Zwei, die wissen, wie man Rekorde bricht und aufstellt: Robert Lewandowski und "Bomber" Gerd Müller - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Robert Lewandowski vom FC Bayern München jagt den 40-Tore-Rekord von "Bomber" Gerd Müller

40 Tore in einer Saison: Noch immer hält Gerd Müller die Bestmarke. Doch Robert Lewandowski ist dem "Bomber der Nation" dicht auf den Fersen. Das zeigt vor allem die starke Frühform des Polen, der nach sieben Spieltagen bereits elf Tore für den FC Bayern München erzielt hat.

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Bevor Robert Lewandowski vom FC Bayern München den Saisonrekord des besten Bundesliga-Torschützen der Geschichte einstellen könnte, verzeichnete der Pole beim 1:2 gegen Hoffenheim zumindest zwei persönliche Erfolge: Mit seinem Tor holte Lewy in der ewigen Torschützenliste Manfred Burgsmüller auf Platz vier ein (beide 213 Bundesliga-Treffer). Und außerdem ist er der erste Spieler, der nach sieben Spieltagen elf Treffer erzielt hat - das gab es in der Bundesliga-Historie vorher noch nie. Der nächste Bestwert liegt bei zwölf Toren nach acht Spieltagen...

Zum Start in die Saison 2019/20 ist Lewandowski das Maß aller Dinge. Er ist der erste Bayern-Spieler und überhaupt erst der zweite Akteur (nach Pierre-Emerick Aubameyang in der Saison 2015/16), der in jedem der ersten sieben Spiele getroffen hat. Jene Frühform dürfte ihm bei der Jagd nach einem historischen Rekord in die Karten spielen.

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Trikot des Rekordmeisters sorgt für neuen Schwung

40 Tore in einer Spielzeit - auch mehr als 47 Jahre nach dieser Bestmarke ist Gerd Müller, einer von Lewandowskis Vorgängern beim FC Bayern, der einzige Spieler, dem das gelang. Der einstige "Bomber der Nation", der auch in der DFB-Auswahl zuverlässig traf und unter anderem das entscheidende Tor zum Gewinn der Weltmeisterschaft 1974 erzielte, könnte aber tatsächlich einen prominenten Ablöser haben. Denn sofern Lewandowski seine bisherige Trefferquote bis zum 34. Spieltag beibehält, würde er die Marke in dieser Saison knacken und eine neue, schier unerreichbare, in Stein meißeln. Dann stünden am Ende dieser Saison satte 53 Tore auf dem Konto des Ausnahmestürmers. Dass er diesen Wert tatsächlich erreicht, ist zwar unrealistisch, doch der Müller-Rekord ist nicht unerreichbar.

Ein Blick auf die Statistik Müllers zeigt: Der frühere Bayern-Stürmer kam in seiner Rekord-Saison nicht so früh in Tritt wie Lewandowski. 36 seiner 40 Treffer erzielte er erst nach dem 10. Spieltag. Müller ging anders vor, um die 40 vollzumachen. Vier Dreierpacks, ein Viererpack gegen Borussia Dortmund und gar fünf Treffer am 21. Spieltag gegen Rot-Weiß Oberhausen - in sechs Partien erzielte er ganze 21 Tore. Nach sieben Partien hatte er erst drei Mal getroffen - Lewandowski ist damit, verglichen zur Rekord-Saison 1971/71, besser als der Weltmeister von 1974.

Robert Lewandowski vom FC Bayern München: Knackt er den 40-Tore-Rekord? - Thomas Eisenhuth/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Offenbar gab das Trikot des Rekordmeisters dem Polen neuen Schwung. Seit er 2010 zu Borussia Dortmund und in die Bundesliga kam, traf er im Schnitt alle 110 Minuten. Nach seinem Wechsel zum FC Bayern hingegen drückte er die Dauer zwischen den Treffern auf unglaubliche 98 Minuten. In 297 Bundesliga-Partien traf Lewandowski schon 213 Mal. Eine bessere Quote hat nur einer: Gerd Müller. Der wiederum traf in 427 Spielen 365 mal und erzielte damit sogar mehr Bundesliga-Tore als zum Beispiel alle Spieler von Rot-Weiss Essen (346 Tore in sieben Spielzeiten).

Beide, Lewandowski und Müller, vereint eines: Sie sind bzw. waren die besten Torjäger ihrer Zeit. Der "Bomber" sicherte sich siebenmal die Torjäger-Kanone (1967, 1969, 1970, 1972, 1973, 1974 und 1978), Lewandowski gelang das bis jetzt viermal. Zuletzt verteidigte der Pole diesen Titel sogar und schaffte damit etwas, das 20 Jahre lang kein Bundesliga-Spieler geschafft hatte. Zuletzt war das Ulf Kirsten gelungen. Dreimal in Folge hingegen wurde bisher nur ein Spieler bester Torjäger der deutschen Top-Clubs: Natürlich Gerd Müller. Doch Lewandowski kann in dieser Saison auch in dieser Kategorie zu ihm aufschließen.

Überhaupt: In sämtlichen Statistiken jagt der 31-Jährige seinen prominenten Vorgänger. Am 5. Spieltag gegen den 1. FC Köln erzielte Lewandowski seinen 56. Doppelpack in der Bundesliga. Historisch liegt nur Müller (traf 87 mal mindestens doppelt) vor ihm. Und der Ex-Bayer erzielte auch häufiger einen Dreierpack. Lewandowskis drei Treffer gegen Schalke am 2. Spieltag bedeuteten seinen neunten, Müller hingegen gelangen 32 mal drei Tore in einer Partie.

Und beide können es auch öfter: Müller zum Beispiel ist der einzige Spieler in der Bundesliga-Geschichte, dem mehr als ein Fünferpack gelang (viermal). Hinzu kommen sage und schreibe zehn Viererpacks. Diese bemerkenswerten Leistungen brachte Lewandowski jeweils "nur" einmal zustande.

Doch all' diese vielen Zahlen würden zur Nebensache, wenn Lewandowski am Ende der Saison 2019/20 den scheinbar ewigen Rekord seines legendären Vorgängers brechen würde. Der Pole ist auf der Jagd nach neuen Bestmarken, von Spieltag zu Spieltag werden es mehr, die er erreicht.

Dominik Hamers

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