Der Match-Facts-Vergleich zwischen Bayern und Dortmund - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Bundesliga-Match-Facts-Analyse: Bayern und Dortmund im Vergleich

Am 24. Spieltag kommt es in der Bundesliga zum Topspiel der Topspiele, Bayern München empfängt Borussia Dortmund. Was spricht für den FCB, der sich erneut auf Kurs Deutsche Meisterschaft befindet? Was spricht für den BVB, der allerdings mit Jadon Sancho das Herzstück seiner Offensive ersetzen muss?

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Eine Tendenz über den Spielverlauf können die Bundesliga Match Facts powered by AWS geben, wenn man sich die Werte beider Teams für xGoals, Angriffszonen und Most Pressed Player einmal genauer anschaut.

xGoals: Bayern und Lewandowski schießen viel zu viele Tore

Der FC Bayern markiert zu viele Treffer. Das dürfte nicht nur die Meinung der Rivalen des Rekordmeisters sein, das Modell der Expected Goals - also der Wahrscheinlichkeit der Torerzielung jedes Torschusses - beweist es. Die Münchner haben in der Liga bereits 67 Tore auf dem Konto, hätten aber laut ihrem xGoals-Wert nur 47,5 Treffer erzielen sollen. Sie waren statistisch entsprechend 19,5 Mal zu oft erfolgreich.

Auf Platz zwei rangiert in dieser Kategorie Leverkusen mit einer ebenfalls außergewöhnlichen Differenz von neun. Den dritten Rang belegt hier Wolfsburg mit vier erzielten Treffern zu viel, Dortmund ist mit einem Überperformance-Wert von 1,3 nur Zehnter. Dass die Mannschaft von Trainer Hansi Flick zu viele Tore schießt, lässt sich aber auch anders formulieren: Der FCB weist eine überragende Effizienz beim Abschluss auf.

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Gleiches gilt wenig überraschend für seinen Weltfußballer Robert Lewandowski, der erneut die Torschützenliste der Bundesliga anführt und sich sogar auf bestem Wege befindet, den historischen 40-Treffer-Saisonrekord von Bayern-Legende Gerd Müller zu brechen. 28 Mal netzte der 32 Jahre alte Kapitän der polnischen Nationalmannschaft schon ein, bei statistisch errechneten 17,5 xGoals.

Seine Überperformance beträgt in diesem Ansatz also stolze 10,5 - ihm folgt dort ligaweit sein Mitspieler Thomas Müller mit einem Wert von 4,8. Auf der anderen Seite belegt Erling Haaland, mit 17 Toren Dritter der Torjägerliste, mit 3,7 zu viel markierten Treffern in dieser Kategorie den sechsten Platz.

Dortmund abhängig von Most Pressed Player Sancho

Was Lewandowski für den Club von der Säbener Straße bedeutet, bedeutet für den BVB vielleicht gar nicht Haaland, sondern sein Teamkollege Jadon Sancho. Bei dem 20-Jährigen handelt es sich um das Herzstück der schwarzgelben Offensive, wenn auch in einer ganz anderen Rolle als Lewandowski. Sancho zeichnet für das kreative Element im Initiieren von Angriffen verantwortlich, in 16 seiner 21 Ligapartien dieser Spielzeit war er der Most Pressed Player - der Spieler, der in Ballbesitz am meisten unter Druck gesetzt wird - seines Vereins. Und ausgerechnet für dieses wichtige Spiel fällt der englische Nationalspieler aus, eine bittere Nachricht für den BVB!

Denn Sancho weiß, mit Drucksituationen umzugehen und in der Folge für gefährliche Angriffe zu sorgen. Durch ihre Abhängigkeit von ihrem Unterschiedsspieler können die Borussen jedoch zu leicht auszurechnen sein, in der Bundesliga jüngst gegen Bielefeld machten sie dieses Manko durch viele Positionswechsel in der Offensive wett.

In der Allianz Arena müssen am 24. Spieltag also definitiv andere Spieler in die Bresche springen.

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Der FC Bayern hingegen agiert gerade in der Offensive viel variabler. Je sechsmal handelte es sich bei Thomas Müller und Joshua Kimmich um den Most Pressed Player, auf die drei Höchstwerte an Drucksituationen in einem Spiel kommen aber Alphonso Davies (57), Kingsley Coman (55) und Leroy Sane (53).

Angriffszonen: Beide verstärkt über die Flügel

In Sachen Angriffszonen, also dem Eintrittsbereich in das letzte Drittel des Spielfelds, nehmen sich die Westfalen und der Rekordmeister so gut wie nichts. Je 38 Prozent ihrer Offensivaktionen starten sie über den linken Flügel, je 15 Prozent über halbrechts. 35 Prozent ihrer Angriffe initiieren die Münchner über die rechte Außenbahn und damit ein Prozent mehr als die Mannschaft von Edin Terzic, zwölf Prozent über halblinks und damit ein Prozent weniger als Dortmund.

Tritt der BVB hier variabler auf, könnte das die Bayern überraschen. Als Frankfurt vor zwei Wochen stark gegen den FCB spielte und gewann, lag das vor allem an den von der Eintracht kreativ genutzten Angriffszonen. Im ersten Durchgang, den das Team von Adi Hütter klar dominierte, begannen die Hessen je 26 Prozent ihrer Offensivsituationen über die linke Seite sowie über halblinks und halbrechts. Gelingt es Schwarz-Gelb, die Mitte zumindest phasenweise als Gefahrenzone zu etablieren, sollte das die Flick-Mannen in Bedrängnis bringen können.

Vielleicht ist dann ein Erfolg für die Westfalen drin, die den Klassiker zum letzten Mal 2019 im Supercup für sich entscheiden konnten. In den vergangenen fünf Pflichtspielen gegen seinen Dauerkonkurrenten ging der FC Bayern als Sieger vom Platz.

Die Münchner mögen zu viele Tore schießen, einer der effizientesten Clubs weltweit sein. Im Topspiel am Samstag würde es den Dortmundern allerdings gemäß einer alten Fußballweisheit genügen, einen Treffer mehr zu erziele als ihr Rivale. Mit Variabilität und Kreativität in der Offensive könnte genau das gelingen.