Köln - Der FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen haben den Vorwärtsgang Richtung Europa wiedergefunden, Borussia Dortmund siegt im Borussen-Duell in Mönchengladbach dank einer Ko-Produktion des Trios Götze-Schürrle-Reus, Nils Petersen schießt den SC Freiburg zum Sieg und sich selbst zum Torjubiläum, der 1. FSV Mainz 05 atmet dank des ersten Auswärtssiegs seit fast einem Jahr im Abstiegskampf etwas durch und Frankfurt schiebt sich erstmals 2017/18 auf Platz drei. Darüber spricht die Bundesliga nach dem 23. Spieltag.

1) Bayer und S04 marschieren wieder Richtung Europa

Nach dem Schlusspfiff atmete Domenico Tedesco erst einmal durch – der FC Schalke 04 hatte die TSG Hoffenheim mit 2:1 besiegt und eine vor allem in ersten Halbzeit starke Leistung durch einen wichtigen Erfolg gekrönt. Durch den sechsten Heimsieg dieser Saison hat Königsblau nun sechs Punkte Vorsprung auf die TSG. „Wir haben insgesamt eine Mannschaft auf dem Feld gesehen, die unbedingt gewinnen wollte. Diese Leidenschaft hat man heute gesehen“, war S04-Sportvorstand Christian Heidel froh über den Auftritt seines Teams.

Wie die Knappen ist auch Bayer 04 Leverkusen in die Erfolgsspur zurückgekehrt und konnte wichtige Punkte im Kampf um einen Platz im Europapokal sammeln. Beim 2:1 in Hamburg war einmal mehr Leon Bailey ein wichtiger Mann für die Werkself. Das 1:0 erzielte der Jamaikaner selbst, den entscheidenden zweiten Treffer von Kai Havertz leitete der Außenstürmer ein. „Unser Sieg geht schon in Ordnung“, befand der Torschütze zum 2:0. Und wie Schalke musste Bayer in der Schlussphase noch um Erfolg zittern, doch am Ende gingen die drei Zähler an den Rhein.

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Mit seinem Tor zum 1:0 bringt Leon Bailey Bayer 04 Leverkusen in Hamburg auf Erfolgskurs
Mit seinem Tor zum 1:0 bringt Leon Bailey Bayer 04 Leverkusen in Hamburg auf Erfolgskurs © gettyimages / Martin Rose

2) BVB-Trio entscheidet Borussen-Duell

Lang hatten die Fans von Borussia Dortmund darauf warten müssen: In Mönchengladbach stand das Dreigestirn aus Mario Götze, Marco Reus und André Schürrle erstmals zusammen in der BVB-Startelf. Zuletzt war das Trio im Januar 2017 in Mainz auf dem Platz aktiv. Das nahezu blinde Verständnis der drei Freunde zahlte sich in der ersten Halbzeit aus: Götze setzte Schürrle mit einem langen Pass perfekt in Szene, der Außenstürmer flankte auf Reus, der mit einem traumhaften Schuss BMG-Keeper Yann Sommer keine Chance ließ. Am Ende sollte dieser Geniestreich das goldene Tor des Tages sein.

Großen Anteil daran hatte aber auch ein anderer Dortmunder Akteur, der nicht immer im Fokus des Interesse steht: BVB-Torwart Roman Bürki hielt besonders in der zweiten Halbzeit den Auswärtssieg mit mehreren Glanzparaden fest. Mit elf Paraden stellte der Schweizer Schlussmann einen neuen ligaweiten Saisonrekord auf. Durch den dritten Bundesliga-Sieg in Folge macht die 2018 noch ungeschlagene Borussia einen wichtigen Schritt in Richtung erneuter Champions-League-Qualifikation. Bis zum Montagspiel rückt der BVB auf den zweiten Tabellenplatz vor und ist erst einmal erster Bayern-Verfolger.

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Ein Traumtor zur Führung: Marco Reus überwindet Gladbachs Keeper Yann Sommer mit einem Geniestreich
Ein Traumtor zur Führung: Marco Reus überwindet Gladbachs Keeper Yann Sommer mit einem Geniestreich © imago / Horstmüller

3) Petersen vom Punkt zum Jubiläum

Für Nils Petersen gab es am Samstag im Duell gegen seinen Ex-Club Werder Bremen gleich dreifachen Grund zur Freude: Sein Treffer per Foulelfmeter in der 24. Spielminute reichte dem SC Freiburg zum wichtigen Heimsieg gegen die Hanseaten, der dem Sport-Club im Abstiegskampf etwas Luft verschaffte. Dazu stellte Petersen mit seinem bereits elften Saisontor seinen persönlichen Rekord ein – und feierte dazu ein besonderes Jubiläum: Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber erzielte Petersen seinen 50. Bundesliga-Treffer.

Und es hätte noch besser laufen können für den Kapitän der Breisgauer: Wenige Augenblicke vor dem Abpfiff wurde Petersen von Bremens Verteidiger Vejlkovic im Sechzehner gefoult: Elfmeter! Doch statt dem sicheren Schützen, der bereits das 1:0 erzielt hatte, trat Jannik Haberer an – und vergab prompt. Warum nicht Petersen? Ganz einfach: „Ich hätte gern geschossen, ich hatte einen Krampf“, gab der 29-Jährige zu Protokoll, der zuvor ziemlich viel Laufarbeit verrichten musste. Kaum verwunderlich, dass er gerade dafür ein Lob seines Trainers erhielt: „Er hat gearbeitet wie ein Berserker“, formulierte es Christian Streich martialisch.

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Per Elfmeter schießt Nils Petersen den SC Freiburg zum Heimsieg gegen Werder Bremen
Per Elfmeter schießt Nils Petersen den SC Freiburg zum Heimsieg gegen Werder Bremen © imago / Nordphoto

4) Mainz schüttelt Fastnachtskater ab

17 Auswärtsspiele lang musste der 1. FSV Mainz 05 in der Bundesliga warten, ehe die Rheinhessen auf fremdem Platz wieder einen Erfolg einfahren durften. Das überzeugende 2:0 bei Hertha BSC am Freitagabend war der erste Auswärtsdreier seit dem 27. Februar 2017, als die Nullfünfer bei Bayer 04 Leverkusen ebenfalls mit 2:0 gewinnen konnten. Nach der bitteren Niederlage am Fastnachtswochenende schüttelte die Karnevalshochburg zwei Tage nach Aschermittwoch den Kater ab. „Wir haben gesehen, dass wir es noch können“, sagte 05-Kapitän Stefan Bell angesichts von zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie.

Umjubelter Held in der Hauptstadt war Angreifer Robin Quaison: Der Schwede brachte die Mainzer kurz vor der Halbzeit in Führung und erzielte auch nach dem Seitenwechsel den Treffer zum Endstand. "Es war schön, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Ich bin sehr glücklich darüber", sagte der Doppelpacker, der zusammen mit Sturmkollege Emil Berggreen für ordentlich Wirbel gesorgt hatte: "Der Sieg war sehr wichtig für den ganzen Klub, für uns Spieler, für die Anhänger, für jeden der in Mainz lebt. Wir haben nun gezeigt, dass wir auch auswärts gegen ein gutes Team gewinnen können!“

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Mit dem 2:0 brachte Robin Quaison den Mainzer Auswärtssieg in Berlin unter Dach und Fach
Mit dem 2:0 brachte Robin Quaison den Mainzer Auswärtssieg in Berlin unter Dach und Fach © imago / Jan Huebner

5) Frankfurt auf Champions-League-Kurs

Nach dem 2:1-Sieg im Verfolgerduell gegen RB Leipzig hat sich Eintracht Frankfurt erstmals in dieser Saison auf Platz 3 geschoben und ist damit der große Gewinner des Spieltags. Mit nunmehr sieben Punkten Abstand auf Platz 7 hat die Eintracht zumindest beste Chancen, im nächsten Jahr europäisch zu spielen. Garant für den Erfolg war abermals eine mehr als reife Defensiv-Leistung. In der intensiven Partie gab es jedoch auch acht Verwarnungen – Höchstwert in dieser Saison. Die Top-Form von Frankfurt spiegelt sich auch in der Rückrundentabelle wieder: Dort liegt die Elf von Niko Kovac hinter den Bayern sogar auf Platz 2.

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