Yuya Osako glänzt in der Vorbereitung in der Max-Kruse-Rolle - © imago images / Nordphoto
Yuya Osako glänzt in der Vorbereitung in der Max-Kruse-Rolle - © imago images / Nordphoto
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Werder Bremen im Team-Check: Das Ziel heißt Europa

Köln -  Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 16. August rollt der Ball endlich wieder in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Clubs im Teamcheck unter die Lupe. Der SV Werder Bremen geht erneut mit großen Ambitionen in die Saison.

Der Kader

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Der SV Werder Bremen hat im Vergleich zur Vorsaison nur einen Stammspieler abgegeben, aber das war nicht irgendwer: Mit Max Kruse verloren die Grün-Weißen ihren Kapitän und das Herzstück ihres Offensivspiels. 20 Scorerpunkte sammelte der Linksfuß, der nun bei Fenerbahce SK in der Türkei spielt, 2018/19 (elf Tore, neun Assists). Mit Abstand der beste Wert bei den Hanseaten. Man darf gespannt sein, wie die Kohfeldt-Truppe das kompensieren kann.

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Eine Stütze im Angriffsspiel soll Neuzugang und Werder-Rückkehrer Niclas Füllkrug werden. Nach langer Verletzungspause soll der 26-Jährige für mehr Wucht im gegnerischen Strafraum sorgen. Zudem konnte der zuletzt vom FC Bayern ausgeliehene Verteidiger Marco Friedl fest verpflichtet werden. Mit Benjamin Goller (FC Schalke), Simon Straudi (Werder II), David Philipp, Ilia Gruev und Luc Ihorst (alle eigene Jugend) sollen zudem fünf Talente bei den Profis reinschnuppern.

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Der Schlüsselspieler: Maximilian Eggestein

Nach der Vize-Europameisterschaft mit der deutschen U21-Nationalmannschaft ist der unermüdliche Mittelfeldspieler erst spät in die Vorbereitung eingestiegen, war aber praktisch aus dem Stand beim 4:0-Testspielsieg gegen Eibar der Chef im zentralen Mittelfeld. Es war sicher kein Zufall, dass die Bremer im ersten Spiel mit Maximilian Eggestein ihr mit Abstand bestes Spiel der bisherigen Vorbereitung machten. "Maxi fängt an, andere besser zu machen. Ich finde, das sieht man schon in den ersten Tagen", lobt ihn sein Trainer Florian Kohfeldt.

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Trainer und Musterschüler verbindet eine lange, gemeinsame Geschichte. Seit über zehn Jahren kennen und schätzen sich die beiden. "Es gibt wohl keinen Spieler hier, der besser weiß, wie ich Fußball sehe und was ich sehen möchte", so der Bremer Coach. Deshalb ist es auch kein Problem, dass Eggesteins Rolle für die kommende Saison noch nicht klar definiert ist. Egal, ob auf der Acht oder der Sechs: Der 22-Jährige wird voranmarschieren. Das Saisonziel gibt er jedenfalls schon einmal selbstbewusst vor: "Wir alle haben Lust, um die Plätze für Europa zu spielen. Wir sind uns alle einig, worum es gehen sollte."

Gewinner der Vorbereitung: Yuya Osako

Der quirlige Angreifer hat im Sommer auf die Teilnahme an der Copa America, bei der Japan als Gastmannschaft teilnahm, verzichtet und das macht sich für ihn absolut bezahlt. Während er praktisch während der kompletten Rückrunde mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, ist er nun endlich topfit. Und in der Vorbereitung glänzt er in der Max-Kruse-Rolle als Freigeist hinter zwei Spitzen.

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"Momentan ist er bei mir gesetzt", lobte Florian Kohfeldt nach der Partie gegen Eibar und begründete die auffällig gute Form des Japaners mit dessen neuer Rolle: "Das ist ja auch seine Idealposition", befand Kohfeldt. Yuya Osako ist vielleicht nicht so passsicher und abschlussstark wie Kruse, bewegt sich dafür aber sehr geschickt in den Zwischenräumen der gegnerischen Defensive. Durch geschickte Ballannahme lässt er häufig einen Gegenspieler aussteigen und schafft so Räume für sich und seine Mitspieler.

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Der Trainer: Florian Kohfeldt, der flexible Gewinnertyp

Florian Kohfeldt ist längst das Gesicht des SV Werder Bremen und hat seinen Vertrag kürzlich bis 2023 verlängert. "Florian und sein Trainerteam haben in den vergangenen Monaten hervorragende Arbeit geleistet. Seit er das Amt des Cheftrainers im Oktober 2017 übernommen hat, ist eine deutliche Entwicklung in der Mannschaft zu erkennen. Florian hat eine klare Vorstellung von dem, wie jeder einzelne und die gesamte Mannschaft auf dem Rasen agieren soll und somit einen Spielstil geprägt, der für attraktiven und offensiven Fußball steht", schwärmt Werders Geschäftsführer Frank Baumann.

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Dabei ist Kohfeldt taktisch enorm flexibel und stellt auch während einer Partie immer wieder das System um. Seit er Ende 2017 das Zepter übernommen hat, hat er im Club viel angestoßen. Die Bremer stecken sich hohe Ziele und versuchen gegen jeden Gegner, mutig nach vorne zu spielen. Das ist ein großes Verdienst des Trainers, dem der gute achte Rang der Vorsaison lang nicht genug ist: "Ich bin überzeugt, dass das für uns erst der Anfang war", so der 36-Jährige.

Die aktuelle Form

Die Vorbereitung startete zunächst äußerst schleppend und es setzte Niederlagen gegen den KSC (0:3) und den VfL Osnabrück (0:1). Der 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln war zudem sehr glücklich. Nach der Rückkehr von Maximilian Eggestein gelang aber gegen den spanischen Erstligisten SD Eibar eine wahre Leistungsexplosion. Am Ende konstatierte Florian Kohfeldt durchaus zu Recht, dass die Bremer sogar "noch mehr Tore hätten machen müssen".

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Im letzten Testspiel vor der Pokalpartie gegen Atlas Delmenhorst blieb die Chancenverwertung das Thema. Gegen den FC Everton spielte Werder mit der vermeintlichen A-Elf ordentlich, kam aber über ein 0:0 nicht hinaus. Florian Kohfeldt war trotzdem durchaus zufrieden: "Unser Fazit fällt überwiegend positiv aus. Wir haben einige Torchancen herausgearbeitet, wenngleich die Chancenauswertung hätte besser sein müssen."

Saisonziel und Prognose

Werder hat in der vergangenen Saison die Europa League nur um einen Punkt und drei Tore verpasst. Trotz des Weggangs von Max Kruse ist das internationale Geschäft aber wie im Vorjahr das erklärte Ziel. Das ist ambitioniert und es muss schon viel passen, damit das gelingt. Das ist den Bremern aber auch bewusst. "Es wird kommende Saison definitiv schwerer als in der letzten. Die Liga wird nochmal einen Schritt nach vorne machen, allein schon durch die vielen neuen Trainer und deren Spielidee kommt viel Dynamik rein. Dazu die Transfers, die gemacht werden - es wird schwerer, ganz sicher", erklärt beispielsweise Nuri Sahin.

Aber die Bremer Einstellung unter Kohfeldt ist klar: Nur weil etwas schwer ist, heißt es nicht, dass man es nicht trotzdem schaffen kann.