2. Bundesliga

Kuriose Tore und eine wilde Nachspielzeit: Der FC Erzgebirge Aue und der Hamburger SV trennen sich 1:1

Der FC Erzgebirge Aue und der Hamburger SV haben sich in einer packenden und leidenschaftlichen Partie mit 1:1 (1:0) getrennt. Für die Veilchen traf Antonio Jonjic, der vom unglücklichen Klärungsversuch von Jonas David profitierte (23.). In der Nachspielzeit (90.+5) gelang dem HSV der Ausgleich durch ein verrücktes Eigentor von Dirk Carlson.

Bundesliga Match Facts

In seinem zweiten Spiel als Interimstrainer des FC Erzgebirge Aue brachte Marc Hensel nach dem 2:3 in Regensburg mit Gaetan Bussmann und Antonio Jonjic für Sascha Härtel und Dimitrij Nazarov (beide Bank) zwei neue Akteure aufs Feld. Tim Walter konnte aufseiten des Hamburger SV wieder auf die Dienste von Sebastian Schonlau (zurück nach Gelb-Rot-Sperre) zurückgreifen. Der Kapitän rückte für Mario Vuskovic (Bank) in die Innenverteidigung. Vorne rechts vertrat Manuel Wintzheimer nach dem 2:2 gegen Nürnberg Bakery Jatta (Bank).

Jonjic wird von David angeköpft, der Ball fliegt vom Kopf des Auers ins Tor - 1:0 für die Hausherren - Frank Kruczynski via www.imago-images.de/imago images/Kruczynski

Slapstick-Tor von Jonjic

Nachdem rund eine Viertelstunde keine Torchancen im Erzgebirgsstadion zu begutachten waren, gab es den ersten Freistoß aus aussichtsreicher Position für die Rothosen. Tim Leibold schnappte sich die Kugel und setzte diese einen Meter halbrechts über den Kasten (16.). Wenige Minuten später verpasste Ben Zolinski die scharfe Hereingabe von Soufiane Messeguem vor dem linken Pfosten knapp. Stattdessen unterlief Jonas David beinahe ein Eigentor (18.).

>>> Etwas verpasst? #AUEHSV im Liveticker nachlesen

In der 23. Spielminute sollte David erneut beteiligt sein: John Patrick Strauß konnte völlig frei von der rechten Seite vor den ersten Pfosten flanken, wo Davids Klärungsversuch per Kopf an den Schädel von Jonjic sprang. Im Billard-Stil flog die Kugel vom Kopf des Auers ins Tor - was für ein Pech für den HSV-Innenverteidiger! Fortan erhitzten die Gemüter ein ums andere Mal,  Schiedsrichter Lasse Koslowski hatte alle Hände voll zu tun. So auch nach der kniffligen Strafraumszene von Strauß, der im Duell mit Leibold zu Fall kam. Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten lautete die Entscheidung: kein Elfmeter (27.)!

>>> Alle Tore und Highlights des Spieltags im Konferenz-Liveticker

Messeguem sieht Rot - HSV profitiert vom Patzer Carlsons

Nach der Doppelchance von Sonny Kittel, die von Bussmann und Martin Männel entschärft wird (42.), hatte Babacar Gueye die Riesengelegenheit auf 2:0 zu stellen. Der Kopfball des Senegalesen verfehlte sein Ziel knapp rechts neben den Pfosten (45.+2). Nach dem Wiederbeginn versuchte der HSV die Spielkontrolle zurückzuerlangen. Doch glasklare Torchancen fehlten weiterhin! Aue verteidigte gut und kam durch Gueye zu einer weiteren Schusschance aus der Distanz - Daniel Heuer Fernandes parierte sicher (55.). Der HSV setzte seine Offensivleute weiter kaum in Szene, der eingewechselte Jatta wurde auf rechts kaum eingebunden.

>>> Die Statistiken zu #AUEHSV

Nachdem die Hanseaten in Durchgang zwei rund 20 Minuten keine Torgefahr ausstrahlten, senkte sich die Bogenlampe des eingewechselten Anssi Suhonen fast ins Tor. Männel eilte vor die Linie zurück und pflückte die Kugel herunter (67.). Kurz darauf sollte eine Rote Karte dem Spiel noch mal Brisanz verleihen. Übeltäter war Messeguem, der Kittel von hinten ans rechte Bein trat. Koslowski hatte genug gesehen und zückte nun Rot (69.). In der Schlussviertelstunde warfen die Gäste alles nach vorne, Aue stand mit zehn Mann hinten drin. Jan Gyamerahs Flankenversuch verfehlte das Ziel minimal (88.).

In der vierminütigen Nachspielzeit passierte das Unfassbare. Der HSV kombinierte sich auf halblinks durch, der eingewechselte Tommy Doyle chippte das Spielgerät an die Latte, Robert Glatzel war bereit zum Abstauber. Doch vor ihm stand Dirk Carlson und köpfte den Ball beim Klärungsversuch tatsächlich ins leere, eigene Tor (90.+5). Ein unglaubliches und zugleich bitteres Ende für die Hausherren. Hamburg rettet einen Punkt aus dem Erzgebirge.