Starker Start in die Saison: Füllkrug, Kainz, Onisiwo, Becker und Grifo - © DFL Deut
Starker Start in die Saison: Füllkrug, Kainz, Onisiwo, Becker und Grifo - © DFL
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Union, Freiburg, Köln, Mainz, Werder: Die Saison der Underdogs

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Nach fünf Spieltagen der Saison 2022/23 zeichnet sich ein erster Trend ab: Zahlreiche Underdogs haben sich oben in der Tabelle eingenistet. Die Bundesliga wird immer schwerer auszurechnen.

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Nach nunmehr fünf Spieltagen der Saison 2022/23 ist es Zeit für ein erstes Fazit. Vor allem beim inzwischen etwas gefestigten Tabellenbild gibt es große Überraschungen: Zwar findet man mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München die vermeintlichen Top-Favoriten auf Platz zwei beziehungsweise drei, rund um die beiden Schwergewichte haben sich aber vermeintliche Underdogs oben eingenistet.

Allen voran der SC Freiburg. Mit zwölf Punkten grüßen die Breisgauer von der Tabellenspitze und haben den historisch besten Start in eine Bundesliga-Saison hingelegt. Gar nicht so leicht zu moderieren für Trainer Christian Streich, der Understatement gerne zum Sport macht: "Aktuell läuft es für uns ergebnistechnisch. Das kann ich sehr gut einordnen." Mit einer Willensleistung drehte Freiburg bei Bayer Leverkusen einen Rückstand noch in einen 3:2-Auswärtssieg.

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Die Moral bei den Badenern stimmt sowieso schon lange, zuletzt präsentierte sich die bei Standards so starke Mannschaft aber auch noch enorm effizient: Gegen Leverkusen waren gleich drei der fünf Torschüsse im gegnerischen Netz. Die furiose Qualifikation für die Europa League in der vergangenen Saison war offenbar keine Eintagsfliege. In dieser Form kann sich die Streich-Elf, deren Ziel über Jahre hinweg nur darin bestand, möglichst schnell auf 40 Punkte zu kommen, auch dauerhaft zu einem der Top-Teams in der Bundesliga entwickeln.

Nur einen Punkt hinter dem SCF spielt auch der 1. FC Union Berlin – derzeit Vierter – eine überragende Saison. An den "Eisernen" beißen sich die Gegner derzeit die Zähne aus. Schon seit zwölf Spielen ist die Mannschaft von Urs Fischer unbesiegt. Und das bekam auch der FC Bayern München am vergangenen Wochenende zu spüren. Durch kluges Verschieben der Unioner fand das Star-Ensemble um Sadio Mane kaum Lücken, am Ende stand es 1:1. Neben der hochgelobten Defensive mausert sich aber im Sturm immer mehr ein Mann zu einem Bundesliga-Top-Stürmer: Sheraldo Becker netzte auch gegen Bayern wieder ein und steht nun gemeinsam mit Bremens Niclas Füllkrug an der Spitze der Torjägerliste.

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Und auch mit dem 1. FSV Mainz 05 war vor der Saison nicht zwingend unter den ersten fünf der Tabelle zu rechnen. Zehn Punkte haben die Rheinhessen bereits auf dem Konto – und damit nur einen weniger als der FC Bayern. Die Mannschaft von Bo Svensson präsentiert sich dabei vor allem auswärtsstark, hat alle drei Partien in der Fremde gewonnen. So auch am Sonntagabend beim 1:0 gegen zuletzt starke Gladbacher. Es ist aber auch ein großer Verdienst des Trainers: Auf 1,58 Punkte kommt Svensson mit Mainz im Schnitt pro Partie. Das reicht in der Regel, um sich nach 34 Spieltagen für das europäische Geschäft zu qualifizieren.

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Nicht wesentlich schlechter macht es der 1. FC Köln. Obwohl das Team mit Anthony Modeste seinen Top-Knipser an Borussia Dortmund verloren und keinen Ersatz verpflichtet hat, gleichzeitig noch auf eine ganze Reihe verletzter Spieler verzichten muss, gibt die Elf von Steffen Baumgart weiterhin Vollgas. Ein 4:2-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg? Kein Problem für den FC am vergangenen 5. Spieltag, dazu auch noch hochverdient. Denn manchmal ist das Kollektiv einfach besser als die einzelnen Spieler: "Ich freue mich darüber, dass unsere Jungs Vollgas geben. Wir sind ein gutes Kollektiv und das zeigen wir auch", so Coach Baumgart nach dem jüngsten Sieg. Die Statistik kann das ebenso belegen: Mit 122 gelaufenen Kilometern legte der FC am Samstagnachmittag einen Saisonrekord hin. Besonders bemerkenswert: Auch Köln ist in dieser Saison noch ungeschlagen.

Zu guter Letzt reiht sich auch Aufsteiger SV Werder Bremen in der oberen Tabellenhälfte ein. Die Hanseaten beweisen in diesen Tagen vor allem einen langen Atem und entsprechende Fitness. Sieben ihrer zwölf Saisontore gelangen ihnen nach der 85. Minute - eine unglaubliche Bilanz, die kein anderes Bundesliga-Team aufweist. Besonders Angreifer Niclas Füllkrug sticht dabei heraus. Mit seinem zweiten Doppelpack in dieser Saison gegen den VfL Bochum schoss sich der 29-Jährige am 5. Spieltag an die Spitze der Torjägerliste. Gleich am nächsten Freitag können die Werderaner dann zu Hause gegen den FC Augsburg nachlegen – und damit nicht nur enorm wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt sammeln, sondern nach Punkten sogar vorübergehend mit dem FC Bayern gleichziehen.

Noch ist der Blick auf die Tabelle eine frühe Momentaufnahme. Doch spätestens jetzt dürften Teams wie RB Leipzig, der VfL Wolfsburg oder Bayer 04 Leverkusen maximal gewarnt sein. Denn ein Abo auf die internationalen Plätze gibt es in dieser Saison mitnichten. Es könnte eine der spannendsten Spielzeiten seit langem werden.