Weigl, Boateng, Paciencia, Osako und Cuisance haben allesamt eine starke Vorbereitung hinter sich - © DFL Deutsche Fußball Liga
Weigl, Boateng, Paciencia, Osako und Cuisance haben allesamt eine starke Vorbereitung hinter sich - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Boateng, Weigl und Co.: 18 Clubs - 18 Gewinner der Vorbereitung

Köln - Die einen waren für die kommende Saison eigentlich nur für eine Nebenrolle vorgesehen, die anderen sollten vielleicht einfach nur mal bei den Profis reinschnuppern und wiederum andere haben erkennbar den nächsten Schritt gemacht. Wir haben die Vorbereitung aller 18 Teams unter die Lupe genommen und nennen euch die großen Gewinner aller 18 Teams.

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FC Bayern München: Jerome Boateng

Nach der vergangenen Saison standen die Zeichen bei Jerome Boateng eigentlich auf Abschied. In der Schlussphase der Spielzeit stand der 30-jährige Innenverteidiger beim FC Bayern München nur noch selten in der Startelf. Boateng nahm die Herausforderung aber an und beeindruckte in der Vorbereitung mit konstant guten Leistungen. "Ich denke, dieser Jerome Boateng, der so Fußball spielt, der tut uns gut", lobte Thomas Müller seinen Mitspieler unlängst. Folgerichtig erhielt der gebürtige Berliner im Supercup den Vorzug vor Neuzugang Benjamin Pavard und verteidigte gemeinsam Niklas Süle im Zentrum. Der wiederum genießt es, an der Seite des wiedererstarkten Boatengs zu agieren: "Ich bin ein großer Fan von Jerome, liebe es, mit ihm zu spielen." So wie es aussieht, wird er das in der kommenden Saison häufiger machen dürfen, als zuvor gedacht.

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Borussia Dortmund: Julian Weigl

Julian Weigl war bei Borussia Dortmund in der vergangenen Saison oftmals nur Ersatzspieler gewesen. Ein Engpass in der Innenverteidigung verhalf ihm letztlich zu Spielzeit auf dieser für ihn ungewohnten Position. In der Vorbereitung auf die neue Saison überzeugte Weigl allerdings wieder im zentralen Mittelfeld, wo er sich zuhause fühlt. Sowohl im Supercup als auch in der 1. DFB-Pokalrunde spielte er folgerichtig jeweils über 90 Minuten an der Seite von Axel Witsel. Den letztjährigen Platzhirsch Thomas Delaney scheint Weigl vorerst verdrängt zu haben. Der größte Konkurrent für ihn könnte nun Julian Brandt sein, der seinen Rückstand langsam aufgeholt hat. Falls Lucien Favre sich für eine offensivere Formation entscheidet, müsste Weigl um seinen Platz bangen, im 4-2-3-1-System ist er allerdings momentan die erste Wahl.

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RB Leipzig: Diego Demme

Eine hartnäckige Grippe sowie eine Zahn-OP warfen Diego Demme in der Vorsaison weit zurück, im Endspurt 2018/19 musste der 27 Jahre alte Mittelfeldmann deswegen meist zuschauen. In drei der vier öffentlichen Tests (Galatasaray Istanbul, Stade Rennes, Aston Villa) stand Demme in der Startformation. "Als Sechser ist er ein Strukturspieler für mich: Er muss Stabilität reinbringen und ein gutes Gespür haben, wann kann ich raus attackieren und wann muss ich die Position halten – mit Ball und bei gegnerischen Ballbesitz", sagte Julian Nagelsmann in der "Bild"-Zeitung über Demme, der sehr gute Chancen auf einen Stammplatz hat.

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Bayer Leverkusen: Paulinho

Der Brasilianer gilt noch immer als eines der größten Talente in seiner Heimat. Doch so ehrlich muss man sein: Sein erstes Jahr bei Bayer lief enttäuschend. Nur 165 Minuten stand der 19-Jährige in der Bundesliga auf dem Platz. Doch nun hat Peter Bosz neue Pläne mit dem eigentlichen Linksaußen: "Ich sehe ihn nicht als klassischen Außenstürmer", sagt Bosz, der Paulinho in der Vorbereitung gleich mehrfach auf der linken Achterposition testete. Also jener Position, die zuletzt für Julian Brandt reserviert war. Nach einem Jahr der Anpassung könnte jetzt der nächste Schritt in neuer Rolle folgen. Ganz ähnlich, wie es übrigens auch bei seinem Mannschaftskameraden Leon Bailey lief.

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Borussia Mönchengladbach: Michael Cuisance

Der 19-Jährige Franzose hat während der Vorbereitung einen großen Schritt nach vorne gemacht, präsentierte sich spielfreudig und torgefährlich. In der Vorsaison war er lediglich zu elf Bundesliga-Einsätzen gekommen - davon nur einer von Anfang an. Jetzt darf er sich Hoffnungen machen, schon bald häufiger auf dem Platz zu stehen. Da Lars Stindl den Saisonstart verpassen wird, ist Cuisance ein heißer Kandidat für die Zehner-Position.

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VfL Wolfsburg: Xaver Schlager

Er ist gerade neu in Wolfsburg, und dennoch ein Gewinner. Ein großer Vorteil für den Linksfuß, der bislang ausschließlich für österreichische Vereine spielte: Er hat bereits für Salzburg gespielt, wo Glasner unter Roger Schmidt Co-Trainer war. Demnach feiern Schlager und sein Chef gewissermaßen Wiedervereinigung. Den 21-Jährigen zeichnet eine unspektakuläre, weil ruhige und souveräne Spielweise aus. Außerdem passen seine hohe Passquote und sein guter Torabschluss perfekt zu den Anforderungen Glasners. Und eine Sprachbarriere gibt es bei der Integration ins Mannschaftsgefüge auch nicht zu überwinden.

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Eintracht Frankfurt: Goncalo Paciencia

Wer soll Haller und Jovic ersetzen? Eine Frage, die gewiss viele Frankfurt-Fans umtreibt. Doch die Lösung könnte ganz simpel aus den eigenen Reihen kommen. Der Portugiese Goncalo Paciencia stand letzte Saison - auch verletzungsbedingt - noch klar im Schatten des fulminanten Trios, zeigte im Frühjahr mit fünf Treffern in nur 461 Pflichtspiel-Minuten aber schon, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Im Schnitt traf er alle 92 Minuten. In diesem Sommer hat der Modellathlet aber noch einmal eine Schippe draufgelegt. So schnürte er beim Test gegen Wels etwa einen Dreierpack binnen 45 Minuten und traf beim Europa-League-Qualifikations-Rückspiel gegen Tallinn doppelt. Es spricht vieles dafür, dass Paciencia als gesetzter Stürmer bei der Eintracht in die Saison geht.

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Werder Bremen: Yuya Osako

Der quirlige Angreifer hat im Sommer auf die Teilnahme an der Copa America, bei der Japan als Gastmannschaft teilnahm, verzichtet und das macht sich für ihn absolut bezahlt. Während er praktisch während der kompletten Rückrunde mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, ist er nun endlich topfit. Und in der Vorbereitung glänzt er in der Max-Kruse-Rolle als Freigeist hinter zwei Spitzen. "Momentan ist er bei mir gesetzt", lobte Florian Kohfeldt nach der Partie gegen Eibar und begründete die auffällig gute Form des Japaners mit dessen neuer Rolle: "Das ist ja auch seine Idealposition."

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TSG Hoffenheim: Stefan Posch

Im vom Coach Alfred Schreuder favorisierten 3-4-3 hat sich in der Vorbereitung Stefan Posch als rechter Innenverteidiger festgespielt. In den Testspielen gegen Eintracht Braunschweig, Jahn Regensburg und Hellas Verona zählte der 22 Jahre alte Österreicher zur Startformation der Kraichgauer und lief zusammen mit den gesetzten Kevin Vogt und Benjamin Hübner in der Innenverteidigung auf. Posch hat aktuell die Nase gegenüber Ermin Bicakcic vorne.

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Fortuna Düsseldorf: Aymane Barkok

Weil Kevin Stöger an einem Kreuzbandriss laboriert, ist im Düsseldorfer Mittelfeld eine Lücke entstanden. Trainer Friedhelm Funkel forderte wohl auch deshalb von dem früher teils etwas unbekümmert wirkenden Barkok: "Er muss jetzt zum Mann werden." Barkok hat die Signale seines Trainers offensichtlich verstanden. Seine Leistungsdaten beim Laktattest waren vorbildlich, und auch mental hat sich der 21-Jährige entwickelt. Sein Geheimnis: "Ich war mit ein paar Fußball-Kollegen auf Mallorca. Wir haben ein Trainingscamp gemacht, Kraft, Ausdauer trainiert – und ein bisschen gekickt. Wir hatten sogar einen Athletiktrainer und einen Physio dabei."

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Hertha BSC: Lukas Klünter

Lukas Klünter hat sich im Kampf um die Nachfolge des zu Inter Mailand gewechselten Valentino Lazaro gegen Mathew Leckie und Peter Pekarik durchgesetzt. Die besten Argumente lieferte der 25-Jährige wohl beim 2:1-Erfolg im Testspiel gegen den türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul, als er die Treffer von Daishawn Redan und Vedad Ibisevic vorbereitete. Neben seiner Schnelligkeit - in der vergangenen Saison erzielte er den Top-Wert von 35,4 km/h - ist er zu einem kompletteren Fußballer gereift. Ihm kommt entgegen, dass Trainer Ante Covic die Mannschaft auch im 3-5-2-System spielen lassen kann. Dann kann er seine Rolle als offensiv agierender Außenverteidiger besonders gut ausüben. "Mit seiner Geschwindigkeit kann Lukas jedem Gegner wehtun“, prognostiziert Coach Covic.

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1. FSV Mainz 05: Leandro Barreiro Martins

Ein luxemburgisches Talent sorgt für Furore auf der Sechs und macht den erfahreneren Spielern auf dieser Position Druck: Leandro Barreiro Martins. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler kam in der vergangenen Saison ein Mal für die Nullfünfer in der Bundesliga zum Einsatz: am 21. Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen. In den Testspielen gegen namhafte Gegner wie Rayo Vallecano, Jahn Regensburg, FC Sevilla und den FC Everton stand der Luxemburger jeweils in der Anfangsformation.

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SC Freiburg: Wooyeong Jeong

Neuzugang Wooyeong Jeong betrieb in der Vorbereitung fließig Eigenwerbung. In den Testspielen überzeugte er mit seiner Dynamik und sorgte für Gefahr vor den gegnerischen Toren. Das soll nun auch in der Bundesliga so sein. Sportvorstand Jochen Saier lobt den 19-Jährigen: "Wooyeong ist eines der größten Talente Südkoreas. Seine Spielfreude und sein gutes Gefühl für Situationen und Räume sind für sein noch junges Alter sehr beachtlich."

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FC Schalke 04: Ahmed Kutucu

Ahmed Kutucu hat in seinen 13 Einsätzen in der vergangenen Saison, wo er unter anderen gegen Bayern traf, sein Potenzial bereits angedeutet. Nun ist es Zeit für den 19-Jährigen, den nächsten Schritt zu gehen. In der Vorbereitung präsentierte er sich bereits treffsicher und konnte Trainer David Wagner überzeugen: "Ahmed ist ein Straßenfußballer, der will pöhlen und sucht den Abschluss. Der Junge macht Spaß." Es würde nicht wundern, wenn er zu den großen Senkrechtstartern der neuen Saison gehört.

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FC Augsburg: Tim Rieder

Rieder ist seit 2014 beim FCA, sammelte jedoch nur bei anderen Clubs Spielpraxis. Zunächst lieh ihn der polnische Erstligist Slask Wroclaw aus, anschließend spielte er in Darmstadt. In der Vorbereitung hat er sich als Nachfolger des nach Freiburg abgewanderten Rechtsverteidigers Jonathan Schmid gekonnt in Szene gesetzt. "Er hat, seit er da ist, viel gelernt", lobt ihn Trainer Martin Schmidt. Da sind die ersten Einsätze für Augsburg auch nur noch eine Frage der Zeit.

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1. FC Köln: Florian Kainz

Der gelernte Offensivspieler agierte im 3-5-2 der Kölner Aufstiegssaison nach seinem Wechsel in der Winterpause meist als offensiver linker Außenverteidiger. In der kommenden Saison darf er dagegen vor Jonas Hector agieren und hat damit die nötige Absicherung für seine Risikodribblings. Nachdem ich in der Zweitliga-Rückrunde häufig Linksverteidiger und Linksaußen in einem spielen musste, kommt jetzt diese offensivere Variante meinem Spiel mehr entgegen", erklärt Kainz. Besonders eindrucksvoll war das beim 3:1-Testspielerfolg gegen den FC Bologna zu beobachten, als der 26-jährige Rechtsfuß gleich zwei Treffer beisteuerte.

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SC Paderborn: Christopher Antwi-Adjei

Schon in der letzten Saison war der Linksaußen mit zehn Toren einer der Leistungsträger. In den Vorbereitungsspielen kristalisierte sich aber einmal mehr heraus, welche zentrale Rolle jetzt auf den 25-Jährigen zukommen könnte. Gerade gegen qualitativ hochwertige Gegner wie Atheltic Bilbao oder Lazio Rom bewies Antwi-Adjei, genannt "Jimmy", seine Torjägerqualitäten und war mit der auffäligste Paderborner. Er dürfte seinen Stammplatz zu Beginn der Bundesliga-Saison sicher haben.

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1. FC Union Berlin: Marius Bülter

In der vergangenen Saison stieg der 26-Jährige mit dem 1. FC Magdeburg aus der 2. Bundesliga ab, nun steht er kurz vor seinem Debüt in der Bundesliga. Der vielseitige Offensivspieler ist zunächst einmal nur ausgeliehen, hat sich in der Vorbereitung aber auf dem linken Flügel einen Namen gemacht. Mit 1,88 Metern Körpergröße kommt er mit enormer Wucht daher, geht mutig ins Dribbling und sucht zielstrebig den Abschluss. Seine Entwicklung ist außergewöhnlich, denn 2017/18 spielte er noch beim SV Rödinghausen in der Regionalliga. Dank eines persönlichen Fitnesstrainers baute er zehn Kilogramm zusätzliche Muskelmasse auf und ist nun bereit für die Bundesliga.

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