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Sieben Teams mit neuem Trainer: Was macht sie aus?

Köln - Sieben Clubs gehen mit neuem Coach in die neue Saison. Was macht die neuen Trainer aus? Welche Ziele verfolgen sie? Welche taktische Ausrichtung?

Julian Nagelsmann (RB Leipzig)

Julian Nagelsmann ist der einzige Fußballlehrer, der innerhalb der Bundesliga den Verein wechselt. Der erst 31-Jährige verlässt Hoffenheim und schließt sich Bundesliga-Konkurrent und Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig an. Die Sachsen bekommen mit ihm einen der gefragtesten Coaches auf dem Markt. Mit Nagelsmann will Leipzig den beeindruckenden Trend der letzten Jahre fortsetzen. Der weiß auf jeden Fall, wie man Erfolge in der Bundesliga feiert: Nach Dortmund-Trainer Lucien Favre ist er mit einem Punkteschnitt von 1,65 pro Spiel (Favre weist einen Schnitt von 1,66 auf) der zweiterfolgreichste unter den in der Bundesliga aktiven Übungsleitern.

David Wagner (FC Schalke 04)

Auch nach vier Jahren in England weiß David Wagner noch genau, wie die Leute im Ruhrpott reden. "Bock auf Maloche ist das Allerwichtigste", sagte der neue Coach des FC Schalke 04 bei seiner offiziellen Vorstellung: "Quatschen bringt es nicht." Der 47-Jährige, der 1997 als Spieler mit den Königsblauen den UEFA-Cup gewann und beim Erzrivalen BVB zum Trainer wurde, kehrt zurück in seine alte Heimat – und soll den Traditionsclub zurück zu den Wurzeln führen.

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Marco Rose (Borussia Mönchengladbach)

Marco Rose ist der neue Mann an der Seitenlinie bei Borussia Mönchengladbach. Bei seiner Vorstellung hinterließ der 42-Jährige gleich einen bleibenden Eindruck. "Das ist ein lässiger Verein", sagte er. "Einer der größten in Deutschland, was Geschichte und Fanpower betrifft – mit großem Potenzial". Dieses Potenzial zu wecken wird seine oberste Aufgabe sein. Rose versprach "Emotionalität und Gier" als Grundwerte seiner bewährten Spielidee: "Wir wollen sehr aktiv gegen den Ball arbeiten, viel sprinten. Das sind Dinge, die die Mannschaft in dieser Form so zuletzt nicht hatte. Wir wollen rausgehen und gewinnen."

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Achim Beierlorzer (1. FC Köln)

Achim Beierlorzer versprühte bei seiner Vorstellung beim 1. FC Köln gleich viel Optimismus: Der 51-Jährige, der aus der 2. Bundesliga aus Regensburg in die Domstadt wechselt, will die Geißböche wieder in der Bundesliga etablieren: "Das bedeutet, dass wir schnellstmöglich mit den unteren Rängen nichts zu tun haben möchten. Und dann schauen wir, wie viele Spiele noch übrig sind. Das ist der beste Ansatz, wir wollen uns nicht mit Zielen wie einem einstelligen Tabellenplatz unter Druck setzen. Wichtig ist es für die Bundesliga, die Qualität zu haben, um dort spielen zu können. Und die haben wir definitiv."

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Ante Covic (Hertha BSC)

Der neue Trainer Ante Covic setzt bei Hertha BSC auf eine offensive Spielweise. Er habe eine relative junge Mannschaft. "Ich will sie von der Leine lassen und das Spiel aktiver gestalten", sagte der 43-Jährige vor dem Trainingsauftakt. Der gebürtige Berliner ist seit 2010 in verschiedenen Positionen als Coach bei den Hauptstädtern aktiv, zuvor lief er auch als Spieler mehrere Jahre für die Alte Dame auf. "Ich kenne uns Berliner, ich weiß, wie wir ticken. Ich begegne der Situation mit Respekt, aber die Vorfreude überwiegt." Für ihn sei der richtige Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt seiner Trainerkarriere zu gehen. Lob erhielt Covic von Manager Michael Preetz: "Er kennt den Verein aus dem Eff-Eff, Ante ist Herthaner. Es ist kein Nachteil, wenn man eine große Verbindung zum Verein hat."

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Oliver Glasner (VfL Wolfsburg)

Der neue "Leitwolf" Oliver Glasner hat mit dem Umbruch beim VfL Wolfsburg schon vor dem ersten Training begonnen – im wahrsten Sinne des Wortes. "Ich habe eine Trennwand im Büro einreißen lassen, denn ich bin ein absoluter Teamplayer", berichtete der neue Coach bei seinem ersten öffentlichen Auftritt. Sportlich soll und will der Österreicher die erfolgreiche Arbeit von Bruno Labbadia fortsetzen, der die Norddeutschen eher unerwartet in die Europa League führte.

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Alfred Schreuder (TSG 1899 Hoffenheim)

Der neue Trainer Alfred Schreuder sieht die Erwartungshaltung bei der TSG 1899 Hoffenheim als Nachfolger von Erfolgscoach Nagelsmann entspannt. "Hoffenheim hat sehr viel geleistet in den vergangenen Jahren. Aber vielleicht ist meine persönliche Erwartungshaltung noch höher", sagte der 46 Jahre alte Niederländer nach dem Trainingsauftakt: "Wir sind sehr gut aufgestellt, um eine schöne Geschichte zu schreiben."

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