Ein guter Start: Jubel auf den Plätzen der Bundesliga - © imago images (2) / Getty Images (1)
Ein guter Start: Jubel auf den Plätzen der Bundesliga - © imago images (2) / Getty Images (1)
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1. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Der FC Bayern München ist wieder in Galaform, Borussia Dortmund startet optimal und Hertha BSC untermauert seine Ambitionen - die Themen des 1. Spieltags.

1) FC Bayern auch in der neuen Saison weiter in Galaform

Der Triple-Gewinner der vergangenen Saison präsentierte sich im Eröffnungsspiel gegen einen schwachen FC Schalke 04 in beachtlicher Frühform. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit sendeten die Münchener ein Signal an die Konkurrenz. Satte acht Treffer schenkte der FC Bayern München den Königsblauen ein. Drei Buden machte allein Serge Gnabry, der in blendender Verfassung aufspielte. Zusammen mit seinem Freund und Mitspieler Leroy Sane mischte er die Außenbahnen auf, stellte Sebastian Rudy und Bastian Oczipka vor gehörige Probleme. Das belegte die Zahl 34,8. Das sind die Kilometer pro Stunde, die bei Sanes Sturmlauf zum 7:0 gemessen wurden. So schnell wie der Neuzugang von Manchester City war an diesem Abend keiner unterwegs. Der FC Bayern hat nach Robbery eine neue Flügelzange. Gnabry erzielte seinen ersten Dreierpack in der Bundesliga, Sane verzeichnete drei Torbeteiligungen gegen seinen Ex-Klub.

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"Es hat sich sehr gut angefühlt, endlich mit den Jungs zusammen Fußball zu spielen", sagte Sane im Anschluss. "Es war ein sehr guter Tag, ein gutes Spiel, viele Tore. Wir haben nichts anbrennen lassen. Ich will natürlich Vollgas geben, aber bin noch nicht ganz bei 100 Prozent." Das 8:0 am ersten Spieltag war ein dickes Ausrufezeichen der Münchener, das auch die europäischen Top-Klubs zur Kenntnis genommen haben werden. Das Team wurde verjüngt und mit Schnelligkeit angereichert. Im Zentrum ist weiterhin Verlass auf Robert Lewandowski, der sich auch – mal wieder – gegen Schalke auf der Torschützenliste eintrug. Sinnbildlich für diesen spektakulären Auftritt war sein Rabona-Trick, mit dem er das 6:0 von Thomas Müller bilderbuchmäßig auflegte. Die Bayern sind stärker als je zuvor, die Konkurrenz wird sich im Kampf um den Titel strecken müssen.

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2) Optimaler Start für den BVB

Borussia Dortmund war in den letzten Jahren stets der ärgste Verfolger des deutschen Rekordmeisters. Und die Leistung vom 1. Spieltag liefert Grund zur Annahme, dass es diese Saison nicht anders sein wird. Im Borussen-Duell mit Mönchengladbach siegte der BVB mit 3:0 (1:0) und zeigte eine überzeugende Vorstellung. Torjäger Erling Haaland war direkt wieder mit zwei Toren zur Stelle. Außerdem traf Giovanni Reyna erstmals in der Bundesliga ins Schwarze. "Es war sehr guter Start in die Saison. Wir haben viele junge Spieler, das macht richtig Spaß", sagte der 17-jährige US-Amerikaner nachher.

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Das Dortmunder Team ist gespickt mit großen Talenten. Neben Reyna und Haaland sorgte auch Sommer-Zugang Jude Bellingham für Aufsehen. Auch der Brite ist gerade einmal 17 Jahre alt und gab im ersten Bundesliga-Spiel sofort seinen ersten Assist beim 1:0 von Reyna. Trainer Lucien Favre ist begeistert von dem Team, das er für diese Spielzeit zur Verfügung hat: "Ich arbeite gern mit jungen Spielern, aber natürlich auch gern mit den erfahrenen. Die Mischung gibt uns ein gutes Gefühl. Wir brauchen alle Spieler bei dieser langen Saison."

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Giovanni Reyna trifft zum 1:0 des BVB gegen Gladbach - Inderlied/Kirchner-Media via www.imago-images.de/imago images/Kirchner-Media

3) Ambitionierte Hertha startet mit Erfolg

Hertha BSC hat große Ziele, daraus hat der Verein aus Berlin in den vergangenen Monate kein Geheimnis gemacht. Der Hauptstadt-Club will in absehbarer Zeit europäisch spielen. Den erste Schritt auf dem Weg dorthin haben die Berliner am Samstag im Bremer wohninvest Weserstadion gemacht. Dort setzte sich die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gegen Werder mit 4:1 (2:0) durch. Peter Pekarik und Dodi Lukebakio schossen vor der Pause einen Vorsprung heraus, nach dem Seitenwechsel legte Matheus Cunha das dritte Tor nach. Der Anschlusstreffer von Davie Selke gab Werder nur kurz Hoffnung.

Den Schlusspunkt setzte in der 90. Spielminute Jhon Cordoba. Der Angreifer, der erst in der vergangenen Woche vom 1. FC Köln verpflichtet worden war, feierte somit einen perfekten Einstand beim neuen Verein. "Die Mannschaft hat insgesamt ein gutes Spiel gemacht. Auf dem Weg können wir gerne weitergehen, da hätte ich nichts dagegen", sagte Torwart Alexander Schwolow nach der Partie mit einem Schmunzeln. In der Tat hätte bei der Hertha wohl niemand etwas dagegen, denn dieser Weg könnte am Ende ins internationale Geschäft führen.

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4) Andrej Kramaric ist nicht zu stoppen

Gerade einmal drei Minuten brauchte Andrej Kramaric beim Bundesliga-Auftaktspiel der TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Köln, um sein erstes Saisontor zu erzielen – und seinen herausragenden Lauf fortzusetzen. Die letzten neun Pflichtspieltore der TSG gehen alle auf das Konto Kramarics. Aber es kommt noch beeindruckender: In den letzten beiden Bundesliga-Spielen traf der Kroate ganze sieben Mal. Häufiger traf in zwei Spielen in Folge noch nie ein Spieler in der Geschichte der Bundesliga. Und gerade im Westen des Landes trifft der 29-Jährige offenbar besonders gern: Am letzten Bundesliga-Spieltag der Vorsaison viermal in Dortmund, nun dreimal in Köln.

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Doch trotz seines Dreierpacks sprach nach dem knappen 3:2-Sieg gegen die Domstädter vor allem der Ehrgeiz aus dem Stürmer: "In der ersten Halbzeit waren wir besser, hätten 2:0 oder sogar 3:0 führen müssen", zeigte Kramaric sich kritisch. "Die zweite Hälfte war nicht das TSG-Spiel, wie wir es kennen. Ich liebe Hoffenheim, und deshalb sage ich: Wir müssen es besser machen." Klare Worte vom Matchwinner der TSG, der sich laut eigener Aussage kein persönliches Torjäger-Ziel für diese Saison gesetzt hat. Nach dem Dreierpack in Köln hat sich Kramaric nun aber zumindest mal die Pole-Position im Rennen um die Torjäger-Kanone gesichert.

Andrej Kramaric ist der entscheidende Mann bei der TSG Hoffenheim im Spiel gegen Köln - getty images

5) RB Leipzig zaubert wieder gegen Mainz 05

In der vergangenen Saison hatte RB Leipzig zwei deutliche Siege gegen den 1. FSV Mainz 05 gefeiert (8:0 zuhause, 5:0 auswärts). Am 1. Spieltag der neuen Spielzeit war das Ergebnis zwar weniger deutlich, doch im Spielverlauf dominierten die Sachsen wieder über weite Strecke das Duell mit den Rheinhessen. Schon in Hälfte eins hätten die Gastgeber höher führen können als nur 2:0 durch die Treffer von Emil Forsberg und Yussuf Poulsen. Leipzigs Überlegenheit war drückend.

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Nach dem Seitenwechsel keimte bei den 05ern kurz Hoffnung auf, weil Jean-Philippe Mateta zum Anschlusstreffer einnetzte, doch Amadou Haidara antwortete kurz darauf mit dem 3:1. Für Offensivmann Forsberg war das Spiel ein Zeichen dafür, dass mit RBL nach Platz drei in der Vorsaison wieder zu rechnen sein wird. "Um gegen die Top-Mannschaften der Liga zu gewinnen, muss man immer 100 Prozent geben. So motiviert wie wir aufgetreten sind, sind wir wieder bereit ganz oben in der Tabelle mitzuspielen", sagte der Schwede. Es klingt wie eine Warnung an die kommenden Gegner.