Gerd Müller, Oliver Kahn, Michael Zorc und Jan Koller (v.l.n.r.) - vier berühmte Figuren des Klassikers - © DFL
Gerd Müller, Oliver Kahn, Michael Zorc und Jan Koller (v.l.n.r.) - vier berühmte Figuren des Klassikers - © DFL
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Klassiker von A bis Z: Alles zu Bayern gegen Dortmund

Köln – Zum 101. Mal findet am 11. Spieltag 2019/20 der Klassiker in der Bundesliga statt. Beim Prestige-Duell zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund empfängt der Deutsche Meister den Vizemeister. bundesliga.de hat alles Wissenswerte dazu im "A bis Z" zusammengefasst.

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A WIE ANGSTGEGNER
In seiner Bundesliga-Geschichte kassierte der BVB gegen kein Team mehr Niederlagen als gegen die Bayern (46). 30 Mal blieben die Dortmunder gegen die Bayern ohne eigenen Treffer, so häufig wie gegen kein anders Bundesliga-Team. Umgekehrt erzielten die Bayern aber auch gegen Dortmund 22 Mal keinen eigenen Treffer. Kein Team hielt den Rekordmeister so häufig torlos wie der BVB.

B WIE BILANZ
Es ist schon der 101. Klassiker in der Bundesliga. Trotz der vielen intensiven Duelle: In der Gesamtbilanz liegt Bayern klar vorne: Von insgesamt 100 Bundesliga-Partien gewann der Rekordmeister 46 – also knapp die Hälfte. Dortmund ging 25 Mal als Sieger vom Platz bei 29 Remis. Langeweile muss keiner beim Klassiker übrigens befürchten. In den letzten zehn Jahren gab es nur eine Nullnummer. 3,2 Tore fallen im Schnitt bei dieser Partie. Und da liegt der Klassiker über dem Schnitt in der Bundesliga.

C WIE COACH
Der FC Bayern geht mit einem neuen Trainer in den Klassiker. Hansi Flick hat nach dem Aus von Niko Kovac bis auf Weiteres die Geschicke beim Rekordmeister übernommen. Damit gibt er sein Bundesliga-Debüt als Coach gleich gegen den BVB. Eine bessere Feuerprobe kann es eigentlich gar nicht geben.

D WIE DOPPELPACK
2018/19 konnten sich gleich zwei Spieler doppelt in die Torjägerliste eintragen. Bayerns Robert Lewandowski traf sowohl im Hin- als auch im Rückspiel doppelt. BVB-Kapitän Marco Reus war der Matchwinner beim 3:2-Hinrunden-Sieg der Borussia. Das 2:2 von Reus wurde später sogar zum Top-Tor des Monats November gekürt.

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E WIE EFFEKTIV
Wenn einer bei Dortmund weiß, wie man die Bayern schlägt, dann ist es Lukasz Piszczek. Der Pole ist der einzige BVB-Spieler mit einer positiven Bundesliga-Bilanz gegen Bayern. Piszczek kommt dabei im Dortmund-Dress auf sechs Siege, zwei Remis und fünf Niederlagen gegen den Rekordmeister. Bester aktiver Dortmunder Torschütze im Klassiker ist Marco Reus. Der Kapitän traf in zehn Spielen als Dortmunder gegen den FC Bayern vier Mal. Auch Mario Götze schoss vier Tore im Klassiker, davon allerdings zwei Mal für die Bayern. Bei Bayern gibt es keinen Spieler, der eine negative Bilanz hat: Manuel Neuer glich im 100. Klassiker mit seinem fünften Sieg aus (dazu drei Remis und fünf Niederlagen).

F WIE FORM
Borussia Dortmund ist in dieser Saison nur schwer zu schlagen. Der BVB verlor nur am 3. Spieltag bei Union Berlin, spielte aber in der Folge auch vier Mal Remis - was zum Drei-Punkte-Rückstand auf Borussia Mönchengladbach in der Tabelle geführt hat. Die Münchner haben hingegen nur eine der letzten vier Partien gewonnen, stehen aber dennoch nur einen Punkt hinter dem Rivalen aus dem Ruhrgebiet.

G WIE GÖTZE
Für Mario Götze hat der Klassiker eine besondere Bedeutung. Ausgebildet beim BVB, wechselte der heute 27-Jährige 2013 zum FC Bayern, um dann 2016 wieder nach Dortmund zurückzukehren. Bereits 14 Mal stand er beim Klassiker in der Bundesliga auf dem Platz, erzielte dabei jeweils zwei Tore für beide Clubs. In bester Erinnerung dürfte dabei noch sein erster Klassiker im Trikot des FCB sein, als er am 23. November 2013 erstmals in den Signal-Iduna-Park zurückkehrte und wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum Führungstreffer für die Bayern traf.

H WIE HUMMELS
Mats Hummels stand bislang in 20 Klassikern auf dem Platz (sechs Mal für Bayern, 14 Mal für Dortmund). Er hat die größte Klassiker-Erfahrung von allen aktiven Spielern. Um an Klassiker-Rekordspieler Michael Zorc (siehe Z) heranzukommen, muss der Innenverteidiger des FCB aber noch ein paar Spielzeiten dranhängen.

I WIE INTENSIV
Vor allem ab Mitte der neunziger Jahren war besonders viel Zündstoff in den Partien Dortmund gegen Bayern. Der BVB hatte 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Vormacht-Stellung der Bayern herausgefordert. Legendär etwa ist der Disput zwischen Lothar Matthäus und Andreas Möller in einem Duell 1995, als Matthäus seinem Gegenspieler Schauspielerei vorwarf und ihm mit einer abfälligen Geste die Tränen aus den Augen wischte. Auch immer in Erinnerung bleiben wird der "Biss" von Oliver Kahn in den Hals von Heiko Herrlich, der zuvor versucht hatte, den Bayern-Keeper mit dem Ball in der Hand über die Torlinie zu drücken. So richtig flogen die Fetzen dann aber am 7. April 2001, als es binnen 90 Minuten insgesamt drei Platzverweise und zehn Gelbe Karten hagelte. Bis heute sind die 13 Karten Bundesliga-Rekord für eine Partie.

J WIE JÜNGERE VERGANGENHEIT
Während Dortmund zu Hause zwei der letzten drei Klassiker gewann, gab es in der Allianz Arena in München zuletzt für die Schwarz-Gelben nicht viel zu holen. Der FCB gewann die letzten fünf Heimspiele allesamt. Vier Mal in Folge erzielte Bayern dabei zuletzt vier Tore und mehr.

K WIE KANTERSIEGE
In den letzten Jahren konnte Bayern gegen den BVB das ein oder andere Mal einen Kantersieg landen. 5:0 hieß es nach 90 Minuten beim letzten Aufeinandertreffen im April 2019. In der Saison 2017/18 feierte der Rekordmeister am 28. Spieltag gar einen 6:0-Kantersieg mit einem Dreierpack von Lewandowski. Und am 8. Spieltag 2015/16, als Thomas Müller und Robert Lewandowski jeweils doppelt trafen, gewannen die Bayern 5:1. Der höchste Sieg datiert aber aus dem Jahr 1971: Unter anderem ein Viererpack von Gerd Müller und ein Doppelpack vom heutigen Präsidenten Uli Hoeneß sorgten für einen 11:1-Sieg der Bayern. Der BVB feierte höhere Siege gegen Bayern in den letzten Jahren vor allem in Pokalwettbewerben: In bester Erinnerung dürfte hier der 5:2-Erfolg beim DFB-Pokalfinale 2012 sein sowie das 4:2 im Supercup 2013. In der Bundesliga konnte Dortmund nur ein Mal mit vier Toren Unterschied gewinnen: Dieser Sieg (4:0) ist inzwischen aber über 51 Jahre her.

L WIE LEWANDOWSKI
Keine Frage: Der Pole ist der Mr. Klassiker. Für Bayern trat er zehn Mal, für Dortmund acht Mal im prestigeträchtigen Duell an. Dabei war er aber für Bayern deutlich erfolgreicher als für seinen ehemaligen Arbeitgeber. Während er für den BVB nur ein Mal in der Bundesliga traf, konnte er für Bayern gleich 14 Mal jubeln. Damit hat der Weltklasse-Torjäger den vormaligen Klassiker-Rekordschützen Gerd Müller überholt. Der steht bei 14 Toren – einem weniger als Lewandowski.

M WIE MEISTERSCHAFT
Oft war der Klassiker nicht zuletzt auch ein wegweisendes Duell um die Meisterschaft. Borussia Dortmund war die letzte Mannschaft, die Bayern München die Schale streitig machen konnte. 2011 und 2012 hatte der BVB die Nase vorn, seitdem wurden stets die Bayern Meister. Auch in der letzten Saison 2018/19 war der Klassiker am 28. Spieltag wegweisen für den späteren Titel der beiden, die mit nur zwei Punkten Vorsprung vor Dortmund auf Platz eins landeten.

N WIE NEULINGE
Auch in dieser Auflage wird es wieder den ein- oder anderen Klassiker-Debütanten geben. Auf Seiten der Bayern sind es die Neuzugänge Philippe Coutinho, Benjamin Pavard und Mickael Cuisance. Auch Alphonso Davies steht vor seinem ersten Treffen mit der BVB. Bei den Borussen gehen Nico Schulz, Julian Brandt und Thorgan Hazard in ihren ersten Klassiker.

O WIE OLDIES
Mit den Bayern-Akteuren Manuel Neuer, Javi Martinez, Jerome Boateng, Robert Lewandowski, Thomas Müller, Ivan Perisic und den Dortmundern Marco Reus, Lukasz Piszczek, Axel Witsel und Mats Hummels befinden sich gleich zehn Leistungsträger dieser Partie jenseits der 30.

P WIE POKAL
Auch fernab der Bundesliga bot der Klassiker in den letzten Jahren viele Spektakuläre Partien. Alleine drei Mal stand man sich in diesem Jahrzehnt im DFB-Pokalfinale gegenüber (zwei Siege Bayern, ein Sieg Dortmund), gleich fünf Duelle gab es im Supercup  (drei Siege Bayern, zwei Dortmund). Unvergessen ist aber das Champions League Finale 2013 im Londoner Wembley Stadion, das Bayern durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 für sich entschied.

Q WIE QUALITÄT
Seit 2009, als der VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde, holte immer entweder der FC Bayern oder der BVB den Titel. Wobei die Münchner (neun) gegenüber der Borussia (zwei) eindeutig die Nase vorne haben.

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R WIE REKORDE
Bis zum 100. Klassiker war Gerd Müller der Rekordtorschütze des Prestigeduells. In 19 Spielen für die Bayern gegen den BVB erzielte der "Bomber der Nation" stolze 14 Tore – Robert Lewandowski schloss im 100. Klassiker zunächst zu ihm auf, um kurz vor Schluss den Top-Torjäger der Bundesliga-Historie sogar noch zu überholen. Die meisten Siege im Klassiker gehen auf das Konto von Oliver Kahn. Er gewann 13 seiner 27 Anläufe.

S WIE SEITENWECHSEL
Viele Spieler sind vom einen Club zum anderen gewechselt: Neben den altbekannten Beispielen wie Thomas Helmer, Christian Nerlinger, Torsten Frings, Stefan Reuter, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann, die beide Trikots trugen, haben vor allem auch derzeit noch aktive Spieler die Seiten gewechselt. Bestes Beispiel: Robert Lewandowski, der 2014 vom BVB an die Isar wechselte, aber auch Sebastian Rode, der 2016 den umgekehrten Weg ging. Als doppelte Überläufer zählt Mario Götze, der vom BVB zu Bayern und wieder zurück wechselte. Übertroffen wird das aber noch von Mats Hummels: Er starteten seine Profikarriere bei Bayern, spielte dann sieben Jahre für Dortmund, kehrte dann für weitere drei Jahre nach München zurück. Und seit dieser Spielzeit hat der 30-Jährige schließlich wieder das BVB-Trikot an.

T WIE TORJÄGER
Robert Lewandowski ist auch in dieser Saison das Maß aller Dinge in der Bundesliga. An den ersten zehn Spieltagen traf der Pole immer und stellte damit einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Auch seine 14 Saisontreffer zu diesem Zeitpunkt sind historisch gut. Nur Gerd Müller hatte in der Saison 1968/69 zum selben Zeitpunkt noch ein Mal häufiger geknipst. Bei Borussia Dortmund ist die Last in der Offensive auf mehr Schultern verteilt. Mit je fünf Toren sind Marco Reus und Paco Alcacer die besten Schützen in dieser Spielzeit.

>>> Robert Lewandowski in Zahlen

U WIE UNBESIEGBARKEIT
Torsten Fink und Carsten Jancker spielten in der Bundesliga beide neun Klassiker ohne einen davon zu verlieren - kein Spieler in der Bundesliga-Historie mehr. Fink gewann sechs seiner neun Duelle (zudem drei Remis), für Jancker waren es vier Siege und fünf Remis. Für den BVB bestritt übrigens Ex-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die meisten Duelle gegen die Münchner ohne Niederlage (vier, alle Remis).

V WIE VIELSEITIGKEIT
In einem Klassiker muss man schon mal während des Spiels die Position wechseln. Und das nicht nur, weil der Trainer mit einem taktischen Kniff den Gegner verwirren will. Manchmal ist ein Wechsel auch unbeabsichtigt, etwa im November 2002, als Borussia Dortmunds Torhüter Jens Lehmann vom Platz gestellt wurde. Weil der BVB schon alle Wechsel durchgeführt hatte, musste Stürmer Jan Koller die ungewohnte Torwartposition übernehmen. Der Tscheche hielt seinen Kasten mehr als 20 Minuten lang sauber - trotzdem verlor Dortmund mit 1:2.

W WIE WELTWEITE AUFMERKSAMKEIT
Wenn es zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt, werden wieder Fußballfans auf der ganzen Welt gespannt zusehen. In der vergangenen Saison beispielsweise wurde das Hinspiel im Signal Iduna Park in über 200 Ländern live übertragen – das Interesse am ewig jungen Duell dürfte auch in diesem Jahr wieder ungebrochen sein, zumal das Rennen an der Spitze erneut enorm spannend ist.

X WIE X-FAKTOR
Gerade in einem engen Spiel wie dem Klassiker, der auch in dieser Saison sicherlich auf Augenhöhe stattfinden wird, kommt es auf Kleinigkeiten an. Vielleicht entscheidet am Ende des Spiels sogar die Unterstützung von den Rängen: Während Dortmund letzte Saison vor der "Gelben Wand" gewann, siegte Bayern in der Bundesliga nun schon fünf Mal in Folge auf heimischem Rasen.

Y WIE YOUNGSTER
Bei Bayern bekam der 18-Jährige Alphonso Davies in dieser Saison schon einige Einsatzminuten, wurde beispielsweise des öfteren auch als Linksverteidiger ausprobiert. Nun ein Jahr älter ist auf der anderen Seite Jadon Sancho, der hingegen beim BVB als absoluter Leistungsträger und Unterschiedsspieler unverzichtbar geworden ist.

Z WIE ZORC
Keiner kennt den Klassiker wohl so gut wie Michael Zorc. Nicht nur in seinen 20 Jahren als Sportdirektor des BVB hat der 56-Jährige so manches brisante Duell erlebt, auch als Spieler kann ihm keiner das Wasser reichen. Mit 28 Klassikern ist er noch immer der Rekordspieler. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: Mats Hummels (derzeit 18 Klassiker) müsste schon mindestens bis zum 35. Lebensjahr weiterspielen, um ihn theoretisch als derzeit aktiver Rekordspieler einzuholen.