Am 8. Spieltag im Fokus: Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Steffen Tigges - © imago images (2) / Getty Images
Am 8. Spieltag im Fokus: Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Steffen Tigges - © imago images (2) / Getty Images
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8. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Gala des FC Bayern München, Werder-Knipser Niclas Füllkrug glänzt erneut und der 1. FC Köln ärgert Borussia Dortmund vor dem Klassiker - die Themen des 8. Spieltags.

1) Nach 4:0-Gala: Bayern will im Klassiker nachlegen

Im Freitagsduell des 8. Spieltags hat der FC Bayern München seine Qualität in der Bundesliga wieder eindrucksvoll auf den Rasen gezaubert. Die Münchner dominierten Bayer 04 Leverkusen beim 4:0-Heimsieg nach Belieben und können sich mit dieser Leistung berechtigte Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr an die Tabellenspitze machen. "Der Druck war auf uns alle groß. Bei Bayern ist der Druck immer groß, damit müssen wir umgehen. Wir alle wollen gewinnen und die Nummer eins sein, das haben wir in diesem Spiel gezeigt", schätzte der wiederholt brillante Jamal Musiala die aktuelle Lage ein.

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Die Länderspielpause nutzten die Bayern - trotz der Abstellung zahlreicher Nationalspieler - zur Reflexion über die vergangenen Wochen, die an der Säbener Straße niemand zufriedenstellen konnten. Herausgekommen ist eine lupenreine Vorstellung gegen eine offensiv eingestellte Mannschaft, deren Ausrichtung den Münchenern entgegengekommen sein dürfte. Dass mit Leroy Sane, Musiala (ein Tor, zwei Vorlagen), Sadio Mane (erstes Heimtor) sowie Thomas Müller alle aus der Offensivreihe trafen, sollte die qua ihres Selbstverständnisses breite Brust des FCB vor dem Champions-League-Duell in Pilsen und dem Klassiker gegen Dortmund am 9. Spieltag noch breiter werden lassen.

"So können wir weiter machen und so wollen wir auch zuhause gegen Pilsen spielen. Dann reisen wir mit einem guten Gefühl nach Dortmund und werden auch da versuchen zu gewinnen", blickt der ebenfalls glänzend aufgelegte Manuel Neuer auf den heißen Herbst, der zu einem goldenen werden soll, voraus.

2) Füllkrug-Show beim Werder-Wahnsinn

"Lücke für Deutschland", sangen die Werder-Fans nach dem Abpfiff im Stadion. Gemeint war natürlich Torjäger Niclas Füllkrug, der beim sensationellen 5:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach der Mann des Spiels war. Der 29-Jährige erzielte zwei der fünf Bremer Treffer, legte einen weiteren vor und war damit erstmals in dieser Bundesliga-Saison in einer Partie an drei Treffern direkt beteiligt. "Ich bin einer guten Form und möchte die noch lange halten, aber zur Form trägt immer das Team bei. Ich arbeite weiter. Das Wichtigste ist, dass ich fit bin und bleibe. Das bringt mich unheimlich nach vorne", erklärte der Stürmer nach dem Erfolg am Samstagabend.

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Das Team von Ole Werner legte im eigenen Stadion unaufhaltbar los und überrollte Gladbach in der Anfangsphase. Bereits nach 13 Minuten führte Bremen 3:0 durch die Tore von Füllkrug (5., 13.) und Marvin Ducksch (13.). Ein Eigentor von Ramy Bensebaini (37.) und Mitchell Weisers erster Bundesliga-Treffer im Bremen-Trikot (73.) waren am Ende nur noch Ergebniskosmetik. "Es war eine überragende erste Halbzeit. Darauf kann die Mannschaft stolz sein, es war nah an 100 Prozent", sagte Ole Werner nach dem Spiel und lobte vor allem seinen Top-Torjäger: "Niclas ist ein sehr kompletter Spieler, der alles mitbringt, was ein Stürmer braucht. Er hat den unbedingten Willen, Spiele zu gewinnen und sich zu verbessern. Das trägt er in die Mannschaft und das brauchen wir auch."

"Ich bin einer guten Form und möchte die noch lange halten, aber zur Form trägt immer das Team bei. Ich arbeite weiter. Das Wichtigste ist, dass ich fit bin und bleibe. Das bringt mich unheimlich nach vorne", sagte Füllkrug, der mit sieben Toren nach acht Spieltagen der beste Werder-Torjäger seit Miroslav Klose 2005/06 ist.

3) "Einfach geil": Köln dreht gegen Dortmund auf

Ein Fußballfest vor 50.000 Fans hatte sich Steffen Baumgart für das Duell seines 1. FC Köln mit Borussia Dortmund gewünscht. Und das Aufeinandertreffen der beiden Westrivalen wurde zum Fußballfest vor 50.000 Fans im ausverkaufen RheinEnergieStadion. Daran hatten Baumgarts "Geißböcke" bei ihrem 3:2 (0:1)-Heimsieg gegen die Schwarzgelben nicht nur großen Anteil, sie waren in der zweiten Halbzeit die Hauptdarsteller eines großartigen Spiels in toller Atmosphäre. Florian Kainz (53.) und Steffen Tigges (56.) drehten nach dem Seitenwechsel innerhalb kürzester Zeit die Dortmunder Pausenführung durch Julian Brandt (31.), Dejan Ljubicic (71.) und ein Eigentor von Benno Schmitz (78.) besiegelten den durchaus überraschenden Endstand in der rheinischen Millionenmetropole.

3:2-Heimsieg: 1. FC Köln feiert "Fußballfest" gegen Borussia Dortmund

Damit versauten die Kölner ihrem ehemaligen Torjäger Anthony Modeste die Rückkehr in die Domstadt gründlich: Der sensible Stürmer, in der vergangenen Saison noch mit 20 Toren FC-Erfolgsgarant, blieb blass bei seinem Gastspiel in Müngersdorf. Durch die Auswärtsniederlage bei nach der Pause bärenstarken "Geißböcken" misslang dem BVB nicht nur die Bundesliga-Generalprobe vor dem Klassiker gegen den FC Bayern München, die Schwarzgelben verpassten den Sprung an die Tabellenspitze. "Wir waren in den ersten 15, 20 Minuten der zweiten Halbzeit nicht bereit, Zweikampfhärte zu zeigen. Dann darf man sich nicht wundern, dass man hier drei Tore kassiert", war Dortmunds Coach Edin Terzic merklich angefressen: "Wir haben zum Ende hin alles versucht, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Es waren genügend Möglichkeiten da. Wenn man drei Tore kassiert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man das Spiel verliert. Das nervt.“

Die Kölner dagegen waren überglücklich und feierten nach dem Abpfiff zu kölschen Klängen mit ihren Fans. "Es war eine überragende Stimmung, vor allem am Ende war es richtig laut. Nach dem 3:1 vor der Kurve, das sind besondere Momente. Wenn ich mit dem Fußballspielen aufhöre, werde ich mich daran erinnern", schilderte Torschütze Ljubicic seine Gefühlswelt. Und auch FC-Abwehrchef Timo Hübers strahlte: "Das war die coolste Halbzeit, die wir in dieser Saison erlebt haben im RheinEnergieStadion. Was auf dem Platz war, aber auch, was draußen los war, wie die Fans uns gepusht haben: Das hat schon Spaß gemacht“, sagte der Kölner Abwehrchef, dessen Team nach dem Erfolg mit breiter Brust ins rheinische Derby bei Borussia Mönchengladbach gehen kann. Oder um es mit Steffen Baumgart zu sagen: "Einfach nur geil. Wenn du so ein Spiel nicht als Fußballfest feierst, dann können wir aufhören."

4) Eintracht knackt Tabellenführer Union

Unions starke Serie von 14 Spielen ohne Niederlage ist gerissen! Eintracht Frankfurt bezwang die Köpenicker 2:0 im eigenen Stadion und feierte den zweiten Heimsieg der Saison. "Über die gesamten 90 Minuten war das ein sehr verdienter Sieg für uns, es war eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft. Wir waren immer wach und haben das Tempo gut kontrolliert", sagte Cheftrainer Oliver Glasner nach dem Spiel. Mario Götze schoss die SGE mit seinem ersten Heimtreffer in Führung (12.), Jesper Lindström erzielte noch vor der Pause das 2:0 mit einem genialen Solo-Lauf, der an Eintracht-Legende Jay-Jay Okocha erinnerte (42.).

Die Trainerstimmen zum 8. Spieltag

"Es war ein unheimlich schöner Sieg! Auch in der Art und Weise, wie wir gewonnen haben. Die Dinge, die Union so stark macht, haben wir sehr gut unterbunden. Wir haben als Team eine große Mentalität, kämpfen füreinander und bleiben dran, auch wenn es wehtut – und die letzten Minuten haben glaube ich richtig wehgetan", erklärte Torhüter Kevin Trapp, der mit einigen starken Paraden die Hessen im Spiel hielt. Wie von Trapp angesprochen, waren besonders die letzten 20 Minuten ziemlich kräftezehrend für die Adlerträger, denn Stürmer Randal Kolo Muani, der einen Assist beisteuerte, sah in der 68. Minute die Gelb-Rote Karte. Trotzdem kämpfte die SGE gegen den Tabellenführer an und verteidigte erfolgreich den Sieg.

Vier der letzten fünf Bundesliga-Spiele konnte die Eintracht für sich entscheiden und feierte zuletzt den ersten Sieg in der Champions League. Oliver Glasner tritt dennoch auf die Bremse und hat bereits die kommenden Aufgaben im Blick: "Wir müssen uns deswegen aber nun nicht tagelang auf die Schultern klopfen. Wir müssen dranbleiben und dürfen nicht nachlassen. Schon am Dienstag geht es gegen einen sehr starken Gegner weiter."

5) Werner und Nkunku zaubern bei Leipzig

Timo Werner traf direkt bei seinem Comeback im Trikot der Leipziger, doch dann konnte er mehrere Bundesliga-Spiele kein Tor mehr erzielen - nun scheint er wieder in seine Form gefunden zu haben. Mit seinem Tor in der 15. Spielminute öffnete er den 4:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum und machte später noch zum 3:0 (53.) den Deckel drauf. Dazu traf er ein weiteres Mal das Aluminium. Nachdem er zuletzt als Mittelstürmer nicht komplett überzeugen konnte, half ihm die Umstellung auf den linken Flügel, immer wieder in freie Räume und darin zu Abschlüssen zu kommen.

Doch wem Marco Rose mit dem Positionstausch am meisten half, war Christopher Nkunku. Der Topstürmer aus der vergangenen Saison hatte seine Probleme mit der Umstellung auf die Viererkette - vor allem, weil er seitdem auf den Flügeln ran musste. In den ersten vier Spielen auf seiner früheren Position traf er kein einziges Mal. Roses Geniestreich, ihn auch vor der Viererkette wieder als hängende Spitze zentral aufzustellen, löste beim Franzosen die Probleme: Nkunku erzielte zwei Tore, legte vier Torschüsse für sein Team auf und holte einen Elfmeter heraus. Dass er den zweiten Elfmeter des Spiels dann an den Pfosten setzte, wird sein Trainer ihm bei dieser Gesamtleistung verzeihen können. Nkunku in der Mitte - das funktioniert einfach. "Wir haben richtig viele Sachen gut umgesetzt, waren richtig scharf. Wir hatten eine Menge Chancen und haben trotzdem zu Null gespielt. Es war sehr gut", lobte Rose seine Elf für ein gutes Spiel.