Zwei, die den Unterschied ausmachen: Joshua Kimmich und Marco Reus beim Supercup 2019 - © DFL
Zwei, die den Unterschied ausmachen: Joshua Kimmich und Marco Reus beim Supercup 2019 - © DFL
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Supercup 2020: Bayern München und Borussia Dortmund heiß auf den Titel

Am Mittwoch, 29. September 2020 (20:30 Uhr auf ZDF und DAZN), findet in der Münchner Allianz Arena die 21. Ausgabe des Supercups statt. Wenn es um den ersten nationalen Titel der Saison geht, stehen sich einmal mehr der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüber.

Im "Klassiker" geht es aber nicht nur um Prestige und die 5,5 Kilogramm schwere und mit Sterling-Silber veredelte Trophäe, sondern auch darum, die ersten Negativ-Erlebnisse der noch jungen Spielzeit abzuschütteln.

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Nach zuletzt starken Wochen und Monaten zeigten am vergangenen 2. Bundesliga-Spieltag sowohl der FC Bayern München als auch Borussia Dortmund ungeahnte Schwächen. Der BVB ließ bei der Partie gegen den FC Augsburg trotz großer Dominanz die Zielstrebigkeit vermissen und musste sich am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Die Bayern verloren gar ihr erstes Bundesliga-Spiel seit Anfang Dezember – und zwar überraschend deutlich mit 1:4 gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Umso wichtiger wäre es also für beide Seiten, einen ersten Negativtrend zu vermeiden und den Supercup gegen den unbestritten größten nationalen Rivalen zu gewinnen. Ganz so einfach dürfte es aber nicht werden, schließlich haben beide Clubs aktuell mit empfindlichen Ausfällen zu kämpfen.

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Flick fordert Titel Nummer 5

So muss der FC Bayern auf Neuzugang Leroy Sane verzichten, der sich eine Kapselverletzung im Knie zugezogen hat. Mit Serge Gnabry und Kingsley Coman stehen damit nur noch zwei nominelle Außenstürmer zur Verfügung. Und auch der Einsatz von Abwehrchef David Alaba ist noch fraglich. Der Österreicher konnte am Dienstag aufgrund muskulärer Probleme nicht trainieren.

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Die Ansage von Trainer Hansi Flick ist dennoch klar: "Wir wollen Spiele und Titel gewinnen", so der 55-Jährige, der binnen weniger Wochen nach der Meisterschaft, dem DFB-Pokal, der Champions League und dem UEFA Supercup bereits seine fünfte Trophäe mit den Bayern in den Schrank stellen könnte. "Es ist ein absoluter Klassiker", so Flick, der auch großen Respekt vor dem Gegner hat: "Dortmund hat eine fantastische, sehr junge Mannschaft, aber auch sehr viel Erfahrung in den Reihen. Sie spielen attraktiven Fußball. Die Art und Weise, wie Lucien Favre spielen lässt, gefällt mir sehr gut. Sie wollen immer den Ball und haben einen guten Zug zum Tor. Wir können uns mit den besten in Deutschland messen. Dieses Spiel wird uns weiterbringen."

Auf Dortmunder Seite sind die Personalsorgen noch ein wenig gravierender. Vor allem in der Offensive fehlen mit Thorgan Hazard (Muskelfaserriss) und Jadon Sancho (Infekt) zwei Schlüsselspieler, aber auch Torwart Roman Bürki, der sich ebenfalls erkältet hat, muss von seinem Landsmann Marwin Hitz ersetzt werden. Immerhin kehrt Routinier Lukasz Piszczek zurück, der nach überstandenen Rückenproblemen wieder dabei ist und derzeit die einzige Alternative zur Dreier-Abwehrkette, bestehend aus Mats Hummels, Emre Can und Manuel Akanji darstellt.

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In der Offensive dürfte diesmal kein Weg an Marco Reus vorbeiführen. Der BVB-Kapitän ist mit seiner Erfahrung und seinen Qualitäten nicht nur enorm wichtig gegen einen Gegner wie Bayern, der 31-Jährige dürfte nach langer Verletzungspause auch erstmals wieder bereit sein, von Beginn an aufzulaufen.

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Reus: "Ein Zeichen setzen gegen die beste Mannschaft Europas"

"Hinsichtlich des letzten Spiels ist es gut für uns, dass wir direkt vier Tage später die Möglichkeit haben, wieder in die Spur zu finden und ein Zeichen zu setzen, dass mit uns zu rechnen ist", so Reus im Vorfeld der Partie. Selbstverständlich ist auch bei Reus der Respekt vor den Bayern groß: "Sie sind sehr, sehr stark. Wenn Du die Champions League gewinnst, vor allem in der Art und Weise wie sie, ist es beeindruckend. Wir spielen gegen die beste Mannschaft Europas. Es ist ein gutes Spiel um zu schauen, wo wir stehen."

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Aber auch die hohe Bedeutung des Supercups, den Reus immerhin zweimal gewinnen konnte, ist dem Dortmunder wichtig: "Ich glaube, dass beide Mannschaften eine schlagfertige Truppe auf den Platz stellen. Es ist ein Titel zu vergeben, es ist ein Prestigeduell schon seit Jahrzehnten. Keiner will den Platz als Verlierer verlassen, deswegen werden wir alles dafür geben, damit wir gewinnen."

BVB ist Titelverteidiger - Bilanz in München zuletzt bitter

Bereits zum siebten Mal in den letzten neun Jahren kommt es beim Supercup zum "Klassiker". Die Bilanz ist mit drei Siegen auf jeder Seite seit 2012 ausgeglichen. Die Dortmunder gehen jedoch als Titelverteidiger ins Rennen, konnten die Bayern im letzten Sommer recht deutlich mit 2:0 besiegen. Doch die Bilanz in München war für die Borussen zuletzt erschreckend. Mit 0:4, 0:5 und 0:6 wurde der BVB in den letzten Vergleichen in der Allianz Arena nach Hause geschickt.

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"Über die letzten Ergebnisse brauchen wir nicht reden. So wollen wir nicht wieder auftreten“, sagt Reus. "Wir müssen eine andere Körpersprache an den Tag legen, giftiger sein, mit mehr Emotionen spielen und dann in Phasen, in denen wir hinten reingedrängt werden, Ruhe bewahren. Wir müssen auf uns vertrauen und im eigenen Ballbesitz nach vorne spielen", so die geplante Marschroute der Gäste.

Sollte Dortmund tatsächlich der erste Sieg in München seit April 2017 gelingen, würden auch die Geschichtsbücher des Supercups ein Update erfahren. Dann nämlich dürfte sich der BVB gemeinsam mit den Bayern Supercup-Rekordsieger nennen – zumindest für ein Jahr.