Zusammenfassung

  • Nach dem 3:3 gegen Düsseldorf war die Laune von Thomas Müller logischerweise getrübt

  • Trotzdem geht der Routinier beim FC Bayern voran

  • "Grundsätzlich sind der Mannschaft der Wille und über weite Strecken auch die Spielfreude anzusehen gewesen", analysierte Müller

München - Es müllert wieder in München! Seine 561-minütige Torflaute beendete Thomas Müller auf seine ganz eigene, unnachahmliche Weise. Mit einem gelenkigen Sprung pflückte der Stürmer des FC Bayern München einen weiten Ball von Jerome Boateng aus der Luft und mogelte ihn mit dem zweiten Kontakt irgendwie an Fortuna Düsseldorfs Torhüter Michael Rensing vorbei ins Netz. Trotzdem war seine Laune anschließend angesichts des Resultats von 3:3 etwas getrübt.

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Dabei hatte Müller eigentlich alles zu einem gelungenen Nachmittag beigetragen. Seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 ließ der Nationalspieler, der vor der Partie für sein 100. Länderspiel am vergangenen Montag geehrt wurde, im zweiten Durchgang nach einer schönen Kombination und sehenswerter Ablage von Robert Lewandowski noch einen weiteren folgen. Erstmals seit März 2015 war er dabei per Weitschuss von außerhalb des Strafraums erfolgreich.

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Müller wollte eigentlich "zufrieden ins Bett gehen"

"Ich dachte über weite Strecken des Spiels, dass ich ziemlich zufrieden ins Bett gehen kann", sagte Müller. Daher verließ er auch bei seiner Auswechslung in der zweiten Minute der Nachspielzeit beim Stand von 3:2 für den Rekordmeister das Feld mit dem Gefühl eines Matchwinners. Von draußen musste Müller allerdings mitansehen, wie Düsseldorfs Dodi Lukebakio nur eine Minute später mit seinem dritten Treffer des Tages den Bayern die sicher geglaubten drei Punkte doch noch entriss.

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"Es geht darum, Spiele zu gewinnen", betonte Müller. Die Freude über seinen ersten Doppelpack seit Januar dieses Jahres war ihm durch das späte Unentschieden etwas vergangen. "Natürlich freut es mich, dass ich selbst getroffen habe, aber das bringt mich nicht weiter."

"Grundsätzlich sind der Mannschaft der Wille und über weite Strecken auch die Spielfreude anzusehen gewesen" Thomas Müller (FC Bayern München)

Müller geht voran

Dennoch zeigte Müller eine überzeugende Leistung, auf der sich aufbauen lässt. Als rechter Flügelstürmer schaffte er immer wieder Räume und trieb das Offensivspiel seiner Mannschaft an, indem er immer wieder in die torgefährlichen Zonen vorstieß. Im Vergleich zu seinen Teamkollegen zog Müller die meisten Sprints an (32) und ging hinter Joshua Kimmich die weitesten Wege (11,8 Kilometer).

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"Grundsätzlich sind der Mannschaft der Wille und über weite Strecken auch die Spielfreude anzusehen gewesen", analysierte Müller, der sich vor dem Tor besonders kaltschnäuzig präsentierte: Seine einzigen beiden Torschüsse waren drin. Aber er fügte an: "Vielleicht soll es auch gerade einfach nicht sein. Der letzte Ball ist von Niki (Niklas Süle, Anm.d.Red.) noch leicht abgefälscht, das kommt dann auch noch dazu."

Hier trifft Müller zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Düsseldorf
Hier trifft Müller zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Düsseldorf © gettyimages / Alexander Hassenstein

Müller trotz "Schattenseiten" kämpferisch

Die Bayern blieben damit im vierten Bundesliga-Heimspiel in Folge sieglos. Das passierte den Münchnern in der 2005 eröffneten Allianz Arena noch nie. "Die Schattenseiten" machte Müller als Ursache für den erneuten Dämpfer aus, "daraus resultiert immer ein Tor des Gegners. Dadurch bringen wir uns selbst um den Lohn."

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Der Rückstand des Titelverteidigers auf Spitzenreiter Borussia Dortmund wuchs wegen des gleichzeitigen Dreiers der Westfalen in Mainz auf neun Punkte. "Die Situation hat sich natürlich nicht verbessert, aber auch nicht geändert", sagte Müller. Seinen Kampfgeist hat der 29-Jährige jedenfalls nicht verloren, entsprechend forsch richtete er den Fokus auf die kommenden Spiele: "Wir brauchen Punkte, müssen in jedes Spiel alles reinlegen und versuchen, die Dinge abzustellen, die uns die Punkte kosten." Dann kann Müller auch wieder rundum zufrieden ins Bett gehen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz