Zusammenfassung

  • BVB-Kapitän Marco Reus feiert doppeltes Jubiläum

  • Bremen schwingt sich zum Bayern-Verfolger auf

  • Augsburgs Felix Götze ärgert den Rekordmeister

Köln - Bei Borussia Dortmund feiert Kapitän Marco Reus ein doppeltes Jubiläum, während Werder Bremen sich zum Bayern-Verfolger aufschwingt. Der SC Freiburg profitiert vom Streich-Effekt. Die Themen des 5. Spieltags.

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1) Reus macht zweimal die 100 voll

Doppelpack gegen den 1. FC Nürnberg und ein doppeltes BVB-Jubiläum. Marco Reus hat gegen die Franken sein 100. Pflichtspiel-Tor für Borussia Dortmund erzielt. Der Kapitän besorgte beim 7:0-Sieg des achtmaligen Deutschen Meisters die Treffer zum 2:0 und 4:0. Und weil Trainer Lucien Favre ihn schonen wollte und deshalb in der 62. Minute den Japaner Shinji Kagawa für ihn brachte, knackte der 29-Jährige eine weitere Marke. Zum 100. Mal wurde er in der Bundesliga ausgewechselt. Er ist der 17. Spieler der Historie, der es auf diese Marke bringt.

Zweimal machte Reus gegen Nürnberg die "100" voll. Doch sein Tor-Jubiläum dürfte für ihn deutlich mehr Bewandtnis haben als seine 100. Auswechslung. Denn der gebürtige Dortmunder übernahm bei den Schwarz-Gelben zuletzt eine Rolle, mit der er sich nur mit sehr viel Mühe anfreunden konnte: Als Ersatz für den verletzten Paco Alcacer. "Man muss sich für die Mannschaft opfern. Und das mache ich, auch wenn ich persönlich und mein Spiel dann etwas mehr leiden. Aber das ist nicht wichtig", sagte Reus zuletzt. Gegen Nürnberg verliehen Reus und der BVB dieser Aussage Gültigkeit.

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2) Werder beißt sich in Verfolgergruppe fest

Otto Rehhagel wird es sicher verkraften. Florian Kohfeldt hat den Rekord der Trainer-Legende überboten. Unter der Regie des 35-Jährigen blieb Werder Bremen saisonübergreifend auch im 15. Heimspiel in Folge ungeschlagen - die beste Heimserie seit 23 Jahren. Das ist beeindruckend. Und damit haben sich die Hanseaten in der Spitzengruppe festgebissen. Das jüngste Ausrufezeichen der Bremer: Die Kohfeldt-Elf bezwang Hertha BSC, das zuletzt wegen des besten Saisonstarts der Clubgeschichte auf sich aufmerksam gemacht hatte, mit 3:1 (2:0).

Der Unterlegene gratulierte fair. "Herzlichen Glückwunsch", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai, der sein Pendant auf dessen neue Rolle aufmerksam machte: "Jetzt bist du Bayern-Jäger." Während der 90 Minuten im Weserstadion hatte sich Kohfeldt mit dem Bulgaren ein besonderes Duell geliefert: Werder begann mit einem 4-4-2 und überraschte die Berliner damit. Dardai reagierte, worauf der Bremer Trainer wieder umstellte. Das zeigt: Der 35-Jährige beherrscht nicht nur die Vorbereitung auf den Gegner, sondern auch das immer mehr verlangte In-Game-Coaching. Das macht die Hanseaten deutlich flexibler. Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache.

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3) Felix Götze ärgert den Rekordmeister

Nach dem vergangenen Spieltag machte Manuel Baum, der Trainer des FC Augsburg, mit einem emotionalen Statement für seinen Torhüter Fabian Giefer auf sich aufmerksam. Kurz darauf erkämpfte sich seine Mannschaft einen Achtungserfolg: Die Schwaben holten beim Rekordmeister Bayern München einen Punkt. Damit verhinderte die Baum-Elf den Startrekord von FCB-Trainer Nico Kovac - und sorgte in der Liga für Aufsehen. Und wieder stand eine Person im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Diesmal war es nicht Baum, sondern Felix Götze, der das 1:1 gegen die Bayern erzielte hatte.

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein, für den er von der U17 bis zur U23 gespielt hatte. Was erklärte, warum sein Treffer die alten Club-Kollegen nicht überraschte. "Ein sehr positiver Spieler, der versucht, immer viel zu lernen", beschrieb FCB-Torhüter Manuel Neuer den 20-Jährigen nach der Partie. Felix Götze ist Verteidiger. Und unterscheidet sich damit von seinen ebenfalls kickenden Brüdern Mario (Borussia Dortmund), dem er sein Tor dankend widmete, und Fabian (SpVgg Unterhaching). Die beiden seien laut FCA-Trainer Baum "eher sehr filigrane Offensivspieler", Felix hingegen könne "auch dazwischenhauen". Diese Nehmerqualitäten schätzen seine Mannschaftskollegen. Auch die, die deutlich mehr Erfahrung mitbringen. "Er strahlt Ruhe aus", lobte Martin Hinteregger und sprach dabei von einem "überragenden Gefühl". Felix Götze wird es gern hören.

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Felix Götze dreht nach seinem Treffer gegen Bayern München jubelnd ab
Felix Götze dreht nach seinem Treffer gegen Bayern München jubelnd ab © imago / Schiffmann

4) Freiburg und der Streich-Effekt

Erst gab es zwei Niederlagen zum Liga-Auftakt, dann sieben Punkte aus drei Spielen. Der SC Freiburg hat offensichtlich zurück in die Erfolgsspur gefunden. Selbstverständlich wird mancher Beobachter eine Verbindung zum Gesundheitszustand von Trainer Christian Streich herstellen. Denn seit der 53-Jährige, der zu Saisonbeginn an einem Bandscheibenvorfall laborierte, wieder fit ist und an der Seitenlinie steht, haben die Breisgauer nicht mehr verloren. Erst das spektakuläre 3:3 gegen den VfB Stuttgart, dann der 3:1-Sieg beim VfL Wolfsburg, und zuletzt das 1:0 gegen den FC Schalke 04- Mit Streich kehrte der Erfolg zurück.

Darauf angesprochen, ordnet der Fußball-Lehrer die Situation etwas anders ein. "Wir haben gegen Schalke das Glück gehabt, das wir gegen Frankfurt überhaupt nicht hatten. Auch gegen Hoffenheim war es unglücklich", erinnerte Streich. Das sieht Angreifer Florian Niederlechner anders: "Es ist die Art, wie er uns an der Seitenlinie pusht und unterstützt. Jeder fightet für den anderen", sagte der 27-Jährige nach dem Schalke-Spiel. Streichs taktische Kniffe sowie die Umstellung auf eine Fünferkette nach dem 1:0-Führungstreffer sowie seine emotionale Art, seine Mannschaft zu führen, wirken sich sichtbar positiv auf den Sport-Club aus. Freiburg profitiert vom Streich-Effekt.

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5) Kai Havertz feiert perfekte Woche

In gewisser Weise kam das Kompliment von Lukas Hradecky einem Kniefall gleich. Er habe, so der Torhüter von Bayer 04 Leverkusen, in seiner Karriere "noch kein besseres Talent" gesehen als seinen Teamkollegen Kai Havertz. Es war ein Riesenkompliment - und der Finne setzte noch einen drauf: "Obwohl er einer der Jüngsten ist, blicken die Jungs zu ihm auf. Das ist schon eine Ehre, mit so einem Spieler zu spielen." In Leverkusen schwärmen sie nicht erst seit der Englischen Woche von dem 19-Jährigen. Doch der offensive Mittelfeldspieler zeigte mit seinem Doppelpack in der Europa League gegen Ludogorets Rasgrad (3:2) sowie mit seinem ersten Treffer im Leverkusener Stadion beim 1:0 gegen Mainz für Trubel um seine Person.

Im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:1) blieb er zwar ohne Treffer, glänzte aber mit einer hervorragenden Leistung und stach neben dem Doppel-Torschützen Kevin Volland heraus. Havertz gilt als einer der vollständigsten Fußballer der Werkself. Er ist technisch überragend, kann ein Spiel lesen und im richtigen Moment den Pass spielen. Dass er selbst das Tor trifft, hat dafür gesorgt, dass Leverkusen zurück in die Erfolgsspur findet. Und dafür, dass vermehrt über ihn geredet wird. Sein Mannschaftskollege Julian Brandt: "Ich muss aufpassen, dass der Junge nicht anfängt zu fliegen. Aber er kann alles."

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Video: Havertz glänzt als Vorbereiter und Torschütze