Die Themen des 29. Spieltags: Brandt-Rekord, Union-"Titel" und Müller-Marke - © Imago Images
Die Themen des 29. Spieltags: Brandt-Rekord, Union-"Titel" und Müller-Marke - © Imago Images
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29. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

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Thomas Müller feierte beim 1:0 des FC Bayern München einen historischen Sieg, Union Berlin sicherte sich im Derby mit Hertha BSC die "Stadtmeisterschaft" - Borussia Dortmund trotzte dem Verletzungspech und der Tristesse der Vorwoche - die Themen des Bundesliga-Wochenendes.

1) Müller feiert historischen Sieg mit den Bayern

Der FC Bayern München ist weiter auf Meisterschaftskurs. Gegen den FC Augsburg gab es eine knappen, aber verdienten 1:0-Sieg. Auch weil sich Top-Stürmer Robert Lewandowski erneut treffsicher zeigte. Diesmal traf er vom Punkt und stellte dabei wieder einmal unter Beweis, dass er Nerven wie Drahtseile hat. Im 44. Anlauf verwandelte er seinen 40. Strafstoß. Damit konnten die Bayern auch im 76. Spiel in Folge mindestens Ein Tor erzielen und bauten den eigenen historischen Bundesliga-Rekord weiter aus. Torlos blieben die Münchner in der Bundesliga zuletzt vor 26 Monaten im Februar 2020 gegen Leipzig (0:0).

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Die Partie gegen Augsburg war ein richtiges Rekord-Spiel für die Bayern. So feierte unter anderem Thomas Müller ein Jubiläum: Als erster Feldspieler hat er jetzt 300 Bundesliga-Siege auf dem Konto. Insgesamt sind das die drittmeisten. Nur Manuel Neuer und Oliver Kahn (beide Torhüter) konnten häufiger gewinnen.

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Aber auch Joshua Kimmich machte mit dem Erfolg von sich Reden. Für den Nationalspieler war es der 150. Sieg im 196 Bundesliga-Spiel und stellte damit den Rekord von Arjen Robben ein.

Der FC Bayern marschiert weiter an der Spitze vorneweg. Neun Punkte beträgt der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund in der Tabelle. Die zehnte Meisterschaft ist in greifbarer Nähe. Und damit auch der nächste Rekord.

2) Dortmund trotzt Verletzungspech, Brandt mit Rekord

Es war ein harter Abend für Borussia Dortmund, doch am Ende lief er aus Sicht der Borussen doch noch versöhnlich. Vor allem, weil Julian Brandt den Sorgen um den schon früh ausgewechselten Giovanni Reyna nur wenig Raum ließ. "Fußball ist im Grunde gar nicht so kompliziert. Die beste Antwort, die du geben kannst, ist, Spiele zu gewinnen", sagte der Nationalspieler, der beim 2:0-Sieg der Schwarz-Gelben beim VfB Stuttgart das früheste Joker-Tor in der Bundesliga-Geschichte erzielte (12.). Brandt war für Reyna in die Partie gekommen, der in der sechsten Minute wegen einer Oberschenkel-Verletzung vom Platz musste.

Der BVB aber gab sich kämpferisch - auch wenn sich noch weitere Akteure verletzten. Zudem war da noch die Last der Vorwoche, die von den Eindrücken der 1:4-Heimniederlage gegen RB Leipzig geprägt war.

>>> Zur Bundesliga-Tabelle nach dem 29. Spieltag

Der Tabellenzweite aber ließ sich weder davon noch von zwei weiteren Ausfällen beirren. Mahmoud Dahoud musste nach einer guten halben Stunde ausgewechselt werden und in der Pause blieb der verletzte Mats Hummels in der Kabine. Der BVB brachte den Sieg dennoch ins Ziel. Zum einen, weil die Schwaben beste Möglichkeiten ausließen. Zum anderen, weil Brandt seinem Rekord-Treffer im ersten Durchgang noch das 2:0 (71.) folgen ließ.

3) Berlins Nummer 1: Union kürt sich zum "Stadtmeister"

Zum dritten Mal in dieser Saison stand das prestigeträchtige Hauptstadt-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin auf dem Spielplan, zum dritten Mal gingen die "Eisernen" im Duell der Berliner Rivalen als Sieger vom Feld. Nach dem 2:0 an der Alten Försterei in der Hinrunde und dem 3:2-Auswärtssieg im Achtelfinale des DFB-Pokals siegte das Team von Trainer Urs Fischer im Olympiastadion diesmal deutlich mit 4:1 (1:0). "Es ist einfach so schön, die Herthaner dreimal in einer Saison zu besiegen", schwärmte Grischa Prömel, der in der 53. Minute mit seinem Kopfball-Tor zum 2:1 den Weg ebnete zum letztlich auch in der Höhe verdienten Erfolg für stark auftretende Köpenicker.

Genki Haraguchi hatte zuvor Union in Führung geköpft (31.) - der knappe Spielstand zur Pause war schmeichelhaft für Hertha BSC, die sich bei ihrem hervorragend aufgelegten Torwart Marcel Lotka bedanken durften. Ein Eigentor von Timo Baumgartl (49.) machte die Partie nach dem Seitenwechsel nochmals spannend, doch nach Prömels Treffer brachen die Dämme bei den Gastgebern. Sheraldo Becker (75.) und Sven Michel (85.) entschieden das Derby endgültig zugunsten der Köpenicker, die damit die Machtverhältnisse in der Hauptstadt deutlich unterstrichen. "Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nummer eins" sangen die Fans der "Eisernen" bereits während der Partie. Wohl wahr: Die Nummer eins im Hautpstadt-Fußball heißt in dieser Saison wieder ganz eindeutig Union. Zehn Plätze und 18 Punkte – so groß ist mittlerweile die Lücke, die zwischen den Berliner Konkurrenten klafft.

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Und wie groß diese Lücke  über 90 Minuten wirken kann, das bekamen die fast 75.000 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion nahezu über die gesamte Partie hinweg vor Augen geführt. Groß sind demnach auch die unterschiedlichen Ziele der beiden Berliner Bundesliga-Clubs für den Saisonendspurt: Während die Hertha weiter um den Klassenerhalt bangen muss, visiert Union höhere Ziele an. In den abschließenden fünf Liga-Partien könnten die "Eisernen", derzeit auf Rang sieben mit Anschluss ans obere Tabellendrittel bestens platziert, noch den erneuten Einzug in den Europapokal perfekt machen. Und im DFB-Pokal ist ein weiteres Spiel im Olympiastadion noch möglich.

4) "Überläufer" Kilian erhöht Kölns Europapokal-Chancen

Eine bessere Einstimmung auf das anstehende Derby bei Borussia Mönchengladbach hätte es wohl kaum geben können. Mit einem riesigen Kraftakt hat der 1. FC Köln das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen. Die Geißböcke drehten dabei einen 0:2-Rückstand in einen 3:2 (1:0)-Sieg. Ausgerechnet der von den Rheinhessen an die Kölner ausgeliehene Luca Kilian wurde während der Partie vom Unglücksraben zum gefeierten Mann. Nach dem Spiel sagte er glücklich: "Eine geile Teamleistung. Wir sind ein eingeschworener Haufen und können die letzten Spiele einfach genießen. Jetzt gucken wir natürlich nicht mehr nach unten.“

Im Gegenteil: Mit dem Heimsieg hat der Effzeh wieder Kontakt zur Spitzengruppe aufgenommen und darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb machen.

Jonathan Burkardt hatte die Gäste in Führung gebracht, dabei fälschte Kilian den Schuss des Mainzers unglücklich ab (14.). Karim Onisiwo erhöhte nach dem Wechsel auf 2:0 (55.). Dann drehten die Kölner auf, Ellyes Skhiri (60.), Dejan Ljubici (78.) und Kilian (82.) erzielten die Tore für Köln. Der Siegtorschütze hatte es wohl im Gefühl - vielleicht, weil es ausgerechnet gegen Mainz ging: "Wir haben diese Woche darüber gequatscht, dass ausgerechnet jetzt ein guter Zeitpunkt wäre für mein erstes Bundesliga-Tor. Umso schöner, dass es so ein wichtiges war."

5) Dramatisches Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga

Schalke ist Spitzenreiter, Bremen punktgleich dahinter. St. Pauli lauert auf die Rückkehr in Bundesliga, und Nürnberg hat das Rennen noch spannender gemacht. Der Hamburger SV wiederum musste im Rennen um die heiß ersehnte Zugehörigkeit des Fußball-Oberhauses Federn lassen. Aber: In der 2. Bundesliga ist das Rennen um den Aufstieg nach dem 29. Spieltag dramatisch geworden.

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Der große Gewinner des Spektakels am Wochenende kommt zweifelsohne aus Gelsenkirchen. Schalke 04 ist neuer Tabellenführer, weil sich die Konkurrenz gegenseitig die Punkte wegnahm. Der SV Werder Bremen erkämpfte sich einen Punkt beim FC St. Pauli und verlor damit den Spitzenplatz.

Größter Verlierer des Spieltags ist der Hamburger SV, der nach dem 0:1 in Kiel schon sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang hat.