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23.05. 18:30
Lewandowski holt die Torjägerkanone zum siebten Mal, Stuttgart feiert den Last-Minute-Klassenerhalt und Werder steigt auf - © Imago Images / Getty
Lewandowski holt die Torjägerkanone zum siebten Mal, Stuttgart feiert den Last-Minute-Klassenerhalt und Werder steigt auf - © Imago Images
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34. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Stuttgart feiert nach Last-Minute-Sieg den direkten Klassenerhalt, Torschützenkönig Robert Lewandowski stellt Müller-Rekord ein und Werder ist zurück in der Bundesliga - die Themen des Wochenendes.

Stuttgart bleibt nach dramatischer Schlussphase erstklassig

Der VfB Stuttgart hat schon einige große Erfolge in seiner Geschichte gefeiert, aber die Atmosphäre, wie sie beim dramatischen 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln in der Mercedes-Benz Arena herrschte, war einzigartig. „Das Stadion hat vibriert, so habe ich das Stadion noch nie gesehen“, gab ein sichtlich bewegter Hansi Müller zu Protokoll. „Ich dachte zwischendurch, wenn noch das zweite Tor fällt, fliegt das Dach weg“, sagte FC-Stürmer Mark Uth nach der Partie. Es waren auch diese großen Emotionen von außen, die den Schwaben noch den Klassenerhalt bescherten.

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Eigentlich hatte man in der Schlussphase den Eindruck, der FC hätte den längeren Atem und die frischeren Beine, aber dann machte die Kunde vom Dortmunder 2:1-Treffer gegen die Hertha die Runde. Das Publikum peitschte das Team noch einmal nach vorne und setzte die letzten Reserven frei. Dass Florian Müller in der Nachspielzeit bei der entscheidenden Ecke mit nach vorne ging, war ein weiteres Signal für die Stuttgarter Willensstärke, die aber nicht für alle folgenlos blieb: „Ich habe nach so viel Jubeln und Schreien Kopfschmerzen. Es war absolute Ekstase“, so VfB-Coach Matarazzo.

Der VfB feiert: "Es gibt bestimmt eine Abriss-Party"

Möglich machte diesen Jubel Wataru Endo, der mit wilder Entschlossenheit in eine Kopfballverlängerung von Hiroki Ito hineinflog und den 2:1-Siegtreffer erzielte. Eine japanische Co-Produktion sorgte dafür, dass auch in der kommenden Saison die Bundesliga-Sonne über Stuttgart aufgeht. „Vielleicht ist es der beste Moment meines Lebens“, sagte ein seliger Siegtorschütze. Nach dem Abpfiff waren dann alle in tiefen Emotionen vereint auf dem Rasen: Fans, Spieler, Trainerstab. In der nächsten Saison soll es dann aber am letzten Spieltag weniger dramatisch zugehen.

Werder wieder da - HSV in die Relegation

Der FC Schalke 04 hat den Aufstieg bereits am 33. Spieltag klargemacht, am 34. Spieltag zog der SV Werder Bremen nach. Die Hanseaten schlugen den SSV Jahn Regensburg mit 2:0 und kehrten damit, ebenso wie die Königsblauen, nach einem Jahr wieder in die Bundesliga zurück. Der Jubel in Bremen kannte keine Grenzen. "Wir hatten eine schwierige Saison und sind nun sehr stolz auf unsere Mannschaft und auf unseren Trainer, dass wir den letzten Schritt gegangen sind", freute sich Bremens Leiter Profifußball Clemens Fritz nach dem Abpfiff.

Der Meistertitel der 2. Bundesliga blieb für Werder allerdings unerreichbar, denn der FC Schalke 04 gewann sein abschließenes Spiel beim 1. FC Nürnberg mit 2:1. Als es gegen Ende noch einmal drohte, eng zu werden, war wieder der Top-Torjäger zur Stelle: Simon Terodde antwortete auf das 1:1 des FCN unmittelbar mit dem 2:1-Siegtreffer. Es war sein 30. Saisontreffer, womit er sich klar die Torjägerkrone holte. Nach 33 Jahren schaffte ein Spieler in der 2. Bundesliga mal wieder diese Quote.

Willkommen zurück, Werder Bremen!

Der Hamburger SV drehte ein schwieriges Spiel beim FC Hansa Rostock nach 0:1-Rückstand noch und siegte mit 3:2, die Rothosen spielen nun in der Relegation gegen Hertha BSC. Der SV Darmstadt 98 hingegen musste sich trotz eines 3:0-Sieges gegen den SC Paderborn mit Platz vier begnügen und bleibt in der 2. Bundesliga.

Rekord eingestellt: Lewandowski zum siebten Mal Torschützenkönig

Es war nur noch Formsache, dass sich Robert Lewandowski auch 2021/22 die Torjägerkanone holen würde, zu weit war er der Konkurrenz um Patrik Schick (24 Tore) und Erling Haaland (22) schon davon geeilt. Aber auch am 34. Spieltag ließ es sich der Bayern-Stürmer gegen seinen Lieblingsgegner VfL Wolfsburg (gegen keinen anderen Bundesligisten traf er häufiger) nicht nehmen, einmal einzunetzen (Endstand: 2:2). Es war sein 35. Saisontor. Diese Marke schafften zuvor nur Gerd Müller (dreimal) und Lewandowski selbst (jetzt zum zweiten Mal).

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Für Lewandowski war es die fünfte Auszeichnung des Bundesliga-Torschützenkönigs in Folge und die siebte insgesamt. Der Pole stellt damit den Bundesliga-Rekord von Gerd Müller ein, der ebenfalls siebenmal bester Schütze einer Saison war. Ich bin sehr stolz, es ist etwas sehr Besonderes", sagte Lewandowski nach Schlusspfiff. "Zum fünften Mal in Folge und insgesamt das siebte Mal, das ist eine starke Leistung und bedeutet mir viel. Die Torjägerkanone gehört auch der Mannschaft."

Aber damit noch nicht genug. Sein Treffer war gleichzeitig auch sein 19. Auswärtstor in dieser Bundesliga-Saison und das 48. Auswärtstor in dieser Saison für die Bayern - beide Marken sind neue Bundesliga-Rekorde!

Union zieht in die Europa League ein – Köln geht in der Europa Conference League an den Start

Der 1. FC Union Berlin hat sich dank eines 3:2 (2:0) gegen den VfL Bochum erneut das europäische Ticket gesichert. Nachdem die Köpenicker in dieser Saison in der Conference League an den Start gingen, werden sie im kommenden Jahr die Europa League unsicher machen. Die Eisernen schoben sich vor den SC Freiburg auf Rang fünf. Die Breisgauer auf Platz sechs starten trotz ihres 1:2 in Leverkusen ebenfalls in der Europa League, während sich der 1. FC Köln nach einem 1:2 in Stuttgart mit der Europa Conference League auf Platz sieben zufriedengibt.

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Der Kampf um die Europa League spitzte sich im Schlussspurt des 34. Spieltags zu: Taiwo Awoniyi schoss Union nach dem zwischenzeitlichen Bochumer Ausgleich per Lucky Punch in der 88. Minute zum 3:2-Sieg, Köln musste kurze Zeit später den Gegentreffer zur 1:2-Niederlage in Stuttgart schlucken (90.+2) und auch Freiburg ließ durch ein 1:2 in buchstäblich letzter Sekunde Federn (97.). Die eigenen Hausaufgaben erledigt und zeitgleich von Patzern der Konkurrenz profitiert: Ganz Köpenick jubelte!

"Ich hatte ja schon in Wien das Vergnügen, Europa League zu spielen. Klar sind die Gegner stärker als in der Conference League, aber ich freue mich riesig drauf. Wenn man dann noch in die Gesichter der Fans schaut, ist das schon sehr emotional. Wir sind alle überglücklich!", äußerte sich Unions Christopher Trimmel nach Spielende. Kölns Mark Uth zeigte sich ebenso glücklich: "Wir können sehr stolz sein auf diese Saison. Es war eine tolle Spielzeit, die belohnt wurde mit der Conference League. Darauf freuen wir uns sehr.“

Leipzig qualifiziert sich für die Champions League

Es dauerte bis zu 93. Minute - doch dann brachen bei RB Leipzig alle Dämme. Willi Orban köpfte eine mustergültige Freistoß-Flanke vom eingewechselten Dominik Szoboszlai aus kurzer Distanz in die Maschen. In diesem Moment war den Sachsen klar: Kommende Saison geht es wieder in die Champions League! Sechs Saisons hat Leipzig in der Bundesliga nun hinter sich. Zum fünften Mal gelang die Zulassung zur Champions League. Bielefeld lieferte Leipzig zwar einen harten Fight, zudem brachte der überragende Keeper Stefan Ortega den Favoriten mit seinen starken Paraden regelrecht zur Verzweiflung. Aber Leipzig ließ nicht locker und belohnte sich.

Die Zahlen zum 34. Spieltag

Satte 36 Zähler sammelte das Team von Domenico Tedesco in der Rückrunde: Kein Team holte mehr Punkte. Nur die Leverkusener kamen ebenfalls auf diese Punktzahl. Blickt man auf das Torverhältnis, stellt man fest: RBL ist Rückrundenmeister! Daran war nach 14 Spieltagen kaum zu glauben: Auf Platz elf stehend, bei erst 18 Punkten, wurde Coach Jesse Marsch freigestellt. Nachfolger Domenico Tedesco sorgte jedoch für einen Ruck, der den ganzen Verein nach vorne hievte. Vom reinen Umschalt-Fußball des US-Amerikaners rückte Tedesco ab, ließ die Mannschaft ihre technische Stärke und Ballsicherheit durch variablem Kombinationsfußball mehr ausleben.

Die Trainerstimmen

40 Zähler holten die Sachsen mit dem Deutsch-Italiener - also im Schnitt zwei pro Spiel. Zudem führte Tedesco seine Mannen ins Halbfinale der Europa League und ins Endspiel um den DFB-Pokal. Es kann also noch etwas zu feiern geben für die Leipziger. Eine weitere Gefühlsexplosion wie nach Orbans Treffer ist also nicht gerade unwahrscheinlich.