
Tore satt: Die Bundesliga auf Rekordkurs
Die neue Bundesliga-Saison ist erst wenige Spieltage alt und bereits ausgesprochen torreich. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte am Ende der Saison sogar ein neuer Torrekord zu Buche stehen.
Der neue alte Bundesliga-Ball macht seinem Namen "Torfabrik" alle Ehre. An den ersten vier Bundesliga-Spieltagen wurde er bereits 137-fach ins Tor bugsiert – ein Wert, der in der Geschichte der Bundesliga nur zweimal überboten wurde: In der Saison 1984/85 fielen im selben Zeitraum 140 Tore, 2023/24 waren es 138.
Bereits am 1. Spieltag zappelte in zwei Partien sechsmal das Netz: im Auftaktspiel zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart sowie beim spektakulären 3:3 zwischen dem 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt. Zudem gab es drei weitere Paarungen mit fünf Treffern: Köln gegen Hoffenheim, Elversberg gegen Leverkusen (jeweils 3:2) und Freiburg gegen Bremen (4:1).

Tore satt
Die insgesamt 35 Tore am 1. Spieltag wurden in der Folgewoche sogar noch um einen Treffer überboten. Damit ist der 2. Spieltag bislang der torreichste der Saison. Die torreichsten Spiele gab es jedoch in der jüngsten Runde: Die Bayern schenkten Union Berlin am Freitagabend sieben Tore ein, etwas ausgeglichener verlief es beim 4:3 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FSV Mainz 05, wenn auch mit dem schlechteren Ende für die Fohlen.
Im Schnitt fallen aktuell 3,8 Tore pro Spiel. Sollte dieser Schnitt bis zum Saisonende Bestand haben, wäre das ein neuer Bundesliga-Rekord. Der bisherige liegt bei 3,6 Toren pro Partie in einer kompletten Spielzeit, aufgestellt 1983/84, als in 306 Spielen 1.097 Tore fielen.
Viele Tore, viele Torschützen
Ob dieser Rekord tatsächlich gebrochen wird, bleibt abzuwarten. Schon jetzt ist jedoch eine bemerkenswerte Fülle an Spielern zu erkennen, die nach vier Spieltagen schon drei oder vier Tore auf ihrem Konto haben, elf an der Zahl. Michael Olise, Yuito Suzuki, Phillip Tietz, Younes Ebnoutalib und Patrik Schick führen die Torschützenliste mit vier Saisontoren an, Letzterer verteilte seine Treffer als Einziger sogar auf alle vier Spieltage.
Auffällig dabei: Die Toptorschützen der vergangenen Saison sind in dieser Reihe noch nicht einmal dabei: Harry Kane traf "erst" dreimal, Deniz Undav noch gar nicht und Serhou Guirassy zweimal. Allein sie steuerten 2025/26 satte 72 Treffer bei. Gut möglich also, dass sich ihre Torquote in den Wochen nach der Länderspielpause noch erhöht.
Neue Startrekorde für Freiburg und Augsburg
Ebenfalls beachtlich ist, dass bereits zehn Teams, also über die Hälfte, bei acht oder mehr Saisontoren stehen und damit im Schnitt mindestens zweimal pro Spiel trafen. Führend in dieser Kategorie ist mit 14 Treffern einmal mehr der FC Bayern, es folgen der Sport-Club Freiburg mit zwölf und der FC Augsburg mit elf Toren – für beide ist das ein neuer Vereinsrekord nach vier Spieltagen.
Beim Sport-Club ist es neben Suzuki vor allem Igor Matanović (drei Saisontore), der für Furore sorgt, beim FCA natürlich Michael Gregoritsch (ebenfalls drei), der am 3. Spieltag mit seinen Treffern 37 und 38 FCA-Legende Alfreð Finnbogason als Bundesliga-Rrekordtorschützen ablöste.
Weitere Torjäger in Form
Besonders torfreudig zeigen sich auch Niclas Füllkrug nach seiner Rückkehr zum SV Werder Bremen sowie der von Jürgen Klopp ins Nationalteam berufene Jonathan Burkardt. Beide trafen an den letzten drei Spieltagen jeweils einmal. Der Letzte im Bunde, der bei drei Saisontoren steht, ist Elversbergs Maurice Krattenmacher, der mit seinem Doppelpack in Mönchengladbach und mit seinem Traumtor gegen die Bayern gehörig für Aufmerksamkeit sorgte.
Die "Torfabrik" Bundesliga pausiert nun also für drei Wochen. Danach dürfte die Produktion wieder Fahrt aufnehmen und weiter auf den Torrekord aus der Saison 1983/84 zusteuern.





