Der Klassiker bot in der Vergangenheit schon jede Menge Highlights - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Klassiker von A bis Z: Alles zur Partie zwischen FC Bayern München und Borussia Dortmund

Zum 104. Mal findet am 24. Spieltag der Bundesliga-Saison 2020/21 der Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund statt. bundesliga.de hat alles Wissenswerte dazu im "A bis Z" zusammengefasst.

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A WIE ANGSTGEGNER
In seiner Bundesliga-Geschichte kassierte der BVB gegen kein Team mehr Niederlagen als gegen die Bayern (49). 32 Mal blieben die Dortmunder gegen die Bayern ohne eigenen Treffer, so häufig wie gegen kein anders Bundesliga-Team. Umgekehrt erzielten die Bayern aber auch gegen Dortmund 22 Mal keinen eigenen Treffer. Kein Team hielt den Rekordmeister so häufig torlos wie der BVB.

B WIE BILANZ
Es ist schon der 104. Klassiker in der Bundesliga. Trotz der vielen intensiven Duelle: In der Gesamtbilanz liegt Bayern klar vorne: Von insgesamt 103 Bundesliga-Partien gewann der Rekordmeister 49 – also knapp die Hälfte. Dortmund ging 25 Mal als Sieger vom Platz bei 29 Remis. Langeweile muss beim Klassiker übrigens niemand befürchten. In den letzten zehn Jahren gab es nur eine Nullnummer. 3,2 Tore fallen im Schnitt bei dieser Partie. Und da liegt der Klassiker über dem Schnitt in der Bundesliga.

C WIE COACH
Kein Trainer hat den Klassiker so sehr geprägt wie Ottmar Hitzfeld. Der Erfolgscoach saß bei 26 Bundesliga-Klassikern auf der Trainerbank. 14 Mal bei den Bayern, zwölf Mal beim BVB. Zehn Mal ging sein Team als Sieger vom Platz. So viele Erfolge hat kein anderer Fußballlehrer im Klassiker vorzuweisen. Bei den Bayern teilt er sich den Rekord der meisten Klassiker als Trainer mit Jupp Heynckes, für den BVB saß Jürgen Klopp noch zwei Mal häufiger bei einem Bundesliga-Klassiker auf der Bank.

D WIE DUELL
Ein direktes Duell um die Deutsche Meisterschaft wie so oft in der jüngeren Vergangenheit ist die Partie diesmal nicht. Die Bayern liegen mit 52 Punkten an der Tabellenspitze, Dortmund kämpft mit aktuell 39 Zählern (Rang 5) um den Anschluss an die Champions-League-Plätze.

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E WIE EFFEKTIV
Wenn einer bei Dortmund weiß, wie man die Bayern schlägt, dann ist es Lukasz Piszczek. Der Pole ist der BVB-Spieler, der im Dortmund-Trikot eine ausgeglichene Bundesliga-Bilanz gegen Bayern vorweisen kann. Piszczek kommt dabei im Dortmund-Dress auf sechs Siege, zwei Remis und sechs Niederlagen gegen den Rekordmeister (beim 2:3 im Hinspiel kam er nicht zum Einsatz). Bester Dortmunder Torschütze im Klassiker ist Marco Reus. Der Kapitän traf in elf Spielen als Dortmunder gegen den FC Bayern vier Mal. Bei Bayern gibt es keinen aktuellen Spieler, der eine negative Bilanz gegen den BVB hat.

F WIE FLICK
Hansi Flick hat als Cheftrainer des FC Bayern München bislang alle seine Spiele gegen Borussia Dortmund für sich entscheiden können: In der Bundesliga gab es einen 4:0- und einen 1:0-Sieg. Im Supercup 2020 holten sich Flick und seine Bayern mit einem 3:2-Sieg den Titel. Und in der Hinrunde feierten Flick und Co einen 3:2-Sieg in Dortmund.

G WIE GEGENWART
Mit jeweils zehn Punkten aus den letzten fünf Partien (je drei Siege, ein Remis und eine Niederlage) holten beide Teams nicht die optimale Ausbeute. Immerhin feierten Bayern (5:1 gegen Köln) und Dortmund (3:0 gegen Bielefeld) eine erfolgreiche Generalprobe vor dem direkten Duell.

H WIE HUMMELS
Mats Hummels stand bislang in 23 Klassikern auf dem Platz (sechs Mal für Bayern, 17 Mal für Dortmund). Er hat die größte Klassiker-Erfahrung von allen aktiven Spielern. Um an Klassiker-Rekordspieler Michael Zorc (siehe Z) heranzukommen, muss der Innenverteidiger von Borussia Dortmund aber noch ein paar Spielzeiten dranhängen.

I WIE INTENSIV
Vor allem ab Mitte der neunziger Jahren war besonders viel Zündstoff in den Partien Dortmund gegen Bayern. Der BVB hatte 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Vormacht-Stellung der Bayern herausgefordert. Legendär etwa ist der Disput zwischen Lothar Matthäus und Andreas Möller in einem Duell 1995, als Matthäus seinem Gegenspieler Schauspielerei vorwarf und ihm mit einer abfälligen Geste die Tränen aus den Augen wischte. Auch immer in Erinnerung bleiben wird der "Biss" von Oliver Kahn in den Hals von Heiko Herrlich, der zuvor versucht hatte, den Bayern-Keeper mit dem Ball in der Hand über die Torlinie zu drücken. So richtig flogen die Fetzen dann aber am 7. April 2001, als es binnen 90 Minuten insgesamt drei Platzverweise und zehn Gelbe Karten hagelte. Bis heute sind die 13 Karten Bundesliga-Rekord für eine Partie.

J WIE JÜNGERE VERGANGENHEIT
Während Dortmund zu Hause zwei der letzten fünf Klassiker gewann, gab es in der Allianz Arena in München zuletzt für die Schwarz-Gelben nicht viel zu holen. Der FCB gewann die letzten sechs Heimspiele allesamt. Fünf Mal in Folge erzielte Bayern dabei vier Tore und mehr.

K WIE KANTERSIEGE
In den letzten Jahren konnte Bayern gegen den BVB das ein oder andere Mal einen Kantersieg landen. 4:0 hieß es im vorletzten Bundesliga-Duell im November 2019, 5:0 im April 2019. In der Saison 2017/18 feierte der Rekordmeister am 28. Spieltag gar einen 6:0-Kantersieg mit einem Dreierpack von Lewandowski. Und am 8. Spieltag 2015/16, als Thomas Müller und Robert Lewandowski jeweils doppelt trafen, gewannen die Bayern 5:1. Der höchste Sieg datiert aber aus dem Jahr 1971: Unter anderem ein Viererpack von Gerd Müller und ein Doppelpack vom ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß sorgten für einen 11:1-Sieg der Bayern. Der BVB feierte höhere Siege gegen Bayern in den letzten Jahren vor allem in Pokalwettbewerben: In bester Erinnerung dürfte hier der 5:2-Erfolg beim DFB-Pokalfinale 2012 sein sowie das 4:2 im Supercup 2013. In der Bundesliga konnte Dortmund nur ein Mal mit vier Toren Unterschied gewinnen: Dieser Sieg (4:0) gelang am 3. Juni 1967.

L WIE LEWANDOWSKI
Keine Frage: Der Pole steht wie kaum ein anderer für den Klassiker! Für Bayern trat er zwölf Mal, für Dortmund acht Mal im prestigeträchtigen Duell an. Dabei war er aber für Bayern deutlich erfolgreicher als für seinen ehemaligen Arbeitgeber. Während er für den BVB nur ein Mal in der Bundesliga traf, konnte er für Bayern gleich 17 Mal jubeln. Damit hat der Weltklasse-Torjäger den vormaligen Klassiker-Rekordschützen Gerd Müller (14 Tore) überholt.

M WIE MEISTERSCHAFT
Oft war der Klassiker nicht zuletzt auch ein wegweisendes Duell um die Meisterschaft. Borussia Dortmund war die letzte Mannschaft, die Bayern München die Schale streitig machen konnte. 2011 und 2012 hatte der BVB die Nase vorn, seitdem wurden stets die Bayern Meister. In den letzten beiden Spielzeiten wurde jeweils der Klassiker am 28. Spieltag wegweisend für den späteren Titel der Bayern: 2019/20 siegten die Bayern durch ein Kimmich-Traumtor mit 1:0 in Dortmund und hatten nach 28 Spieltagen sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund, 2018/19 verdrängte der Rekordmeister durch ein klares 5:0 den BVB von der Tabellenspitze und wurde am Ende mit zwei Punkten Vorsprung Deutscher Meister.

N WIE NEULINGE
Nachdem in dieser Saison mit dem Supercup und dem Hinspiel schon zwei Klassiker stattgefunden haben, könnten Marc Roca und Eric Maxim Choupo-Moting auf Seiten des FCB sowie Youssoufa Moukoko und Mateu Morey auf Seiten des BVB ihre Premiere in dieser Paarung feiern.

O WIE OLDIES
Mit den Bayern-Akteuren Manuel Neuer, Javi Martinez, Jerome Boateng, Robert Lewandowski, Thomas Müller, Eric-Maxim Choupo-Moting, Douglas Costa und den Dortmundern Roman Bürki, Marwin Hitz, Mats Hummels, Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer, Axel Witsel und Marco Reus befinden sich gleich 14 Kader-Spieler beider Teams für diese Partie jenseits der 30.

P WIE POKAL
Auch fernab der Bundesliga bot der Klassiker in den letzten Jahren viele Spektakuläre Partien. Alleine drei Mal stand man sich in diesem Jahrzehnt im DFB-Pokalfinale gegenüber (zwei Siege Bayern, ein Sieg Dortmund), gleich sechs Duelle gab es im Supercup  (vier Siege Bayern, zwei Dortmund). Unvergessen ist aber das Champions League Finale 2013 im Londoner Wembley Stadion, das Bayern durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 für sich entschied.

Q WIE QUALITÄT
Seit 2009, als der VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde, holte immer entweder der FC Bayern oder der BVB den Titel. Wobei die Münchner (neun) gegenüber der Borussia (zwei) eindeutig die Nase vorne haben.

R WIE REKORDE
Bis zum 100. Klassiker war Gerd Müller der Rekordtorschütze des Prestigeduells. In 19 Spielen für die Bayern gegen den BVB erzielte der "Bomber der Nation" stolze 14 Tore – Robert Lewandowski schloss im 100. Klassiker zunächst zu ihm auf, um kurz vor Schluss den Top-Torjäger der Bundesliga-Historie sogar noch zu überholen - mittlerweile steht Lewy bei 18 Buden in dieser Paarung (17 für Bayern, 1 für Dortmund). Die meisten Siege im Klassiker gehen auf das Konto von Oliver Kahn. Er gewann 13 seiner 27 Anläufe.

S WIE SEITENWECHSEL
Viele Spieler sind vom einen Club zum anderen gewechselt: Neben den altbekannten Beispielen wie Thomas Helmer, Christian Nerlinger, Torsten Frings, Stefan Reuter, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann, die beide Trikots trugen, haben vor allem auch derzeit noch aktive Spieler die Seiten gewechselt. Bestes Beispiel: Robert Lewandowski, der 2014 vom BVB an die Isar wechselte, aber auch Sebastian Rode, der 2016 den umgekehrten Weg ging. Als doppelte Überläufer zählt Mario Götze, der vom BVB zu Bayern und wieder zurück wechselte. Übertroffen wird das aber noch von Mats Hummels: Er startete seine Profikarriere bei Bayern, spielte dann sieben Jahre für Dortmund, kehrte dann für weitere drei Jahre nach München zurück. Und seit Sommer 2019 hat der 31-Jährige schließlich wieder das BVB-Trikot an.

T WIE TORJÄGER
Robert Lewandowski ist auch 2020/21 das Maß aller Dinge, mit 28 Treffern führt der Pole die Torjägerliste der Bundesliga an. Seit der Rückrunde der vergangenen Saison hat Borussia Dortmund aber einen würdigen Gegenspieler: Erling Haaland. 30 Tore in 32  Bundesliga-Spielen stehen seit seinem Wechsel zum BVB für den Norweger zu Buche, der sich auf Anhieb zu einem der besten Stürmer in Europa entwickelt hat. Welcher Weltklassespieler kann dem richtungweisenden Duell um den Titel seinen Stempel aufdrücken?

U WIE UNBESIEGBARKEIT
Torsten Fink und Carsten Jancker spielten in der Bundesliga beide neun Klassiker ohne einen davon zu verlieren - kein Spieler in der Bundesliga-Historie mehr. Fink gewann sechs seiner neun Duelle (zudem drei Remis), für Jancker waren es vier Siege und fünf Remis. Für den BVB bestritt übrigens Ex-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die meisten Duelle gegen die Münchner ohne Niederlage (vier, alle Remis).

V WIE VIELSEITIGKEIT
In einem Klassiker muss man schon mal während des Spiels die Position wechseln. Und das nicht nur, weil der Trainer mit einem taktischen Kniff den Gegner verwirren will. Manchmal ist ein Wechsel auch unbeabsichtigt, etwa im November 2002, als Borussia Dortmunds Torhüter Jens Lehmann vom Platz gestellt wurde. Weil der BVB schon alle Wechsel durchgeführt hatte, musste Stürmer Jan Koller die ungewohnte Torwartposition übernehmen. Der Tscheche hielt seinen Kasten mehr als 20 Minuten lang sauber - trotzdem verlor Dortmund mit 1:2.

W WIE WELTWEITE AUFMERKSAMKEIT
Wenn es zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt, werden wieder Fußballfans auf der ganzen Welt gespannt zusehen. Die Partien werden regelmäßig in über 200 Ländern live übertragen – das Interesse am ewig jungen Duell dürfte auch in diesem Jahr wieder ungebrochen sein.

X WIE XGOALS
Gerade offensiv zeigt sich der FC Bayern in Höchstform: 62 Saisontore haben die Münchner erzielt. Und die gesammelten xG-Werte der Münchner zeigen, wie treffsicher Lewandowski und Co. bisher waren. Eigentlich prognostizierten die Statistiken nur 45,1 Tore des FCB. Borussia Dortmund bewegt sich dagegen offensiv im erwartbaren Rahmen: 44 selbst erzielte Saisontore stehen einem xG-Wert von 41,9 entgegen.

Y WIE YOUNGSTER
Bei Bayern hat Jamal Musiala zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, als er unmittelbar vor seinem 18. Geburtstag zu Bayerns jüngsten Torschützen in der Champions League wurde und sich dann auch noch für eine Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft entschied. Bei der Borussia sind die 20-Jährigen Erling Haaland und Jadon Sancho unumstrittene Stammspieler. Der 18-Jährige Giovanni Reyna und der 17-Jährige Jude Bellingham bekommen regelmäßig ihre Spielzeiten. Ein echter Paukenschlag könnte ein Einsatz von Super-Talent Youssoufa Moukoko werden, der sich in dieser Saison bereits als jüngster Spieler und Torschütze der Bundesliga in die Geschichtsbücher eingetragen hat.

Z WIE ZORC
Keiner kennt den Klassiker wohl so gut wie Michael Zorc. Nicht nur in seinen 20 Jahren als Sportdirektor des BVB hat der 56-Jährige so manches brisante Duell erlebt, auch als Spieler kann ihm keiner das Wasser reichen. Mit 28 Klassikern ist er noch immer der Rekordspieler. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: Mats Hummels (derzeit 23 Klassiker) müsste schon mindestens bis zum 35. Lebensjahr weiterspielen, um ihn theoretisch als derzeit aktiver Rekordspieler einzuholen.