Der Klassiker bot in der Vergangenheit schon jede Menge Highlights - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Klassiker von A bis Z: Alles zur Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München

Zum 103. Mal findet am 7. Spieltag der Bundesliga-Saison 2020/21 der Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München statt. Beim Prestigeduell der beiden Schwergewichte kann es auch diesmal eine erste Weichenstellung im Titelkampf geben. bundesliga.de hat alles Wissenswerte dazu im "A bis Z" zusammengefasst.

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A WIE ANGSTGEGNER
In seiner Bundesliga-Geschichte kassierte der BVB gegen kein Team mehr Niederlagen als gegen die Bayern (48). 32 Mal blieben die Dortmunder gegen die Bayern ohne eigenen Treffer, so häufig wie gegen kein anders Bundesliga-Team. Umgekehrt erzielten die Bayern aber auch gegen Dortmund 22 Mal keinen eigenen Treffer. Kein Team hielt den Rekordmeister so häufig torlos wie der BVB.

B WIE BILANZ
Es ist schon der 103. Klassiker in der Bundesliga. Trotz der vielen intensiven Duelle: In der Gesamtbilanz liegt Bayern klar vorne: Von insgesamt 102 Bundesliga-Partien gewann der Rekordmeister 48 – also knapp die Hälfte. Dortmund ging 25 Mal als Sieger vom Platz bei 29 Remis. Langeweile muss beim Klassiker übrigens niemand befürchten. In den letzten zehn Jahren gab es nur eine Nullnummer. 3,2 Tore fallen im Schnitt bei dieser Partie. Und da liegt der Klassiker über dem Schnitt in der Bundesliga.

C WIE COACH
Kein Trainer hat den Klassiker so sehr geprägt wie Ottmar Hitzfeld. Der Erfolgscoach saß bei 26 der 102 Bundesliga-Klassiker auf der Trainerbank. 14 Mal bei den Bayern, zwölf Mal beim BVB. Zehn Mal ging sein Team als Sieger vom Platz. So viele Erfolge hat kein anderer Fußballlehrer im Klassiker vorzuweisen. Bei den Bayern teilt er sich den Rekord der meisten Klassiker als Trainer mit Jupp Heynckes, für den BVB saß Jürgen Klopp noch zwei Mal häufiger bei einem Bundesliga-Klassiker auf der Bank.

D WIE DUELL UM DIE SPITZE
Mit jeweils 15 Punkten führen die Bayern und Dortmund die Tabelle nach sechs Spieltagen an, wobei die Münchner aufgrund des besseren Torverhältnisses auf dem 1. Platz stehen. Klar ist: Der Gewinner des Klassikers am Samstagabend ist auch Tabellenführer! Bei einem Remis bliebe wohl der FCB vorne, weil Leipzig mit einem Kantersieg die deutlich schlechtere Tordifferenz wettmachen müsste.

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E WIE EFFEKTIV
Wenn einer bei Dortmund weiß, wie man die Bayern schlägt, dann ist es Lukasz Piszczek. Der Pole ist der BVB-Spieler, der im Dortmund-Trikot eine ausgeglichene Bundesliga-Bilanz gegen Bayern vorweisen kann. Piszczek kommt dabei im Dortmund-Dress auf sechs Siege, zwei Remis und sechs Niederlagen gegen den Rekordmeister. Bester Dortmunder Torschütze im Klassiker ist Marco Reus. Der Kapitän traf in elf Spielen als Dortmunder gegen den FC Bayern vier Mal. Bei Bayern gibt es keinen aktuellen Spieler, der eine negative Bilanz gegen den BVB hat.

F WIE FLICK
Hansi Flick hat als Cheftrainer des FC Bayern München bislang alle seine Spiele gegen Borussia Dortmund für sich entscheiden können: In der Bundesliga gab es einen 4:0- und einen 1:0-Sieg. Im Finale des Supercups 2020/21 holten sich Flick und seine Bayern mit einem 3:2-Sieg den Titel.

G WIE GEGENWART
Einmal gepatzt, ansonsten alle Aufgaben pflichtbewusst erledigt: So könnte das Zeugnis beider Konkurrenten in der Bundesliga bisher lauten. Borussia Dortmund gewann außer der 0:2-Niederlage beim FC Augsburg alle Spiele, der FC Bayern München ließ bisher nur beim 1:4 bei der TSG Hoffenheim Punkte liegen. Tabelle und Form: Die Konkurrenten begegnen sich im Klassiker auf Augenhöhe -

H WIE HUMMELS
Mats Hummels stand bislang in 22 Klassikern auf dem Platz (sechs Mal für Bayern, 16 Mal für Dortmund). Er hat die größte Klassiker-Erfahrung von allen aktiven Spielern. Um an Klassiker-Rekordspieler Michael Zorc (siehe Z) heranzukommen, muss der Innenverteidiger von Borussia Dortmund aber noch ein paar Spielzeiten dranhängen.

I WIE INTENSIV
Vor allem ab Mitte der neunziger Jahren war besonders viel Zündstoff in den Partien Dortmund gegen Bayern. Der BVB hatte 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Vormacht-Stellung der Bayern herausgefordert. Legendär etwa ist der Disput zwischen Lothar Matthäus und Andreas Möller in einem Duell 1995, als Matthäus seinem Gegenspieler Schauspielerei vorwarf und ihm mit einer abfälligen Geste die Tränen aus den Augen wischte. Auch immer in Erinnerung bleiben wird der "Biss" von Oliver Kahn in den Hals von Heiko Herrlich, der zuvor versucht hatte, den Bayern-Keeper mit dem Ball in der Hand über die Torlinie zu drücken. So richtig flogen die Fetzen dann aber am 7. April 2001, als es binnen 90 Minuten insgesamt drei Platzverweise und zehn Gelbe Karten hagelte. Bis heute sind die 13 Karten Bundesliga-Rekord für eine Partie.

J WIE JÜNGERE VERGANGENHEIT
Während Dortmund zu Hause zwei der letzten vier Klassiker gewann, gab es in der Allianz Arena in München zuletzt für die Schwarz-Gelben nicht viel zu holen. Der FCB gewann die letzten sechs Heimspiele allesamt. Fünf Mal in Folge erzielte Bayern dabei zuletzt vier Tore und mehr. Es trifft sich also gut für den BVB, dass der Rekordmeister nun ins Ruhrgebiet reisen muss.

K WIE KANTERSIEGE
In den letzten Jahren konnte Bayern gegen den BVB das ein oder andere Mal einen Kantersieg landen. 4:0 hieß es im vorletzten Bundesliga-Duell im November 2019, 5:0 im April 2019. In der Saison 2017/18 feierte der Rekordmeister am 28. Spieltag gar einen 6:0-Kantersieg mit einem Dreierpack von Lewandowski. Und am 8. Spieltag 2015/16, als Thomas Müller und Robert Lewandowski jeweils doppelt trafen, gewannen die Bayern 5:1. Der höchste Sieg datiert aber aus dem Jahr 1971: Unter anderem ein Viererpack von Gerd Müller und ein Doppelpack vom ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß sorgten für einen 11:1-Sieg der Bayern. Der BVB feierte höhere Siege gegen Bayern in den letzten Jahren vor allem in Pokalwettbewerben: In bester Erinnerung dürfte hier der 5:2-Erfolg beim DFB-Pokalfinale 2012 sein sowie das 4:2 im Supercup 2013. In der Bundesliga konnte Dortmund nur ein Mal mit vier Toren Unterschied gewinnen: Dieser Sieg (4:0) gelang am 3. Juni 1967.

L WIE LEWANDOWSKI
Keine Frage: Der Pole ist der Mr. Klassiker. Für Bayern trat er zwölf Mal, für Dortmund acht Mal im prestigeträchtigen Duell an. Dabei war er aber für Bayern deutlich erfolgreicher als für seinen ehemaligen Arbeitgeber. Während er für den BVB nur ein Mal in der Bundesliga traf, konnte er für Bayern gleich 16 Mal jubeln. Damit hat der Weltklasse-Torjäger den vormaligen Klassiker-Rekordschützen Gerd Müller überholt. Der steht bei 14 Toren – drei weniger als Lewandowski.

M WIE MEISTERSCHAFT
Oft war der Klassiker nicht zuletzt auch ein wegweisendes Duell um die Meisterschaft. Borussia Dortmund war die letzte Mannschaft, die Bayern München die Schale streitig machen konnte. 2011 und 2012 hatte der BVB die Nase vorn, seitdem wurden stets die Bayern Meister. In den letzten beiden Spielzeiten wurde jeweils der Klassiker am 28. Spieltag wegweisend für den späteren Titel der Bayern: 2019/20 siegten die Bayern durch ein Kimmich-Traumtor mit 1:0 in Dortmund und hatten nach 28 Spieltagen sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund, 2018/19 verdrängte der Rekordmeister durch ein klares 5:0 den BVB von der Tabellenspitze und wurde am Ende mit zwei Punkten Vorsprung Deutscher Meister.

N WIE NEULINGE
Für so manchen Akteur könnte es am Samstag zahlreiche Bundesliga-Debüts in Sachen Klassiker geben: Auf Seiten von Borussia Dortmund gehen beispielsweise Supertalent Jude Bellingham als auch Routinier Thomas Meunier unbelastet in das Duell, beim FC Bayern München sind es unter anderem die Neuzugänge Leroy Sane, Marc Roca, Bouna Sarr und Eric Maxim Choupo-Moting.

O WIE OLDIES
Mit den Bayern-Akteuren Manuel Neuer, Javi Martinez, Jerome Boateng, Robert Lewandowski, Thomas Müller, Eric-Maxim Choupo-Moting, Douglas Costa und den Dortmundern Marco Reus, Lukasz Piszczek, Axel Witsel, Marwin Hitz und Mats Hummels befinden sich gleich zwölf einsatzfähige Akteure für diese Partie jenseits der 30.

P WIE POKAL
Auch fernab der Bundesliga bot der Klassiker in den letzten Jahren viele Spektakuläre Partien. Alleine drei Mal stand man sich in diesem Jahrzehnt im DFB-Pokalfinale gegenüber (zwei Siege Bayern, ein Sieg Dortmund), gleich sechs Duelle gab es im Supercup  (vier Siege Bayern, zwei Dortmund). Unvergessen ist aber das Champions League Finale 2013 im Londoner Wembley Stadion, das Bayern durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 für sich entschied.

Q WIE QUALITÄT
Seit 2009, als der VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde, holte immer entweder der FC Bayern oder der BVB den Titel. Wobei die Münchner (neun) gegenüber der Borussia (zwei) eindeutig die Nase vorne haben.

R WIE REKORDE
Bis zum 100. Klassiker war Gerd Müller der Rekordtorschütze des Prestigeduells. In 19 Spielen für die Bayern gegen den BVB erzielte der "Bomber der Nation" stolze 14 Tore – Robert Lewandowski schloss im 100. Klassiker zunächst zu ihm auf, um kurz vor Schluss den Top-Torjäger der Bundesliga-Historie sogar noch zu überholen. Im 101. Klassiker legte der Pole dann sogar noch nach (17 Tore im Klassiker). Die meisten Siege im Klassiker gehen auf das Konto von Oliver Kahn. Er gewann 13 seiner 27 Anläufe.

S WIE SEITENWECHSEL
Viele Spieler sind vom einen Club zum anderen gewechselt: Neben den altbekannten Beispielen wie Thomas Helmer, Christian Nerlinger, Torsten Frings, Stefan Reuter, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann, die beide Trikots trugen, haben vor allem auch derzeit noch aktive Spieler die Seiten gewechselt. Bestes Beispiel: Robert Lewandowski, der 2014 vom BVB an die Isar wechselte, aber auch Sebastian Rode, der 2016 den umgekehrten Weg ging. Als doppelte Überläufer zählt Mario Götze, der vom BVB zu Bayern und wieder zurück wechselte. Übertroffen wird das aber noch von Mats Hummels: Er startete seine Profikarriere bei Bayern, spielte dann sieben Jahre für Dortmund, kehrte dann für weitere drei Jahre nach München zurück. Und seit Sommer 2019 hat der 31-Jährige schließlich wieder das BVB-Trikot an.

T WIE TORJÄGER
Robert Lewandowski war auch 2019/20 das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Mit 34 Treffern sicherte sich der Pole zum dritten Mal in Folge die Torjägerkanone in der Bundesliga. Seit der Rückrunde der vergangenen Saison hat Borussia Dortmund aber einen würdigen Gegenspieler: Erling Haaland. 18 Tore in 20 Bundesliga-Spielen stehen seit seinem Wechsel zum BVB für den Norweger zu Buche, der sich auf Anhieb zu einem der besten Stürmer in Europa entwickelt hat. Welcher Weltklassespieler kann dem richtungweisenden Duell um den Titel seinen Stempel aufdrücken?

U WIE UNBESIEGBARKEIT
Torsten Fink und Carsten Jancker spielten in der Bundesliga beide neun Klassiker ohne einen davon zu verlieren - kein Spieler in der Bundesliga-Historie mehr. Fink gewann sechs seiner neun Duelle (zudem drei Remis), für Jancker waren es vier Siege und fünf Remis. Für den BVB bestritt übrigens Ex-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die meisten Duelle gegen die Münchner ohne Niederlage (vier, alle Remis).

V WIE VIELSEITIGKEIT
In einem Klassiker muss man schon mal während des Spiels die Position wechseln. Und das nicht nur, weil der Trainer mit einem taktischen Kniff den Gegner verwirren will. Manchmal ist ein Wechsel auch unbeabsichtigt, etwa im November 2002, als Borussia Dortmunds Torhüter Jens Lehmann vom Platz gestellt wurde. Weil der BVB schon alle Wechsel durchgeführt hatte, musste Stürmer Jan Koller die ungewohnte Torwartposition übernehmen. Der Tscheche hielt seinen Kasten mehr als 20 Minuten lang sauber - trotzdem verlor Dortmund mit 1:2.

W WIE WELTWEITE AUFMERKSAMKEIT
Wenn es zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt, werden wieder Fußballfans auf der ganzen Welt gespannt zusehen. In der vergangenen Saison beispielsweise wurde das Hinspiel im Signal Iduna Park in über 200 Ländern live übertragen – das Interesse am ewig jungen Duell dürfte auch in diesem Jahr wieder ungebrochen sein, zumal das Rennen an der Spitze erneut enorm spannend ist.

X WIE XGOALS
Gerade offensiv zeigt sich der FC Bayern in Höchstform: 24 Saisontore nach nur sechs Spieltagen ist ein neuer Bundesliga-Rekord. Die gesammelten xG-Werte der Münchener zeigen, wie treffsicher Lewandowski, Gnabry und Co. waren. Eigentlich prognostizierten die Statistiken nur 15,8 Tore des FCB. Auf der Gegenseite hat die Flick-Elf auch mehr Tore kassiert als erwartet (neun Gegentore, xG-Wert: 6,6). Borussia Dortmund bewegt sich dagegen offensiv im erwartbaren Rahmen: 13 Saisontore stehen einem xG-Wert von 12,3 entgegen. Defensiv präsentiert sich der BVB sicherer, als die Statistiken vermuten lassen: Zwei Gegentore mussten die Dortmunder bei einem xG-Wert von 3,3 bisher hinnehmen.

Y WIE YOUNGSTER
Bei Bayern hat der 20-Jährige Alphonso Davies eine bemerkenswerte Entwicklung absolviert. Allerdings ist der Kanadier verletzt und fällt im Klassiker aus. Der jüngste eingesetzte Akteur dieser Spielzeit bei den Münchnern ist der im Februar 2003 geborene Jamal Musiala. Dortmunds 17-jähriger Neuzugang Jude Bellingham (geboren am 17. Juni 2003) ist sogar der jüngste eingesetzte Spieler der laufenden Spielzeit, auch der US-amerikanische Techniker Giovanni Reyna ist erst 17 Jahre jung,  er wird sechs Tage nach dem Klassiker volljährig.

Z WIE ZORC
Keiner kennt den Klassiker wohl so gut wie Michael Zorc. Nicht nur in seinen 20 Jahren als Sportdirektor des BVB hat der 56-Jährige so manches brisante Duell erlebt, auch als Spieler kann ihm keiner das Wasser reichen. Mit 28 Klassikern ist er noch immer der Rekordspieler. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: Mats Hummels (derzeit 22 Klassiker) müsste schon mindestens bis zum 35. Lebensjahr weiterspielen, um ihn theoretisch als derzeit aktiver Rekordspieler einzuholen.