Der FC träumt von Europa, Bayern ist Meister und Fürth ist abgestiegen - © IMAGO / Team 2, IMAGO / Jan Huebner, IMAGO / Zink
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31. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Der FC Bayern München feiert ausgerechnet im Klassiker gegen Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft, der 1. FC Union Berlin und der 1. FC Köln überzeugen im Europapokal-Rennen, die SpVgg Greuther Fürth steigt ab und der SV Werder Bremen setzt im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga beim FC Schalke 04 ein Ausrufezeichen - die Themen des Wochenendes.

1) Die Bayern feiern den zehnten Meistertitel in Serie

Der FC Bayern München hat den Klassiker und damit auch die Deutsche Meisterschaft gewonnen! Mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund tütete der Rekordmeister damit die zehnte Meisterschaft in Serie ein. "Das Jahr war nicht ganz so leicht. Ich bin froh, dass wir es jetzt mit dem Meistertitel gekrönt haben", freute sich Julian Nagelsmann über seine erste Meisterschaft als Coach.

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"Die Jungs haben, wenn es drauf ankam, sehr gut geliefert. In der Meisterschaft waren wir in den entscheidenden Momenten da", fand der Trainer lobende Worte für seine Mannen. Für den FC Bayern ist es der insgesamt 32. Titel, der 31. seit Gründung der Bundesliga. Der Rekordmeister des Rekordmeisters ist Thomas Müller: Der Bayer ist der erste Spieler, der elf Deutsche Meisterschaften gewinnen konnte. "Deutscher Meister zu werden ist immer wieder das Schönste. Die Bundesliga ist das, wofür die Fans ins Stadion gehen", sagte Müller nach der Partie gegen den BVB.

Die Münchner feierten nach dem Erfolg im Klassiker losgelassen mit der traditionellen Weißbier-Dusche. Mit Pappschalen feierten sie den historischen Erfolg. "Wahrscheinlich wird man erst in ein paar Jahren realisieren, was für ein großer Erfolg es war, zum zehnten Mal in Folge die Meisterschaft zu holen", sagte Robert Lewandowski, der beim 3:1 sein 33. Saisontreffer erzielte. Bei aller Freude und Feierei, die Zukunft konnten und wollten die Münchner an diesem Abend auch nicht aus den Augen lassen. "Wir werden alles daran setzen, auch den elften Titel in Folge zu holen", kündigte Trainer Nagelsmann an, der nach der ersten Meisterschaft auf den Geschmack gekommen ist.

2) Leverkusen ist der große Gewinner im Kampf um die Champions League

Mit einem 4:1-Sieg hat Bayer 04 Leverkusen die SpVgg Greuther Fürth am Samstagnachmittag in die 2. Bundesliga geschickt. Ein Ergebnis, das nach dem Spielverlauf vielleicht ein wenig zu hoch ausfällt, aber was einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit der Leverkusener verdeutlicht: Von den fünf Schüssen, die auf den Fürther Kasten kamen, saßen vier. Neben dem agilen Paulinho, der sich mit einem Treffer belohnte, erzielte auch Top-Torjäger Patrik Schick sein 21. Saison-Tor. Mehr waren einem Ausländer im Dress der Werkself noch nie gelungen. Aber auch Winter-Neuzugang Sardar Azmoun machte bei seinem zweiten Startelfeinsatz klar, warum ihn Bayer unbedingt haben wollte: Mit seinem ersten Bundesliga-Tor und einem sensationellen Assist per Außenrist setzte der Iraner eine erste Duftmarke.

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Parallel spielten der Mannschaft von Gerardo Seoane aber vor allem die Ergebnisse auf den anderen Plätzen in die Karten. Weil RB Leipzig in den Schlussminuten gegen den 1. FC Union Berlin noch eine Niederlage einfuhr (1:2) und der SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein Remis (3:3) hinauskam, ist Bayer der große Gewinner im Kampf um die Champions League. Die Werkself schiebt sich damit an Leipzig vorbei auf Platz drei und hat nun drei Zähler Vorsprung vor den Tabellenfünften Freiburg bei einem deutlich besseren Torverhältnis. In die letzten drei Spieltage startet Leverkusen in diesen Dreikampf also auf der Pole-Position.

3) Union behauptet dramatisch Platz sechs - der FC den siebten Rang

Lange sah es so aus, als ob der Vizemeister und erneute Champions-League-Aspirant Leipzig seiner Favoritenrolle gegen Union Berlin gerecht werden würde. Sehr lange. Dabei hatten die Eisernen vom Anpfiff an einen engagierten Auftritt gezeigt, lagen durch das Tor von RBL-Rekordspieler Yussuf Poulsen kurz nach Wiederanpfiff aber eben hinten. Lange. Dann war die 85. Spielminute angebrochen und Union-Trainer Urs Fischer wechselte Sven Michel und Kevin Behrens ein. Keine Zeigerumdrehung später sorgte Michel für den hochverdienten Ausgleich. Und noch vor der 90. Minute drehte Behrens - nach Michel-Vorlage - sensationell das Duell. In der Tabelle bleiben die Köpenicker durch das 2:1 Sechster, was zur Teilnahme an der Europa League in der nächsten Saison berechtigen könnte - wenn die DFB-Pokalfinalteilnehmer Leipzig und SC Freiburg sich über die Bundesliga für Champions oder Europa League qualifizieren, wonach es sehr aussieht.

Die Trainerstimmen

Platz sieben würde dann in die Qualifikation zur Europa Conference League führen, in der Union bereits in dieser Saison völlig überraschend antrat. Und diesen Rang wollte Köln nicht hergeben, was die Geißböcke beim 3:1 gegen das abstiegsbedrohte Arminia Bielefeld von der 1. Minute an auch auf dem Platz klar untermauerten. So sorgte der wie in seinen besten Tagen aufspielende Mark Uth schon innerhalb der ersten 180 Sekunden für die Führung. Auch das Timo Hübers nach etwas mehr als einer halben Stunde unglücklich unterlaufene Eigentor zum zwischenzeitlichen Ausgleich hatte den FC nicht geschockt. Zehn Minuten darauf brachte Anthony Modeste das Team von Coach Steffen Baumgart wieder auf die Siegerstraße - mit seinem 17. Saisontreffer in dieser Bundesliga-Spielzeit. Joker Jan Thielmann machte kurz vor Schluss alles klar.  Bemerkenswert, dass die Kölner bei keinem der Modeste-Tore schon in Führung lagen. Bei dem Franzosen handelt es sich eben um einen Mann für die wichtigen Momente - und davon könnten in der kommenden Saison einige auf ihn und die Domstädter zukommen. In der Bundesliga, aus der sie im letzten Spieljahr noch fast abgestiegen waren, sowieso. Und in Europa.

4) Fürth ist der erste Absteiger

Mit der SpVgg Greuther Fürth steht der erste Absteiger der Bundesliga-Saison 2021/22 fest. Nach der 1:4-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen hat das Team von Stefan Leitl keine Möglichkeit mehr auf den Relegationsplatz."Ich habe bis zum Schluss daran geglaubt, dass uns dieses Wunder noch gelingen könnte, deshalb ist meine Gefühlslage einfach Scheiße heute", sagte der Cheftrainer nach der Partie.

17 Zähler holte das Kleeblatt bis zum 31. Spieltag, dabei gab es drei Siege, acht Remis und 20 Niederlagen. Der rettende Platz 16 beträgt elf Punkte, ist also nicht mehr einzuholen. Auch wenn der Abstieg besiegelt ist, startete das Heimspiel gegen die Werkself vielversprechend. Jetro Willems schoss bereits nach fünf Minuten das 1:0 für Fürth. Drei Minuten später glich Leverkusen aus und wurde dann der Favoritenrolle gerecht. "Trotzdem hat meine Mannschaft wieder Moral bewiesen, sie hat immer versucht, Lösungen zu finden, um nach vorne zu spielen. Die eine oder andere Situation vorne können wir noch klarer herausspielen. Es fühlt sich nicht gut an, den Abstieg heute hinnehmen zu müssen", so Leitl.

Die Zahlen zum Spieltag

Trotz Niederlage und Abstieg feierten die Kleeblatt-Fans ihr Team, das im Laufe der Saison einigen Formstarken Teams Paroli bieten konnte. So holte man gegen Union Berlin in der Hinrunde einen 1:0-Sieg und kämpfte sich gegen den 1. FC Köln, SC Freiburg oder auch Eintracht Frankfurt zu einem Unentschieden. "Es ist schwer, jetzt Worte zu finden, die diesen Tag erklären. Es tut sehr weh. Wir haben die ganze Saison hart gekämpft, wir haben alles versucht. Vor allem in den letzten Spielen finde ich, dass die Mannschaft wirklich gekämpft hat, auch gegen Mannschaften, die nächstes Jahr vielleicht Champions League spielen", sagte ein niedergeschlagener Branimir Hrgota, setzte aber direkt ein deutliches Zeichen: "Ich bin stolz, in dieser Mannschaft, auf diesem Platz Kapitän zu sein. Ich liebe diesen Verein."

Das Fürther Restprogramm wird keineswegs einfach, denn unter anderem warten noch Union Berlin und Borussia Dortmund auf das Kleeblatt. Cheftrainer Leitl hat aber schon eine klare Zielsetzung: "Wir werden uns in den nächsten drei Spielen strecken und alles rausholen, um noch Punkte zu holen."

5) Werder geht im spannenden Aufstiegsrennen in Führung

4:1 auf Schalke, Ausrufezeichen! Mit einer Machtdemonstration hat Werder Bremen sich im Spitzenspiel der 2. Bundesliga an die Tabellenspitze geschoben. Tore von Gruev und Füllkrüg sowie ein Doppelpack von Ducksch setzten das Team von Ole Werner drei Spieltage vor Schluss in die Pole Position für das packende Aufstiegsrennen.

Alles zur 2. Bundesliga

Der FC Schalke 04, für das Top-Torschütze Simon Terodde kurz vor Schluss nur noch der Ehrentreffer gelang (sein 25. in dieser Saison), steht einen Punkt dahinter auf Rang zwei und hat trotz der Schlappe im Spitzenspiel ebenfalls beste Chancen auf den direkten Wiederaufstieg.

Auch hinter den beiden Bundesliga-Absteigern der Vorsaison geht es bis zum Schluss eng zu. So setzte sich der SV Darmstadt 98 im zweiten Topspiel des Spieltags knapp mit 2:1 am Millerntor gegen den FC St. Pauli durch und übernahm von den Kiezkickern den dritten Tabellenplatz. Durch einen 4:2-Sieg in Regensburg wahrte auch der zwischenzeitlich schon abgeschriebene HSV seine Außenseiterchance auf einen Platz unter den ersten Drei. Die Hamburger sind drei Zähler hinter dem Relegationsplatz und überholten den 1. FC Nürnberg, der mit 2:4 gegen Sandhausen verlor.

Werder dreht auf Schalke auf - IMAGO/nordphoto GmbH / Rauch/IMAGO/Nordphoto