Zusammenfassung

  • Der BVB bleibt nach Kraftakt in Mainz weiter ungeschlagen und marschiert vorne weg

  • Düsseldorfs Doni Lukebakio schockt mit drei Toren den FC Bayern München

  • Borussia Mönchengladbach bleibt nach bärenstarker Leistung am BVB dran

Köln - Borussia Dortmund bleibt nach einem schweren Spiel in Mainz das Maß der Dinge in der Bundesliga, Gladbach und Frankfurt sind dem BVB aber weiterhin auf den Fersen und die Erzrivalen der Schwarz-Gelben blasen zur Aufholjagd, schießen sich gegen Nürnberg für das Revierderby in zwei Wochen warm - darüber spricht die Bundesliga nach dem 12. Spieltag.

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1) Der BVB marschiert weiter - auch dank Paco Alcacer

Borussia Dortmund gibt sich auch am 12. Bundesliga-Spieltag keine Blöße - auch wenn der 1. FSV Mainz 05 es dem BVB richtig, richtig schwer macht. Nach furiosem Beginn mit drei Hochkarätern in den ersten zehn Minuten bekommt der BVB bei den 05ern zusehends Probleme, darf sich am Ende bei Torwart Roman Bürki bedanken, dass es mit 0:0 in die Pause geht und findet auch nach der Pause nur mühsam wieder ins Spiel. Bis, ja bis - wer auch sonst - Paco Alcacer nach 64 Minuten das Spielfeld betritt.

Der Spanier macht genau dort weiter, wo er vor der Länderspielpause aufgehört hat, erzielt knapp zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung das erlösende 1:0 für die Schwarz-Gelben. Sein insgesamt neuntes Bundesliga-Tor (acht davon erzielte er als Joker). Nur 237 Bundesliga-Minuten brauchte Alcacer für diese neun Tore, damit pulverisiert Alcacer einen Uralt Rekord von Gert Dörfel, der 565 Minuten für seine ersten neun Treffer benötigt hatte (1963/64 für den HSV). Gut für die Westfalen, dass sie einen Tag zuvor die Kaufoption gezogen und ihren bis dahin ausgeliehenen Knipser bis 2023 fest vom FC Barcelona verpflichtet haben. Es läuft halt bei Alcacer und beim BVB, den auch der postwendende Ausgleich von Robin Quaison nicht aus der Bahn wirft. Lukasz Piszczek macht am Ende den 2:1-Erfolg per Traumtor klar. Dortmund marschiert an der Spitze voran und ist spätestens jetzt der heißeste Kandidat auf die Herbstmeisterschaft - und vielleicht sogar noch mehr...

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Mit diesem Schuss trifft Paco Alcacer gut zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung
Mit diesem Schuss trifft Paco Alcacer gut zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung © gettyimages / Matthias Hangst

2) Lukebakio, Lukebakio und Lukebakio: Fortuna ärgert die Bayern

"Pure Ekstase! Natürlich hofft man immer, dass man durch einen Standard oder eine andere Situation in die Nähe eines Tores kommt. Aber was Dodi aus den Bällen gemacht hat, ist sensationell. Er kann unglaublich wichtig für uns sein. Wenn ich diese Leistung von uns mit einem Wort zusammenfassen sollte: Es wäre ‚Stolz‘!", fasste Oliver Fink seine Gefühle nach dem 3:3 beim FC Bayern München zusammen. Stolz konnte Fortuna Düsseldorf tatsächlich sein, denn wer als Aufsteiger beim amtierenden Deutschen Meister nach 1:3-Rückstand zurückkommt, am Ende ein nicht unverdientes 3:3 holt, der hat einen echten Coup gelandet.

Ein echter Coup war für die Fortuna auch die Verpflichtung von Dodi Lukebakio. Im Alleingang besorgte der aus England ausgeliehene Belgier den Punktgewinn in der Allianz Arena, traf erst zum 1:2, dann zum 2:3 und in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleich. "Wir haben gehofft, dass Dodi Lukebakio sich mit seiner Schnelligkeit die ein oder andere Chance erarbeitet. Wenn es in dieser Form gelingt, gehört auch etwas Glück dazu", gab Fortuna-Coach Friedhelm Funkel nach dem Spiel zu. Glück hin oder her: Am Ende wird es allen Düsseldorfern egal sein, wie sie diesen Punkt beim Rekordmeister gewonnen haben. Lukebakio allerdings, wird von seinen Mannschaftskollegen sicherlich den ein oder anderen Schulterklopfer bekommen.

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Erfolgsduo bei der Fortuna: Dodi Lukebakio und Friedhelm Funkel
Erfolgsduo bei der Fortuna: Dodi Lukebakio und Friedhelm Funkel © gettyimages / Sebastian Widmann

3) Frankfurt festigt Platz in der Spitzengruppe

Der 3:1-Sieg beim FC Augsburg erlaubte es, über Historisches zu sprechen. Nicht nur, weil Eintracht Frankfurt zuvor noch nie bei den Fuggerstädtern gewonnen und somit ein Novum in der eigenen Historie geschaffen hatte. Sondern auch deshalb, weil der ligaweit gefürchtete Sturm mit Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic immer gefährlicher wird. Und das erinnert an frühere Größen des Club. Und natürlich auch an andere fußballerische Idole. 23 Tore zählt das Trio bereits nach zwölf Spieltagen – dafür hatten sie in der vergangenen Saison noch 34 Spieltage gebraucht. Haller traf zudem in sieben aufeinanderfolgenden Pflichtspielen. Der einzige Stürmer im Frankfurter Trikot, der das vor dem ihm schaffte, war der Ghanaer Anthony Yeboah.

Der Franzose, der in Augsburg seine sechste Torvorlage (Ligabestwert) und seinen neunten Treffer erzielte, führt die Torjäger-Tabelle gemeinsam mit dem Dortmunder Paco Alcacer und Mannschaftskollege Luka Jovic an. Keine Frage: Die Frankfurter Offensiv-Reihe ist das Prunkstück des Fußball-Oberhauses. Das ist grundsätzlich nichts Neues, doch mittlerweile erreicht auch die Statistik des Dreiecks historische Dimensionen. In der Geschichte der Bundesliga war nur eine Dreier-Kombination erfolgreicher. Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß brachten es in der Saison 1976/77 zum gleichen Zeitpunkt der Saison auf insgesamt 30 Tore. Deutscher Meister wurde am Ende dieser Saison übrigens nicht der FC Bayern München, bei dem die drei spielten, sondern Borussia Mönchengladbach. Ein weiteres Team, das mit der Eintracht und Borussia Dortmund die Spitzengruppe der Liga bildet.

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4) Skrzybski erfüllt sich Kindheitstraum - Schalke bläst zur Aufholjagd

Als Kind schlief Steven Skrzybski in Schalker Bettwäsche, jetzt schoss er den Vizemeister bei seinem Startelfdebüt mit zwei Toren zum Sieg gegen Nürnberg. Ein Traum wurde war für den in der Sommerpause von Union Berlin nach Gelsenkirchen gewechselten Offensivspieler: "Auf diesen Moment habe ich lange gewartet", sagte der schnelle Angreifer, der zum allerersten Mal auf Schalke spielte, "ich wollte unbedingt dem Trainer danken, indem ich alles reinhaue." Dass die Knappen, die zuvor lediglich acht Saisontore erzielt hatten, gegen Nürnberg gleich fünfmal jubeln konnten, sei kein Zufall gewesen.

"Wir hatten nach den vielen Englischen Wochen zuletzt ein wenig Zeit, an unserem Spiel zu feilen. Bei den Toren, die wir herausgespielt haben, waren einige Muster der vergangenen beiden Trainingswochen zu erkennen“, berichtet Bastian Oczipka. Zwar sei auch gegen die Franken noch nicht alles rund gelaufen, die Mannschaft sei aber definitiv auf dem richtigen Weg. "Wir müssen uns durch solche Siege Stück für Stück da unten rausarbeiten", fordert der Linksfuß. Genug Selbstvertrauen dürfte dieser Sieg, der von einer tollen Choreografie vor dem Spiel begleitet wurde, die sich der Fanfreundschaft zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg widmete, in jedem Fall geben. Das ist auch nötig, denn der nächste Gegner in der Veltins-Arena ist in zwei Wochen alles andere als ein Freund: Dann wartet der Erzrivale und Tabellenführer Borussia Dortmund auf die Königsblauen.

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5) Im letzten Spiel fallen drei Rekorde - Gladbach setzt sich oben fest

Auch das neunte Spiel dieses Spieltags zwischen Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 hatte es in sich: Gerade mal 22 Sekunden brauchte Hannovers Bobby Wood, um die Kugel zum ersten Mal an diesem Abend im Borussia-Park im Tor unterzubringen. Damit schoss der US-Amerikaner das bis dato schnellste Tor dieser Saison. Nachdem am Samstag bereits Jonathan de Guzman für Eintracht Frankfurt und Kerem Demirbay für die TSG Hoffenheim jeweils in der ersten Spielminute getroffen hatten, ist der 12. Spieltag dieser Saison damit der erste Bundesliga-Spieltag jemals, an dem gleich drei Mannschaften ein Tor in der ersten Minute markieren konnten.

Auch das war der Rekorde aber noch nicht genug. Thorgan Hazard, Michael Lang, Lars Stindl und Denis Zakaria drehten das Spiel mit ihren Toren für Gladbach und bescherten der Bundesliga damit den bis dato torreichsten Spieltag dieser Spielzeit. Insgesamt 36 Mal zappelte der Ball in allen neun Stadien im Netz, am 3. Spieltag waren es 34 Treffer gewesen. Borussia Mönchengladbach hatte zwar entscheidenden Anteil an diesen Rekorden, viel wichtiger war für die Fohlen aber, dass sie sich mit einer weiteren bärenstarken Leistung auf Platz zwei der Liga festsetzen konnten. Der Tabellenführer aus Dortmund bleibt mit vier Punkten Abstand in Schlagdistanz, zumal beide Mannschaften am letzten Spieltag der Hinrunde noch aufeinander treffen. Nach den Punktverlusten von RB Leipzig, Bayern, Hoffenheim und Hertha BSC konnte das Team von Dieter Hecking im Kampf um die europäischen Plätze zudem ein wenig Abstand zu den Verfolgern herstellen.

>>> Spielbericht: Gladbach zerlegt Hannover und setzt sich oben fest

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>>> Die offizielle Tabelle nach dem 12. Spieltag

>>> Die offizielle Torjägerliste der Bundesliga

Thorgan Hazard markiert gegen Hannover sein achtes Saisontor
Thorgan Hazard markiert gegen Hannover sein achtes Saisontor © gettyimages / Maja Hitij