Biada zieht einen Freistoß von halblinks rechts an der Mauer vorbei - Esser legt sich den Ball selbst oben ins Tor - © Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel
Biada zieht einen Freistoß von halblinks rechts an der Mauer vorbei - Esser legt sich den Ball selbst oben ins Tor - © Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel
2. Bundesliga

Der SV Sandhausen dreht die Partie und bezwingt Hannover 96 mit 4:2

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Der SV Sandhausen hat einen 1:2-Rückstand in Hälfte zwei in ein 4:2 (1:1) umgemünzt und drei immens wichtige Punkte gegen Hannover 96 eingefahren. Die Tore in der Kurpfalz besorgten Julius Biada (26.), Kevin Behrens per Doppelpack (68./90.) sowie Daniel Keita-Ruel (81.) für den SVS, Florent Muslija (42.) und Valmir Sulejmani (63.) für die Niedersachsen. Durch den Dreier rutschen die Sandhäuser über den Strich auf Platz 15, 96 steht nun auf Rang elf.

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Im Duell zwischen dem SV Sandhausen und Hannover 96 standen sich zwei Cheftrainer gegenüber, die eine gemeinsame Zeit beim SVS verbindet. SVS-Coach Gerhard Kleppinger fungierte in Kenan Kocaks Amtszeit von 2016 bis 2018 bei den Kurpfälzern als Co-Trainer. Beide vertrauten nach vorherigen erfolgreichen Spielen derselben Startelf.

Den ersten Abschluss hatte 96 durch Genki Haraguchi, der von links nach innen zog und SVS-Keeper Stefanos Kapino warmschoss (3.). In der 14. Spielminute musste Kocak bereits Simon Falette ins Spiel bringen, weil sich Marcel Franke mutmaßlich eine Muskelverletzung am Oberschenkel zuzog. Josip Elez rückte dafür auf die Franke-Position, Falette gab den linken Innenverteidiger.

Sandhausens Zhirov steigt höher als 96-Stürmer Weydandt - HMB Media via www.imago-images.de/imago images/HMB-Media

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Hannover hatte in Hälfte eins mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse und das präzisere Passspiel. Beide Teams prüften allerdings selten die Torhüter, viele Bälle gingen am Tor vorbei. So auch die gute Möglichkeit von Florent Muslija, der aus zentraler Position halbhoch am linken Pfosten vorbeischoss. Ein schöner Abschluss des 22-Jährigen (20.).

Wenig später verursachte Elez eine aussichtsreiche Freistoßposition für den SVS, indem er Kevin Behrens halblinks vor dem Strafraum von hinten aus dem Tritt brachte. Julius Biada führte den Freistoß aus und zog diesen flach rechts an der Mauer vorbei. 96-Keeper Michael Esser bekam die Kugel zentral auf seinen Körper und manövrierte sich diese in die linke obere Torecke. Ein haltbarer Freistoß (26.). Kurz darauf hätte Biada aus spitzem Winkel per Dropkick fast das 2:0 besorgt, er verzog allerdings knapp (29.).

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Die Antwort von 96 ließ nicht lange auf sich warten: Wieder war es Haraguchi, der aus 22 Metern nach einem guten Antritt gegen Behrens den Ball rechts am Tor vorbeidrehte (31.). Kurz vor der Pause fiel der Ausgleich für die Hannoveraner. Muslija platzierte einen Freistoß aus halbrechter Position oben rechts im Tor - auch dieser Ball war vermutlich haltbar. Kapino sah hier bei der Flugeinlage etwas unglücklich aus (42.).

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Der zweite Durchgang blieb ähnlich ansehnlich wie der erste. Nach einem schnellen Abwurf von Kapino machte Daniel Keita-Ruel das Spiel auf halblinks schnell, indem er direkt auf Biada weiterleitete. Biada legte einige Minute bis ins letzte Drittel zurück, ehe er Behrens rechts im Sechzehner bediente. Der SVS-Stürmer scheiterte eng bedrängt per Flachschuss an Esser (51.).

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Bei 96 brachte Kocak Valmir Sulejmani in der 59. Spielminute für Hendrik Weydandt aufs Feld. Mit seinem zweiten Ballkontakt drehte Sulejmani das Spiel! Nach einem Pass von Jaka Bijol zu Marvin Ducksch ging Tim Kister zu nachlässig in den Zweikampf mit dem 96-Stürmer. Die Kugel rollte vor die Füße von Sulejmani, der aus zentraler Position mit rechts draufhielt. Kapino konnte den abgefälschten Ball nicht parieren - das 2:1, womit Hannover zwischenzeitlich das Spiel drehte (63.).

Kurz darauf gab es Elfmeter für Sandhausen! Nach einem Freistoß von Biada traf Keita-Ruel mit der Fußspitze die Unterkante der Latte. Beim Versuch des Nachschusses hielt Falette das Bein viel zu hoch, erwischte Tim Kister so am Kopf. Schiedsrichter Florian Badstübner zeigte auf den Punkt. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Behrens eiskalt halb oben rechts im Tor (68.). Vier Minuten später gelang ihm beinahe schon der Doppelpack mit einer Riesenchance, als er freistehend per Aufsetzer den Ball über das leere Tor beförderte (72.).

Keita-Ruel staubt zum 3:2 ab - der SVS dreht die Partie in der Schlussphase - Jan Huebner via www.imago-images.de/imago images/Jan Huebner

Trotz der Englischen Woche wirkten die Kurpfälzer fest entschlossen, den dritten Dreier in Folge einzufahren. Nach der Flanke von Nikolas Nartey nahm Biada den Ball aus der Zentrale direkt, Esser ließ nach vorne abklatschen, Keita-Ruel staubte zum 3:2 ab (81.). Chancen von Alexander Esswein, dessen Hereingabe auf der Latte landete und Keita-Ruel, der einen Schuss am rechten Pfosten vorbeizirkelte, hätten bereits die Entscheidung pro Sandhausen bedeuten können (86./89.).

Den Sack machte schließlich Behrens mit seinem Doppelpack zu, weil sich Falette halblinks vor dem Sechzehner von ihm wegdrehte und somit die Schussbahn für den 30-Jährigen freimachte. Die Kugel zappelte unten links im Tor (90.+1). Ein verdienter Sieg aufgrund der großen Moral der Sandhäuser, die zwar zwischenzeitlich defensiv aufgrund ihrer Englischen Woche müde wirkten, aber zum Ende hin vor allem offensiv neue Energie entfachten. Von 96 kam defensiv wie offensiv in Hälfte zwei zu wenig.