Robert Lewandowski hat seinen persönlichen xGoals-Wert in dieser Saison pulverisiert - © DFL Deutsche Fußball Liga
Robert Lewandowski hat seinen persönlichen xGoals-Wert in dieser Saison pulverisiert - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Bayern Münchens 40-Tore-Stürmer Robert Lewandowski in der xGoals-Analyse

Robert Lewandowski hat die historische 40-Tore-Marke von Gerd Müller 1971/72 eingestellt. bundesliga.de blickt mit Hilfe des xGoals-Modells auf die Ausnahme-Saison des Weltfußballers.

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Als Robert Lewandowski gegen den Sport-Club Freiburg vom Strafstoßpunkt aus das 1:0 für den FC Bayern München erzielte, schrieb der Pole Geschichte: Es war sein 40. Saisontreffer - so viele gelangen zuvor nur der Legende Gerd Müller. Lewandowski huldigte dem "Bomber der Nation" bei seinem Torjubel, lüftete sein Trikot und zeigte ein Trikot mit dem Konterfei Müllers und der Inschrift "4EVER GERD". Dann standen die Mitspieler dem Weltfußballer Spalier und beglückwünschten ihn zur Einstellung des Rekordes.

Am 34. Spieltag kann der 32 Jahre alte Knipser den Bestwert sogar noch übertreffen bzw. ausbauen. Blickt man auf die xGoals-Werte von Lewandowski in dieser Saison, wird einem erst bewusst, wie überragend diese 40 Tore sind:

Die Nummer Neun der Bayern hat nach 33 Spieltagen, in 28 davon kam er zum Einsatz, einen xGoal-Wert von 26,9. Das bedeutet: Der Weltfußballer hat 13 Tore mehr geschossen als es seine Torchancen eigentlich hergegeben haben. Viele Treffer hatten demnach eine eher geringe Torwahrscheinlichkeit.

Überperformance: 40 Tore in 24 Spielen

Lewandowski hat in dieser Saison in 24 Spielen getroffen, hierbei stechen natürlich die Partien gegen Frankfurt (5:0), Dortmund (4:2), Stuttgart (4:0) und Gladbach (6:0) heraus, in denen er jeweils drei Treffer erzielte. Beim 4:3-Sieg gegen die Hertha schnürte der 1,85 Meter große Stürmer gar einen Viererpack. In der Partie gegen die "Alte Dame" gab Lewandowski 13 Torschüsse ab, die in der Summe einen xGoals-Wert von 2,4 hatten: Der Weltfußballer erzielte in diesem Spiel also 1,6 Treffer mehr als es die mathematische Treffer-Wahrscheinlichkeit seiner Torchancen hergegeben hat.

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Der Stürmer, der "sich und der gesamten Mannschaft ein Denkmal gesetzt hat", wie Bayern-Vorstand Oliver Kahn sagte, hat auf beeindruckende Art und Weise überperformt.

"Ich bin sehr stolz und kann es noch gar nicht glauben. Ich brauche noch etwas Zeit. Das freut mich sehr, das ist eine große Ehre. Für mich, aber auch für die moderne Geschichte der Bundesliga in Deutschland", sagte Lewandowski.

Großer Abstand zu den anderen "Highperformern"

Um nochmal "Lewys" außergewöhnliche Leistung zu unterstreichen, genügt ein Blick auf seine nächsten Verfolger in der Kategorie der "Highperformer": Sasa Kalajdzic (Stuttgart) kommt mit 16 Toren auf sieben Treffer mehr als sein xGoals-Wert es eigentlich hergibt (9,2), Platz drei in dieser Kategorie geht an Wout Weghorst, der vor seinem Spiel am 33. Spieltag auf 20 Treffer (xGoals-Wert 14,9) kommt.

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Lewandowskis unwahrscheinlichster Treffer war das zwischenzeitliche 2:1 gegen den VfB Stuttgart am 9. Spieltag, als der Pole die Kugel mit einem Vollspannschuss aus gut 20 Metern Torentfernung rechts einschweißte (Torwahrscheinlichkeit 4,5 Prozent). Das wahrscheinlichste, also am leichtesten zu erzielende der 40 Saisontore war das 1:2 der Bayern gegen den BVB am 24. Spieltag: Nach dem Dortmunder Blitzstart und einem Doppelpack von Erling Haaland gelang dem Polen in der 26. Minute der Anschluss auf Vorlage von Leroy Sane, als der Goalgetter aus zwei Metern nur noch ins leere Tor einschieben musste (Torwahrscheinlichkeit 92 Prozent). Das 2:2 und das 4:2 erzielte Lewandowski im Klassiker auch noch.

"Ein legendärer Rekord"

"Es war ein legendärer Rekord, der lange gehalten hat. Was Gerd Müller geschafft hat, war unglaublich. Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffen könnte, mit ihm einen Rekord zu haben", sagte Lewandowski, der nun selbst endgültig zu einer Bundesliga-Legende geworden ist. "Ich habe mit Gerd Müller gespielt und weiß, dass er Robert diesen Tag von Herzen gönnt. Beide sind Stürmer, die in der Geschichte des Fußballs herausstechen", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, einst selbst ein begnadeter Torjäger.

Dass selbst die "Tor-Maschine" mal menschelt, zeigt Lewandowski in der 78. Minute in Freiburg, als er die dicke Chance mit einer Torwahrscheinlichkeit von 91,8 Prozent vergab.

Kommenden Samstag gegen Augsburg kann Robert Lewandowski zum alleinigen Rekordhalter werden - egal wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich der dafür benötigte 41. Saisontreffer dann auch sein wird...

Lewandowski menschelt: Der Rekord-Torjäger vergibt in der 78. Minute eine Großchance - Markus Ulmer via www.imago-images.de/imago images/ULMER Pressebildagentur