2. Bundesliga

Hamburger SV und 1. FC Nürnberg trennen sich leistungsgerecht 2:2

Der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg haben sich in einer packenden Partie leistungsgerecht 2:2 (1:1) getrennt. Robert Glatzel schnürte einen Doppelpack für die Rothosen, wodurch er zwei Rückstände ausglich (34./80.). Für die Franken trugen sich Enrico Valentini (22., FE) und Lino Tempelmann kurz nach der Pause (46.) in die Torschützenliste ein. Durch das Unentschieden stehen die Hanseaten auf Platz sieben, Nürnberg auf fünf.

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So schön der 2:0-Derbysieg gegen den SV Werder Bremen auch war, einen Wermutstropfen gab es für Cheftrainer Tim Walter beim Hamburger SV: Gegen den 1. FC Nürnberg sollte Sebastian Schonlau wegen einer Gelb-Rot-Sperre nicht zur Verfügung stehen, dafür spielte der 19-jährige Mario Vuskovic als Eins-zu-eins-Ersatz in der Innenverteidigung. Aufseiten der Gäste wählte Cheftrainer Robert Klauß eine etwas defensivere Variante, indem er mit Johannes Geis einen Mittelfeldmann mehr aufs Feld schickte. Dennis Borkowski (Bank) machte dafür Platz. Nikola Dovedan bildete die einzige Spitze.

Valentini sicher vom Punkt

Der FCN überließ dem HSV in Durchgang eins größtenteils das Spielgerät. Dovedan lief oftmals im defensiven 4-5-1 als einziger Spieler die gegnerischen Verteidiger knapp vor der Mittellinie an. Situativ unterstützten Mats Möller Daehli und Fabian Nürnberger im Anlaufverhalten. Klauß wollte mit einem zusätzlichen Mittelfeldspieler mutmaßlich die Außenbahnen dichtmachen, was den Franken aber nicht immer gelang. Die erste knifflige Szene gab es in der 6. Spielminute: Vuskovic und Dovedan lieferten sich ein intensives Laufduell, bei dem der Stürmer unabsichtlich im Gesicht getroffen wurde. Dovedan fiel sofort hin und hielt sich den Hinterkopf. Schiedsrichter Felix Zwayer und dem Video-Assistenten reichte das nicht für einen Elfer.

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Der HSV stresste den FCN mit einem hohen Anlaufverhalten, wodurch die "Clubberer" Mühe hatten, kontrolliert von hinten herauszuspielen. Die erste Großchance des Spiels hatte Sonny Kittel: David Kinsombis Grätschen-Pass an der rechten Außenlinie rollte an Tim Handwerker vorbei in die Spitze zu Kittel. Der FCN-Linksverteidiger eilte zurück, Kittel schlug den Haken und schloss mit links ab. Christian Mathenia streckte sich und verhinderte den Einschlag in der langen Ecke (15.).

Unmittelbar danach hatte Nürnberger das 1:0 für die Gäste auf dem Fuß, indem er eine Kopfballverlängerung eines HSV-Spielers etwas überrascht denkbar knapp rechts neben den Pfosten setzte (17.). Dann gab es einen Elfer für den Club, weil der Arm von Vuskovic wieder am Kopf von Dovedan landete und dieser im Sechzehner wieder zu Boden ging. Der Video-Assistent meldete sich und teilte Zwayer die Szene mit, der zuvor nichts davon mitbekommen hatte. In der Review-Arena überzeugte sich der Schiri selbst und entschied diesmal auf Elfer. Valentini verwandelte staubtrocken zum 1:0 (20.).

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Tempelmanns Kopfball bringt dem FCN einen Punkt in Hamburg - Sportfoto Zink / Daniel Marr via www.imago-images.de/imago images/Zink

Tempelmann mit dem Wachmacher - Glatzel gleicht wieder aus

Kurz darauf verpasste Kittel die dicke Chance zum Ausgleich und schoss flach rechts am Pfosten vorbei (25.). In der 34. Minute war es aber soweit: Der HSV führte einen Eckball kurz aus, Jonas Meffert hatte auf halbrechts genügend Zeit für die Flanke und bediente Glatzel hoch im Sechzehner. Dessen Kopfball klatschte an den rechten Innenpfosten und von dort ins Tor. Weil es so aussah, als hätte Tim Leibold den Ball noch mit der Fußspitze berührt, hob der Linienrichter erst die Fahne. Der Video-Assistent schritt ein und revidierte die Entscheidung. Leibold war nicht dran - 1:1 (34.)! Kurz nach der Pause nutzte der FCN ein schläfriges Abwehrverhalten des HSV durch das Kopfballtor von Lino Tempelmann. Kurz zuvor verteidigte der HSV in Person von Moritz Heyer gegen Valentini zu nachlässig, dessen Flanke landete punktgenau auf dem Kopf von Tempelmann, der in die Mitte zur 2:1-Führung einköpfte (46.).

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Brenzlig wurde es beim HSV, als sich Kittel per Übersteiger an Valentini vorbeiwurschtelte und in der Mitte auf Kinsombi ablegte. Tempelmann stellte seinen Fuß aber im letzten Moment davor und verhinderte so den Abschluss aus kurzer Distanz (58.). Es dauerte bis zur 80. Spielminute, bis der HSV den erneuten Ausgleich realisierte. Torschütze war wieder Glatzel! Bei seinem fünften Saisontor setzte er sich mit seinen 1,93 Metern gegen Christopher Schindler durch und köpfte aus kurzer Distanz ein. Kittel wurde zuvor bei der Flanke nicht im Ansatz verteidigt. In der Schlussphase drängte der HSV vehement auf den Siegtreffer, beim FCN fehlte jegliche Entlastung. Es blieb dennoch beim leistungsgerechten 2:2, weil beide Mannschaften zu wenig aus ihren Torchancen machten.