Antreiber und Matchwinner gegen Stuttgart: BVB-Kapitän Marco Reus - © Christopher Neundorf via www.imago-images.de/imago images/Kirchner-Media
Antreiber und Matchwinner gegen Stuttgart: BVB-Kapitän Marco Reus - © Christopher Neundorf via www.imago-images.de/imago images/Kirchner-Media
bundesliga

Borussia Dortmund bleibt dank Marco Reus an den Bayern dran

Wenn die Bayern stolpern, will der BVB da sein. Das sagte Kapitän Marco Reus in der Woche vor dem 12. Spieltag. Wenige Tage später sieht sich der 32-Jährige bestätigt. Dank ihm hat Borussia Dortmund zum Tabellenführer aus München aufgeschlossen und damit die Spannung vor dem anstehenden Bundesliga-Klassiker spürbar erhöht.

Im Gegensatz zu seinem Auftreten auf dem Spielfeld übt sich Marco Reus abseits der Linien gern in Zurückhaltung. Der Kapitän von Borussia Dortmund wählt die Zeitpunkte klarer Aussagen mit Bedacht. So wirkte es in der vergangenen Woche so, als hätte der 32-Jährige in seine Worte schon die Ereignisse der näheren Zukunft eingeschlossen, obschon noch gar nicht klar war, was an diesem 12. Spieltag alles passieren würde. Reus hatte in einem Interview davon gesprochen, wie wichtig es sei, dass der BVB da ist, wenn der FC Bayern München auf dem Weg zur angestrebten Deutschen Meisterschaft strauchelt.

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Denn auch im Revier lechzen sie nach dem nächsten Bundesliga-Titel. Acht Mal holte der Traditionsverein die Meisterschaft, Reus blieb der Titel bislang verwehrt. Er gewann mit der Borussia zwei Mal den DFB-Pokal und stand 2013 im Champions-League-Endspiel. In der Bundesliga blieb ihm stets das Nachsehen. Das wurmt ihn, daraus macht er keinen Hehl: „Solange ich das BVB-Trikot trage und Kapitän dieser Mannschaft bin, werde ich alles daran setzen, dass wir die Schale nach Dortmund holen“, sagte er vergangene Woche.

Wenige Tage später stehen die Chancen darauf wieder etwas besser als noch zum Zeitpunkt seiner Aussage. Das Hindernis FC Augsburg war für den Seriensieger aus der bayerischen Landeshauptstadt am vergangenen Freitagabend etwas zu hoch, der Tabellenführer kassierte bei den Fuggerstädtern die zweite Saisonniederlage.

Und tatsächlich: Auf dem Rasen des Dortmunder Stadions ließ der Kapitän der Schwarz-Gelben Taten folgen. Reus selbst war es, der in der 85. Minute den 2:1-Siegtreffer gegen Stuttgart erzielte und damit das Gros der 55.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zur Ekstase brachte.

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Der BVB war da - wie es der Kapitän eben gefordert hatte. Auf einen Punkt sind die Borussen an die Bayern herangerückt, in der Geschichte des größten Duells der Bundesliga wird es ein weiteres spannendes Kapitel geben. Am 4. Dezember begegnen sich die beiden Fußball-Giganten. Eine Tendenz, wer als Favorit in die Top-Begegnung des 14. Spieltags gehen wird, zeichnet sich noch nicht ab. Reus weiß aber um die Qualitäten des großen Rivalen: „Wir müssen unheimlich konstant sein. Die Bayern sind seit neun Jahren ununterbrochen Meister. Das ist Konstanz pur und die große Kunst.“

Ebendiese Konstanz ließ der BVB in den vergangenen Jahren immer wieder vermissen. Reus traute sich, das anzusprechen. Als Kapitän müsse er das tun, betonte er, und wischte gleich alle Befürchtungen, in Dortmund gebe es mannschaftsinterne Kontroversen bezüglich der Marschrichtung, vom Tisch: „Zwischen mich und Marco Rose passt kein Blatt Papier. Wenn ein Kapitän nach einem Spiel gar nichts mehr sagen darf, wird es schwierig.“

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Reus geht in seine zehnte Saison in Dortmund. In der gesamten Zeit hat es keinen anderen Deutschen Meister gegeben als den FC Bayern. Dass sich der Kapitän trotzdem nicht entmutigen lässt, von der Schale zu träumen, liegt womöglich auch an seiner persönlichen Bilanz. Gegen Stuttgart war er Mann des Tages. Kein Spieler gab mehr Torschüsse ab als er (vier), der mit seinem vierten Saisontor in der Liga zum Matchwinner avancierte. Der 32-Jährige traf in dieser Bundesliga-Spielzeit dreimal zu einer Führung und einmal zu einem Ausgleich - er ist der Mann für die wichtigen Treffer.

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In Wolfsburg am Samstag (27. November) kommt es erneut auf Reus an. Am gleichen Tag bestreiten die Bayern daheim gegen Bielefeld die Generalprobe auf den Bundesliga-Klassiker. Vor dem 105. Duell der beiden ist das Rennen um die Spitzenposition im deutschen Fußball wieder ein wenig enger geworden. BVB-Kapitän Reus ist heiß: „Wir müssen da sein, wenn sie schwächeln. Aber sie schwächeln eben nur sehr selten. Es ist schwierig, das muss man einfach zugeben!“