Starker Hennings, Bayern-Sieg im Klassiker, Fohlen an der Spitze - darüber spricht die Bundesliga nach dem 11. Spieltag - © imago images
Starker Hennings, Bayern-Sieg im Klassiker, Fohlen an der Spitze - darüber spricht die Bundesliga nach dem 11. Spieltag - © imago images
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11. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Borussia Mönchengladbach bleibt Tabellenführer, der FC Bayern München demonstriert im Klassiker gegen Borussia Dortmund Stärke und Timo Werner ist aktuell kaum zu bremsen – das sind die Themen des 11. Spieltags.

1) FC Bayern setzt im Klassiker ein Ausrufezeichen

Der FC Bayern München hat sich im Klassiker nach der Niederlage in Frankfurt beeindruckend zurückgemeldet und Borussia Dortmund 4:0 besiegt. Im ersten Bundesliga-Spiel unter Interimstrainer Hansi Flick zeigten die Münchner eine starke Leistung, erspielten sich vorne Chance um Chance (18 Torschüsse) und ließen hinten lediglich einen Torschuss zu.

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Wieder mal überragte beim Bayern-Spektakel Robert Lewandowski. Der Torjäger schnürte einen Doppelpack, erzielte damit sein 15. und 16. Saisontor. Er stellte gleich eine Reihe neuer Rekorde auf: Unter anderem wurde Lewandowski zum ersten Bundesliga-Spieler, der an elf Spieltagen in Folge traf, zum ersten mit 16 Saisontreffern nach elf Spieltagen und zum alleinigen FCB-Rekordtorschützen im Klassiker.

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Flick betreut den Rekordmeister nun „bis auf weiteres“. „Das war meine Aufgabe“, sagte er im Anschluss nüchtern. Und: „Die Mannschaft hat gewusst, dass sie in der Pflicht ist.“ Pflicht erfüllt!

Weiterhin an der Spitze der Bundesliga: Borussia Mönchengladbach - imago images/Jan Huebner

2) Tabellenführer Mönchengladbach weiter in Topform

Borussia Mönchengladbach hat auch den SV Werder Bremen besiegt und steht damit in der Tabelle weiter vier Punkte vor dem ersten Verfolger RB Leipzig (punktgleich mit dem FC Bayern). Gegen Bremen spielte Mönchengladbach stark auf, Patrick Herrmann schnürte beim 3:1 einen Doppelpack.

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Die Borussia gewann somit sieben der letzten acht Spiele und schreibt weiter Rekordzahlen: 25 Zähler nach elf Partien verbuchten die Fohlen letztmals vor 32 Jahren, fünf Spieltage in Folge auf Platz eins stand das Team seit der Meistersaison 1976/77 nicht mehr.

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„Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns“, erklärte Yann Sommer anschließend, der Torwart hatte beim Stand von 2:0 einen Elfmeter pariert und gehörte damit zu den Matchwinnern. „Jetzt können wir ein bisschen durchatmen“, sagte Coach Marco Rose.

Drei Torbeteiligungen gegen Hertha: Timo Werner - imago images/Jan Huebner

3) Timo Werner ist nicht zu bremsen

Unter der Woche plagten ihn noch muskuläre Probleme, so dass er bei der Champions-League-Partie gegen Zenit St. Petersburg zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Doch das hielt Timo Werner nicht davon ab, seine perfekte Woche zu krönen. Nachdem er bereits am 10. Spieltag beim 8:0-Kantersieg gegen Mainz an sechs Toren direkt beteiligt war, legte er beim 4:2-Triumph gegen die Hertha noch einmal drei Torbeteiligungen (Doppelpack und ein Assist) nach.

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In den letzten vier Pflichtspielen traf der Nationalspieler damit sieben Mal, in der Bundesliga ist er mit nunmehr elf Treffern der erste Verfolger von Robert Lewandowski. RB Leipzig verweilt nun auch dank Werners Leistungen über die Länderspielpause auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit seinem noch sehr jungen Alter von gerade einmal 23 Jahren steht Werner übrigens schon vor einem Meilenstein: Die kommende Partie gegen Köln wird voraussichtlich sein 200. Bundesliga-Spiel sein.

Glich drei Mal für Fortuna Düsseldorf aus: Rouwen Hennings - imago images/Jan Huebner

4) Rouwen Hennings trifft dreifach

Drei Treffer - pardon: drei ganz wichtige Treffer - waren Rouwen Hennings beim 3:3 von Fortuna Düsseldorf auf Schalke gelungen. Dreimal waren die Königsblauen jeweils in Führung gegangen, dreimal glich der 32-Jährige den Rückstand wieder aus. Der Angreifer der Landeshauptstädter ist damit der erste Bundesliga-Spieler, dem dieses Kunststück gelungen ist. Trotzdem, und auch trotz seiner Leistung, mit der er sich vollends in den Dienst seiner Mannschaft gestellt hatte, blieb er bescheiden: "Ich möchte mich gar nicht groß rausheben", sagte er nach seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga.

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Das Sonderlob kam ohnehin vom Trainer: "Rouwen trifft, wie er will. Traumwandlerisch", schwärmte Friedhelm Funkel nach dem Remis auf Schalke. Dreimal hatten Daniel Caligiuri (33.), Ozan Kabak (67.) und Suat Serdar (79.) mit ihren Toren versucht, Fortuna Düsseldorf niederzudrücken - dreimal stand Hennings auf und knallte jenen Ball, den er später mitnahm, zum Ausgleich rein. Zuerst per Hand-Elfmeter (62.), zweimal sehenswert nach tollen Angriffen (73./85.). "Es ist ein geiles Gefühl, Tore zu schießen", kommentierte Hennings seinen Dreierpack knapp. Da hatte er sich längst den Ball geschnappt - denn so ist es in der Bundesliga Usus, wenn ein Spieler dreimal ins Schwarze trifft. Wo diese Trophäe zuhause stehen soll, wisse er jedoch noch nicht. "Ich habe einen, nun ja, Karton. Für wichtige Trikots und so", sagte der Held des Tages, "da kommt er rein." Fest stehe nur: "Diesen Ball dürfen meine Kinder nur angucken."

Erzielte den Last-Minute-Treffer für die TSG: Jürgen Locadia - imago images/Jan Huebner

5) Vereinsrekord für die TSG: Hoffenheim macht das halbe Dutzend voll

Das halbe Dutzend ist voll für die TSG 1899 Hoffenheim: Beim Last-Minute-Erfolg in Köln fuhren die Kraichgauer den sechsten Sieg in Serie ein – Vereinsrekord für das Team der Stunde in der Bundesliga, die zwischenzeitlich dank des Strafstoß-Treffers von Jürgen Locadia in der achten Minute der Nachspielzeit sogar auf den zweiten Tabellenplatz springen konnten. „Wenn man das Spiel am Ende so gewinnt, kann man natürlich von Glück sprechen“, konstatierte TSG-Coach Alfred Schreuder nach dem 2:1-Sieg am Freitagabend: „Wir sind auch heute sehr glücklich mit dem Sieg. Wir freuen uns sehr, wie die Jungs auf dem Platz stehen. Wir haben heute gegen einen sehr starken Gegner gespielt.“

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Damit lag Schreuder keinesfalls falsch, denn der 1. FC Köln machte es Hoffenheim nicht leicht. Jhon Cordoba (34.) schoss die „Geißböcke“, die vor allem kämpferisch zu überzeugen wussten, in Führung, die der in der Pause eingewechselte Sargis Adamyan (47.) direkt nach dem Seitenwechsel egalisieren konnte. „Heute war es harte Arbeit. Ich denke, dass ein Unentschieden verdient gewesen wäre“, erklärte der Torschütze zum 1:1. Dass es nicht so kam, lag auch daran, dass der Armenier in der Nachspielzeit einen Schritt vor dem Kölner Dominick Drexler am Ball war und strafstoß-würdig gefoult wurde. „Unsere Siegermentalität ist einfach super. Wir wollen immer gewinnen“, so Adamyan. Das erledigte dann Locadia in der 98. Minute – und schoss die TSG zum Vereinsrekord.