit Leipzig steht Gladbach mit sieben Toren aus Standards in dieser Statistik an der Ligaspitze!

VfB Stuttgart

Gonzalo Castro tritt nahezu alle Standards beim VfB Stuttgart, ligaweit hat der Routinier die zweitmeisten Ecken geschlagen. Aber auch Borna Sosa und Philipp Klement schnappen sich gerne die Freistöße, sofern sie auf dem Platz stehen. So bereitete Klement etwa den Ausgleichstreffer am 3. Spieltag gegen Leverkusen vor. Erfolgreich waren in dieser Saison beim VfB aber auch schon Daniel Didavi (eine Torvorlage nach Freistoß) und Nicolas Gonzalez (zwei verwandelte Elfmeter).

SV Werder Bremen

Standards laufen bei Werder zumeist über Ludwig Augustinsson (Ecken) oder Leonardo Bittencourt (Freistöße). So wirklich erfolgreich war Werder nach Standards in dieser Saison aber nur vom Elfmeterpunkt. Hier traf Stürmer Niclas Füllkrug bereits doppelt, in seiner Abwesenheit netzte Bittencourt ein. Der Anteil von 50 Prozent Toren aus ruhenden Bällen wird in dieser Saison nur noch von Mönchengladbach und Schalke übertroffen.

FC Augsburg

Nachdem Standard-Experte Philipp Max den FCA im Sommer verlassen hat, konnte Neuzugang Daniel Caligiuri nahtlos in dessen Fußstapfen treten. Bereits beim Sensationssieg gegen Borussia Dortmund am 2. Spieltag glänzte Caligiuri mit einer perfekten Freistoßvorlage zum zwischenzeitlichen 1:0. Strafstöße gab es 2020/21 für die Fuggerstädter noch nicht. Aber auch hier würde es nicht wundern, wenn der erfahrene Caligiuri diesen Part übernähme.

Eintracht Frankfurt

Kein Bundesliga-Spieler hat 2020/21 mehr Ecken geschlagen als Daichi Kamada (33). Eine Torvorlage konnte der Japaner aber bisher nur nach einer Freistoßflanke verzeichnen. Dafür gelang zuletzt Aymen Barkok ein Assist nach einer Ecke. Ob Kamada die Ecken-Statistik auch in Zukunft weiter anführt, ist fraglich, schließlich ist nach seiner Verletzungspause mit Filip Kostic wieder der etatmäßige Standardschütze zurückgekehrt. Strafstöße sind jedoch das Metier des Mittelstürmers Andre Silva, der in dieser Spielzeit bereits zweimal vom Punkt verwandeln konnte.

TSG 1899 Hoffenheim

Dennis Geiger ist der Mann für Freistoßflanken und Ecken, wovon eine schon zu einem Torerfolg führte. Direkte Freistöße werden hingegen zwischen Munas Dabbur, Robert Skov und Christoph Baumgartner aufgeteilt. Und auch bei den Elfmetern bestätigt sich einmal mehr der Trend, dass die torgefährlichen Mittelstürmer übernehmen: Andrej Kramaric legt mit drei verwandelten Strafstößen hier sogar den Ligabestwert hin.

Hertha BSC

Top-Torschütze Matheus Cunha ist bei der Hertha der Mann für alles, schlägt die Ecken, tritt die Freistöße und Elfmeter. Nicht zuletzt aus diesem Grund steht der Brasilianer in dieser Saison schon bei 49 Torschussbeteiligungen - kein Spieler hat mehr. Cunha konnte bereits zwei Strafstöße im gegnerischen Kasten versenken.

SC Freiburg

Ein Grund, warum Freiburg nicht mehr so weit oben steht wie in der letzten Saison, könnten die Standards sein. Erzielte die Elf von Christian Streich 2019/20 noch die zweitmeisten Treffer nach ruhenden Bällen, stehen sie 2020/21 mit drei Standard-Toren nur noch auf Platz 15 ligaweit. Zu großen Teilen gibt es bei Ecken und Freistößen dabei eine Arbeitsteilung zwischen Vincenzo Grifo und Christian Günter. Deutlich seltener darf auch mal Jonathan Schmid ran. Einen Elfmeter gab es nach acht Spieltagen noch nicht, erste Kandidaten dürften aber Grifo und Nils Petersen sein.

1. FSV Mainz 05

Daniel Brosinski kümmert sich bei Mainz fast ausschließlich um Eckbälle und Freistoßflanken. Viel herumgekommen ist dabei jedoch noch nicht. Die beiden Standard-Tore in dieser Saison erzielte Mainz jeweils per Elfmeter. Immerhin war auch hier Brosinski einer der beiden Schützen neben Top-Torjäger Jean-Philippe Mateta.

DSC Arminia Bielefeld

Obwohl Bielefeld mit Marcel Hartel (erster Vertreter: Ritsu Doan) eigentlich einen guten Schützen für Freistöße und Eckbälle hat, ist die Arminia das einzige Team, das in der laufenden Saison noch nicht nach ruhenden Bällen getroffen hat. Auch ein Elfmeter wurde dem Aufsteiger bisher noch nicht zugesprochen. Angreifer Fabian Klos verwandelte letzte Saison alle vier, zu denen er antrat.

1. FC Köln

Für Köln sind die ruhenden Bälle überlebenswichtig: 50 Prozent (vier von acht) der bisher erzielten Treffer fielen nach ruhenden Bällen. Nur zwei Teams haben eine noch bessere Quote. Mit Zielspieler Sebastian Andersson hat der FC immerhin einen der kopfballstärksten Angreifer in seinen Reihen. Andersson tritt auch die Elfmeter (bisher einen verwandelt). Für alle anderen Standards hat Ondrej Duda nach seiner Ankunft in Köln inzwischen Elvis Rexhbecaj verdrängt. Aber auch Salih Özcan kümmert sich, seit er sich einen Stammplatz erspielt hat, gelegentlich um Freistöße.

FC Schalke 04

Wenn es sonst aktuell wirklich alles andere als gut läuft beim FC Schalke, kann sich die Mannschaft immerhin noch auf ihre Standard-Stärke verlassen. Absolut (36) und prozentual (44 Prozent) gaben die Knappen ligaweit die meisten Torschüsse nach ruhenden Bällen ab und erzielten letztlich 60 Prozent ihrer Tore nach Standards. Das ist mit großem Abstand Bestwert in der Bundesliga. In erster Linie verantwortlich dafür: Mark Uth, der als einziger von drei Spielern in dieser Saison (neben den Leipzigern Nkunku und Angelino) bereits ein direktes Freistoßtor erzielen konnte. Aber auch Ecken und Freistoßflanken schnappt sich der Offensivspieler in der Regel. Seltener kommen Omar Mascarell, Bastian Oczipka oder Amine Harit zum Zug. Mascarell verzeichnet bereits eine Torvorlage per Ecke, Harit per Freistoß.