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Die Führter Mannschaft feiern das Erreichen der Relegation mit ihren Fans
Die Führter Mannschaft feiern das Erreichen der Relegation mit ihren Fans - © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
Die Führter Mannschaft feiern das Erreichen der Relegation mit ihren Fans - © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera
2. Bundesliga

Greuther Fürth hat sich "Leben eingehaucht"

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Die SpVgg Greuther Fürth musste Fortuna Düsseldorf mit drei Toren Unterschied schlagen, um sich wenigstens noch in die Relegation zu retten. Und genau das tat das Kleeblatt. Mit einem beherzten 3:0 hielt sich Fürth am letzten Spieltag am Leben.

Es gibt Spiele, nach denen man über Taktik spricht. Über Chancenverwertung oder Tabellenrechnungen. Und es gibt diese Abende, an denen es um viel mehr geht. Um das nackte sportliche Überleben.

Nicht, dass die SpVgg Greuther Fürth vor diesem letzten Spieltag schon "tot" gewesen wäre, doch das Kleeblatt ging mit der schwierigsten Ausgangslage aller Abstiegs-Konkurrenten in das Duell mit Fortuna Düsseldorf. Coach Heiko Vogel sprach schon vor dem Spiel davon, dass dieses Duell weit über Fußball hinausgeht. Dass daran Schicksale hängen – "nicht nur rund um das Spielfeld, sondern auch auf der Geschäftsstelle." Und von Beginn an spielte Fürth genau so: mit Herz.

Ein Lebenszeichen17.05.2026

"Erstens: Wir leben. Zweitens: Wir leben"

Die drei Treffer noch vor der Pause wirkten wie ein Defibrillator für einen ganzen Verein. Während parallel die Ergebnisse aus Schalke und Bielefeld verfolgt wurden, schwankte der Puls aller, die das Kleeblatt auf der Brust tragen. Ein einziges weiteres Tor hätte sogar noch zur direkten Rettung gereicht. Doch dieses eine Tor fiel nicht mehr. Trotzdem überwog nach Abpfiff nicht die Enttäuschung, sondern das Gefühl, sich eine neue Chance erkämpft zu haben.

"Erstens: Wir leben. Zweitens: Wir leben, weil meine Mannschaft fulminant ist“, sagte Vogel nach dem Spiel. Doch das Leben ist eben kein Ronhof, deshalb zeigte der Fürther Trainer auch großes Mitgefühl für die Gegenseite: "Drittens will ich eigentlich nicht mehr sagen dazu, weil es für mich jetzt auch kein schönes Gefühl ist, hier sitzen zu dürfen, wenn ich weiß, dass in der anderen Kabine ein Ziel nicht erreicht wurde. Das bitterste im Leben eines Sportlers."

"Nur noch Viertens: Erreicht haben wir auch noch nichts. Wir haben uns Leben eingehaucht, es sind nochmal zwei Endspiele, da wollen wir unsere Chance nutzen," fügte Vogel hinzu.

Fußball in einem Bild: Erleichterung, Respekt und Mitgefühl – Felix Klaus und Emmanuel Iyoha nach dem Schlusspfiff. - DFL/Getty Images / DFL/Getty Images

"Fußball ist einfach verrückt"

In den beiden Endspielen geht es jetzt gegen Rot-Weiss Essen. Das Hinspiel steigt am Freitag in Essen, die Entscheidung fällt dann Dienstag in Fürth. Zwei Spiele, in denen das Kleeblatt den Klassenerhalt endgültig sichern kann.

1:0-Torschütze Felix Klaus sprach davon, wie "verrückt" Fußball sein kann. Torschützenkönig Noel Futkeu davon, dass die Mannschaft immer an sich geglaubt habe und ihr Coach lobte: "Die Jungs sind mega. Für mich keine Überraschung, weil ich sehe, wie es unter der Woche war, wie sie gearbeitet haben. Großes Kompliment, großes Lob. Ich ziehe alle Hüte der Welt."

Das Kleeblatt sendete an diesem Nachmittag ein deutliches Lebenszeichen. Fürth lebt – bis zum letzten Atemzug!