Die Kölner Mannschaft feiert gemeinsam mit ihren Fans den Sieg - © INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Die Kölner Mannschaft feiert gemeinsam mit ihren Fans den Sieg - © INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
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"Einfach geil": 1. FC Köln feiert Heimsieg bei "Fußballfest" gegen Borussia Dortmund

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"Kölle alaaf" und "Stonn op un danz": Zu kölschen Klängen feierten Spieler und Fans einen Überraschungserfolg im RheinEnergieStadion. Mit dem Publikum im Rücken rang der 1. FC Köln zuvor Borussia Dortmund dank einer fulminanten zweiten Hälfte 3:2 (0:1) nieder. Das Team von Trainer Steffen Baumgart präsentierte sich kampf-, lauf- sowie spielstark und zeigte sich mehr als bereit für die anstehenden Aufgaben im heißen Herbst - inklusive rheinisches Derby gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Wochenende.

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Ein Fußballfest vor 50.000 Fans hatte sich Steffen Baumgart für das Duell seines 1. FC Köln mit Borussia Dortmund gewünscht. Und das Aufeinandertreffen der beiden Westrivalen wurde zum Fußballfest vor 50.000 Fans im ausverkaufen RheinEnergieStadion. Daran hatten Baumgarts "Geißböcke" bei ihrem 3:2 (0:1)-Heimsieg gegen die Schwarzgelben nicht nur großen Anteil, sie waren in der zweiten Halbzeit die Hauptdarsteller eines großartigen Spiels in toller Atmosphäre. Florian Kainz (53.) und Steffen Tigges (56.) drehten nach dem Seitenwechsel innerhalb kürzester Zeit die Dortmunder Pausenführung durch Julian Brandt (31.), Dejan Ljubicic (71.) und ein Eigentor von Benno Schmitz (78.) besiegelten den durchaus überraschenden Endstand in der rheinischen Millionenmetropole.

Spielbericht: 3:2-Heimsieg - Köln dreht das Spiel gegen den BVB

"Das war einfach geil", jubelte FC-Coach Steffen Baumgart angesichts des erfolgreich beendeten Bundesliga-Spiels, das beide Seiten mit offenem Visier bestritten hatten. 20 zu 21 Torschüsse zählten die Statistiker aus Sicht der Kölner in den packenden 90 Minuten, die letztlich mit dem Gastgeber einen verdienten Sieger fanden. Zeitweise spielten die "Geißböcke" im zweiten Durchgang furios auf, hatten sogar noch mehr Treffer auf dem Fuß. Doch auch der BVB hielt über weite Strecken mit voller Offensive dagegen. "Wenn du so ein Spiel nicht als Fußballfest feierst, dann können wir aufhören. Dazu gehören zwei Mannschaften, die mit offenem Visier spielen. Wir waren nicht besser, sondern haben uns mehr reingehauen", betonte Kölns Trainer im Anschluss an die Partie, fügte aber auch hinzu: "In der zweiten Halbzeit sind wir nicht nur gerannt, sondern haben auch einen richtig guten Fußball gespielt. Da haben die Jungs ihr Herz in die Hand genommen und sind marschiert."

"Wenn ich mit dem Fußballspielen aufhöre, werde ich mich daran erinnern"

Dabei immer wieder vorne weg der überragende Kölner Mittelfeld-Motor Ljubicic, der mit 12,6 Kilometer das größte Laufpensum abspulte und mit dem dritten Treffer der "Geißböcke" letztlich zum entscheidenden Mann auf dem Platz wurde. "Es war eine überragende Stimmung, vor allem am Ende war es richtig laut. Nach dem 3:1 vor der Kurve, das sind besondere Momente. Wenn ich mit dem Fußballspielen aufhöre, werde ich mich daran erinnern", schilderte der Österreicher seine Gefühlswelt nach seinem Tor. Nach Zuspiel des eingewechselten Denis Huseinbasic hatte Ljubicic aus 20 Metern halblinker Position genau Maß genommen und den Ball unhaltbar für Dortmunds Schlussmann Alexander Meyer ins rechte Eck geschlenzt. Für Ljubicic das Ergebnis des großen Teamgeists beim FC: "In der zweiten Halbzeit sind wir voller Energie rausgekommen und haben das Spiel gedreht. Jeder hat für den anderen gefightet, das zeichnet uns aus. Es ist einfach wunderschön, in diesem Team zu spielen."

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Das dürften auch die Fans der Kölner gedacht haben, die ihre Mannschaft nach dem 3:2-Heimsieg zu kölschen Klängen feierten. Dank einer klaren Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel fuhren die "Geißböcke" ihren zweiten Heimsieg ein - nach Schalke nun gegen Dortmund. "Das war die coolste Halbzeit, die wir in dieser Saison erlebt haben im RheinEnergieStadion“, strahlte Timo Hübers im Anschluss an das Fußballfest in Müngersdorf. "Was auf dem Platz war, aber auch, was draußen los war, wie die Fans uns gepusht haben: Das hat schon Spaß gemacht“, beschrieb der FC-Abwehrchef die Kulisse in Müngersdorf während der Partie, bei der die Dortmunder natürlich auf eine andere Geschichte gehofft hatten: Mit einem Sieg im Vorfeld des ewig jungen Klassikers gegen den FC Bayern München am kommenden Wochenende wollten sich die Schwarzgelben in Köln nochmals Selbstbewusstsein holen. Ein Satz mit X – vor allem, weil sich der BVB in der zweiten Halbzeit phasenweise nicht genügend gegen die Wucht der Gastgeber stemmte.

Keine glückliche Rückkehr nach Köln für Modeste

Und da war dann noch die emotionale Rückkehr von Anthony Modeste: Der französische Torjäger, der den FC in der vergangenen Saison mit 20 Toren zurück in den Europapokal schoss, danach aber Richtung Dortmund verließ, feierte kein gelungenes Wiedersehen mit seinen alten Kollegen. Den freundlichen Begrüßungen auf dem Felde (und den Pfiffen von den Rängen) folgte ein schwacher Auftritt des Mittelstürmers. Modeste gab nur einen der 21 Dortmunder Torschüsse ab, war lediglich 27 Mal am Ball und gewann einzig 39 Prozent seiner Zweikämpfe. Auch Teamkollege Salih Özcan, vor der Saison ebenfalls aus Köln zum BVB gewechselt, erwischte keinen Glanztag – und musste nach seiner Auswechslung in der 70. Minute tatenlos zusehen, wie der FC mit viel Leidenschaft und etwas Glück die knappe Führung über die Zeit rettete.

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Hatten die Kölner in der ersten Halbzeit noch ihre Probleme, selbst zu Torchancen zu kommen und die Dortmunder vom eigenen Tor fernzuhalten, war es den Baumgart-Schützlingen mit dem Publikum im Rücken nach dem Seitenwechsel immer besser gelungen, das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Rechtzeitig zum Start in den heißen Herbst tanken die "Geißböcke" so neues Selbstvertrauen: Am kommenden Bundesliga-Wochenende geht es für den FC zum rheinischen Derby bei Erzrivale Borussia Mönchengladbach, zuvor steht in der UEFA Europa Conference League noch das wichtige Heimspiel gegen Partizan Belgrad an. "Wir wollen in dieser Saison auch große Gegner schlagen und das ist uns diesmal gelungen", erklärte Kainz, der nicht nur zum Ausgleich traf, sondern dessen Eckball auf den ehemaligen Dortmunder Tigges dem Spiel die endgültige Wende gab. "Das gibt uns Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl für das Derby und die nächsten Wochen."