Der Klassiker bot in der Vergangenheit schon jede Menge Highlights - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Klassiker von A bis Z: Alles zur Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayern München

Zum 105. Mal findet am 14. Spieltag der Bundesliga-Saison 2021/22 der Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München statt. bundesliga.de hat alles Wissenswerte dazu im "A bis Z" zusammengefasst.

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A WIE ANGSTGEGNER
In seiner Bundesliga-Geschichte kassierte der BVB gegen kein Team mehr Niederlagen als gegen die Bayern (50). 32 Mal blieben die Dortmunder gegen die Bayern ohne eigenen Treffer, so häufig wie gegen kein anders Bundesliga-Team. Umgekehrt erzielten die Bayern aber auch gegen Dortmund 22 Mal keinen eigenen Treffer. Kein Team hielt den Rekordmeister so häufig torlos wie der BVB.

B WIE BILANZ
Es ist schon der 105. Klassiker in der Bundesliga. Trotz der vielen intensiven Duelle: In der Gesamtbilanz liegt Bayern klar vorne: Von insgesamt 104 Bundesliga-Partien gewann der Rekordmeister 50 – also knapp die Hälfte. Dortmund ging 25 Mal als Sieger vom Platz bei 29 Remis. Langeweile muss beim Klassiker übrigens niemand befürchten. In den letzten zehn Jahren gab es nur eine Nullnummer. 3,2 Tore fallen im Schnitt bei dieser Partie. Und da liegt der Klassiker über dem Schnitt in der Bundesliga.

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C WIE COACH
Kein Trainer hat den Klassiker so sehr geprägt wie Ottmar Hitzfeld. Der Erfolgscoach saß bei 26 Bundesliga-Klassikern auf der Trainerbank. 14 Mal bei den Bayern, zwölf Mal beim BVB. Zehn Mal ging sein Team als Sieger vom Platz. So viele Erfolge hat kein anderer Fußballlehrer im Klassiker vorzuweisen. Bei den Bayern teilt er sich den Rekord der meisten Klassiker als Trainer mit Jupp Heynckes, für den BVB saß Jürgen Klopp noch zwei Mal häufiger bei einem Bundesliga-Klassiker auf der Bank.

D WIE DUELL
Ein direktes Duell um die Deutsche Meisterschaft war es oft in der jüngeren Vergangenheit. Auch diesmal empfängt der Tabellenzweite den Tabellenführer. Die Dortmunder liegen einen Zähler hinter den Bayern und könnten mit einem Sieg die Tabellenspitze erobern.

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E WIE EFFIZIENT
Kingsley Coman hat bislang alle seine sieben Klassiker in der Bundesliga gewonnen. Historisch bestritt kein anderer Spieler so viele Bundesliga-Klassiker und gewann immer. Und auch nur Thorsten Fink und Carsten Jancker absolvierten mehr Bundesliga-Klassiker (je neun) ohne einen einzigen davon zu verlieren.

F WIE FEHLSCHUSS
9. August 1986, Bayern – Dortmund 2:2. In seinem ersten Bundesliga-Spiel für Dortmund traf Frank Mill, nachdem er Jean-Marie Pfaff schon ausgespielt hatte, statt ins leere Tor an den Pfosten. Der bis heute berühmteste Pfostentreffer der Bundesliga-Geschichte.

G WIE GEGENWART
Beide Teams sind gut in Schuss: Die Bayern haben fünf der letzten sechs Spiele in der Bundesliga gewonnen, der BVB hat sogar sechs Siege aus den letzten sieben Partien geholt.

H WIE HUMMELS
Mats Hummels stand bislang in 24 Klassikern auf dem Platz (sechs Mal für Bayern, 18 Mal für Dortmund). Er hat die größte Klassiker-Erfahrung von allen aktiven Spielern. Um an Klassiker-Rekordspieler Michael Zorc (siehe Z) heranzukommen, muss der Innenverteidiger von Borussia Dortmund aber noch ein paar Spielzeiten dranhängen.

I WIE INTENSIV
Vor allem ab Mitte der neunziger Jahren war besonders viel Zündstoff in den Partien Dortmund gegen Bayern. Der BVB hatte 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Vormacht-Stellung der Bayern herausgefordert. Legendär etwa ist der Disput zwischen Lothar Matthäus und Andreas Möller in einem Duell 1995, als Matthäus seinem Gegenspieler Schauspielerei vorwarf und ihm mit einer abfälligen Geste die Tränen aus den Augen wischte. Auch immer in Erinnerung bleiben wird der "Biss" von Oliver Kahn in den Hals von Heiko Herrlich, der zuvor versucht hatte, den Bayern-Keeper mit dem Ball in der Hand über die Torlinie zu drücken. So richtig flogen die Fetzen dann aber am 7. April 2001, als es binnen 90 Minuten insgesamt drei Platzverweise und zehn Gelbe Karten hagelte. Bis heute sind die 13 Karten Bundesliga-Rekord für eine Partie.

J WIE JÜNGERE VERGANGENHEIT
Während es in München zuletzt für die Schwarz-Gelben nicht viel zu holen gab (sieben Bundesliga-Niederlagen in Folge) gibt es zumindest zu Hause Hoffnung für den BVB: Dortmund gewann vor eigener Kulisse immerhin zwei der letzten fünf Pflichtspiele gegen die Bayern.

K WIE KANTERSIEGE
In den letzten Jahren konnte Bayern gegen den BVB das ein oder andere Mal einen Kantersieg landen. 4:0 hieß es im vorletzten Bundesliga-Duell im November 2019, 5:0 im April 2019. In der Saison 2017/18 feierte der Rekordmeister am 28. Spieltag gar einen 6:0-Kantersieg mit einem Dreierpack von Lewandowski. Und am 8. Spieltag 2015/16, als Thomas Müller und Robert Lewandowski jeweils doppelt trafen, gewannen die Bayern 5:1. Der höchste Sieg datiert aber aus dem Jahr 1971: Unter anderem ein Viererpack von Gerd Müller und ein Doppelpack vom ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß sorgten für einen 11:1-Sieg der Bayern. Der BVB feierte höhere Siege gegen Bayern in den letzten Jahren vor allem in Pokalwettbewerben: In bester Erinnerung dürfte hier der 5:2-Erfolg beim DFB-Pokalfinale 2012 sein sowie das 4:2 im Supercup 2013. In der Bundesliga konnte Dortmund nur ein Mal mit vier Toren Unterschied gewinnen: Dieser Sieg (4:0) gelang am 3. Juni 1967.

L WIE LEWANDOWSKI
Keine Frage: Der Pole steht wie kaum ein anderer für den Klassiker! Für Bayern trat er zwölf Mal, für Dortmund acht Mal im prestigeträchtigen Duell an. Dabei war er aber für Bayern deutlich erfolgreicher als für seinen ehemaligen Arbeitgeber. Während er für den BVB nur ein Mal in der Bundesliga traf, konnte er für Bayern gleich 20 Mal jubeln. Damit hat der Weltklasse-Torjäger auch längst den vormaligen Klassiker-Rekordschützen Gerd Müller (14 Tore) überholt.

M WIE MEISTERSCHAFT
Oft war der Klassiker nicht zuletzt auch ein wegweisendes Duell um die Meisterschaft. Borussia Dortmund war die letzte Mannschaft, die Bayern München die Schale streitig machen konnte. 2011 und 2012 hatte der BVB die Nase vorn, seitdem wurden stets die Bayern Meister. In den letzten Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 wurde jeweils der Klassiker am 28. Spieltag wegweisend für den späteren Titel der Bayern: 2020 siegten die Bayern durch ein Kimmich-Traumtor mit 1:0 in Dortmund und hatten nach 28 Spieltagen sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund, 2019 verdrängte der Rekordmeister durch ein klares 5:0 den BVB von der Tabellenspitze und wurde am Ende mit zwei Punkten Vorsprung Deutscher Meister.

N WIE NEULINGE
Für die beiden Coaches Julian Nagelsmann und Maco Rose steht nach dem Supercup im August der erste Klassiker in der Bundesliga an. Auf Seiten der Spieler könnten Jamal Musiala, Dayot Upamecano, Omar Richards, Marc Roca, Marcel Sabitzer, Tanguy Nianzou und Josip Stanisic auf Seiten der Bayern sowie Gregor Kobel, Yousouffa Moukoko, Donyell Malen, Angsar Knauff und Marin Pongracic ihrer Klassiker-Premiere in der Bundesliga feiern.

O WIE OLDIES
Mit den Bayern-Akteuren Manuel Neuer, Sven Ulreich, Robert Lewandowski, Thomas Müller, Eric-Maxim Choupo-Moting und den Dortmundern Marwin Hitz, Roman Bürki, Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Axel Witsel, Thomas Meunier und Marco Reus befinden sich gleich zwölf Kader-Spieler beider Teams für diese Partie jenseits der 30.

P WIE POKAL
Auch fernab der Bundesliga bot der Klassiker in den letzten Jahren viele Spektakuläre Partien. Alleine drei Mal stand man sich in den 2010er-Jahren im DFB-Pokalfinale gegenüber (zwei Siege Bayern, ein Sieg Dortmund), gleich acht Duelle gab es seit 2012 im Supercup  (fünf Siege Bayern, drei Dortmund). Unvergessen ist aber das Champions League Finale 2013 im Londoner Wembley Stadion, das Bayern durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 für sich entschied.

Q WIE QUALITÄT
Seit 2009, als der VfL Wolfsburg Deutscher Meister wurde, holte immer entweder der FC Bayern oder der BVB den Titel. Wobei die Münchner (zehn) gegenüber der Borussia (zwei) eindeutig die Nase vorne haben.

R WIE REKORDE
Bis zum 100. Klassiker war Gerd Müller der Rekordtorschütze des Prestigeduells. In 19 Spielen für die Bayern gegen den BVB erzielte der "Bomber der Nation" stolze 14 Tore – Robert Lewandowski schloss im 100. Klassiker zunächst zu ihm auf, um kurz vor Schluss den Top-Torjäger der Bundesliga-Historie sogar noch zu überholen - mittlerweile steht Lewy bei 21 Buden in dieser Paarung (20 für Bayern, 1 für Dortmund). Die meisten Siege im Klassiker gehen auf das Konto von Oliver Kahn. Er gewann 13 seiner 27 Anläufe. Zu ihm könnte Thomas Müller nach dieser Begegnung aufschließen.

S WIE SEITENWECHSEL
Viele Spieler sind vom einen Club zum anderen gewechselt: Neben den altbekannten Beispielen wie Thomas Helmer, Christian Nerlinger, Torsten Frings, Stefan Reuter, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann, die beide Trikots trugen, haben vor allem auch derzeit noch aktive Spieler die Seiten gewechselt. Bestes Beispiel: Robert Lewandowski, der 2014 vom BVB an die Isar wechselte, aber auch Sebastian Rode, der 2016 den umgekehrten Weg ging. Als doppelte Überläufer zählt Mario Götze, der vom BVB zu Bayern und wieder zurück wechselte. Übertroffen wird das aber noch von Mats Hummels: Er startete seine Profikarriere bei Bayern, spielte dann sieben Jahre für Dortmund, kehrte dann für weitere drei Jahre nach München zurück. Und seit Sommer 2019 hat der 31-Jährige schließlich wieder das BVB-Trikot an.

T WIE TORJÄGER
Robert Lewandowski ist auch 2021/22 das Maß aller Dinge, mit 14 Treffern führt der Pole die Torjägerliste der Bundesliga an. Seit Anfang 2020 hat Borussia Dortmund aber einen würdigen Gegenspieler: Erling Haaland. Sagenhafte 50 Tore in 50 Bundesliga-Spielen stehen seit seinem Wechsel zum BVB für den Norweger zu Buche, der sich auf Anhieb zu einem der besten Stürmer in Europa entwickelt hat. Auch bis zu seiner Muskelverletzung Mitte Oktober standen beide in der Torjägerliste gleichauf, nun ist Haaland mit zehn Toren in der Verfolgerrolle.

U WIE UNBESIEGBARKEIT
Torsten Fink und Carsten Jancker spielten in der Bundesliga beide neun Klassiker ohne einen davon zu verlieren - kein Spieler in der Bundesliga-Historie mehr. Fink gewann sechs seiner neun Duelle (zudem drei Remis), für Jancker waren es vier Siege und fünf Remis. Für den BVB bestritt übrigens Ex-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die meisten Duelle gegen die Münchner ohne Niederlage (vier, alle Remis).

V WIE VIELSEITIGKEIT
In einem Klassiker muss man schon mal während des Spiels die Position wechseln. Und das nicht nur, weil der Trainer mit einem taktischen Kniff den Gegner verwirren will. Manchmal ist ein Wechsel auch unbeabsichtigt, etwa im November 2002, als Borussia Dortmunds Torhüter Jens Lehmann vom Platz gestellt wurde. Weil der BVB schon alle Wechsel durchgeführt hatte, musste Stürmer Jan Koller die ungewohnte Torwartposition übernehmen. Der Tscheche hielt seinen Kasten mehr als 20 Minuten lang sauber - trotzdem verlor Dortmund mit 1:2.

W WIE WELTWEITE AUFMERKSAMKEIT
Wenn es zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt, werden wieder Fußballfans auf der ganzen Welt gespannt zusehen. Die Partien werden regelmäßig in über 200 Ländern live übertragen – das Interesse am ewig jungen Duell dürfte auch in diesem Jahr wieder ungebrochen sein.

X WIE XGOALS
Gerade offensiv zeigt sich der FC Bayern in Höchstform: 42 Saisontore haben die Münchner erzielt. Und die gesammelten xG-Werte der Münchner zeigen, wie treffsicher Lewandowski und Co. bisher waren. Eigentlich prognostizierten die Statistiken nur 40 Tore des FCB.  Borussia Dortmund agiert bisher sogar noch effizienter: 33 selbst erzielte Saisontore stehen einem xG-Wert von 26,9 entgegen. Mit 6,1 Toren über xGoals liegen die Schwarz-Gelben damit ligaweit hinter Bayer Leverkusen (+7) auf Rang zwei. Dahinter folgen schon die Bayern mit +2.

Y WIE YOUNGSTER
Bei Bayern hat es mit Jamal Musiala seit vielen Jahren mal wieder ein Spieler aus der eigenen Jugend geschafft, sich im Profiteam zu etablieren. Der 18-Jährige ist inzwischen sogar fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Beim BVB hat sich der vier Monate jüngere Jude Bellingham inzwischen nicht nur als Stamm- sondern sogar als zentraler Führungsspieler etabliert. Und auf den 16-Jährigen Youssoufa Moukoko, der jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte, wartet die Klassiker-Premiere in der Bundesliga.

Z WIE ZORC
Keiner kennt den Klassiker wohl so gut wie Michael Zorc. Nicht nur in seinen 20 Jahren als Sportdirektor des BVB hat der 56-Jährige so manches brisante Duell erlebt, auch als Spieler kann ihm keiner das Wasser reichen. Mit 28 Klassikern ist er noch immer der Rekordspieler. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: Mats Hummels (derzeit 24 Klassiker) müsste schon mindestens bis zum 35. Lebensjahr weiterspielen, um ihn theoretisch als derzeit aktiver Rekordspieler einzuholen.