Zusammenfassung

  • Bremen verlor saisonübergreifend keines der 15 Bundesliga-Heimspiele unter Florian Kohfeldt (acht Siege, sieben Unentschieden); für Werder ist das die beste Heimserie seit rund 23 Jahren.

  • Im fünften Spiel in Folge verursachte Hertha BSC einen Elfmeter (durch fünf verschiedene Spieler) – dies war zuvor in der Bundesliga-Historie noch nie einer Mannschaft passiert.

  • Max Kruse verwandelte in der Bundesliga alle seine zwölf Strafstöße - ein Dutzend Elfmeter ohne Fehlschuss schafften in der Bundesliga bisher ansonsten nur Hans-Joachim Abel (16), Ludwig Nolden (15) und Otto Rehhagel (zwölf).

Bremen - Werder Bremen bleibt auf Kurs und gewinnt auch gegen Hertha BSC. Nach einem verdienten 3:1 (2:0)-Sieg gegen den bisherigen Tabellenzweiten sind die Hanseaten zumindest für einen Tag der ärgste Verfolger des Spitzenreiters Bayern München.

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FANTASY HEROES: Max Kruse | Theo Gebre Selassie | Javairo Dilrosun (Alle 12)

Der SVW blieb auch im 15. Heimspiel unter Coach Florian Kohfeldt ungeschlagen, damit wurde der bisherige Rekord von Trainerlegende Otto Rehhagel überboten. Die Gäste kassierten ihre erste Saisonniederlage, fielen auf Rang drei zurück und warten nun schon seit zwölf Jahren auf einen Sieg im Weserstadion.

Ein kuriose Aktion leitete vor 39.100 Zuschauern die Bremer Führung ein. Hertha-Verteidiger Fabian Lustenberger schlug bei einem Rettungsversuch seinem Torhüter Rune Jarstein den Ball aus den Händen, Martin Harnik staubte ab (11.).

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Sekunden vor dem Pausenpfiff traf Milos Veljkovic per Kopfball nach Ecke (45.). Javairo Dilrosun (53.) verkürzte für die Berliner, der Mittelfeldspieler ließ dabei Werder-Torwart Jiri Pavlenka bei einem Schuss in die kurze Ecke nicht gut aussehen. Für den Endstand sorgte Kapitän Max Kruse per Foulelfmeter (66.).

Ein kleines Tänzchen: Martin Harnik und Max Kruse freuen sich gemeinsam über die Werder-Führung.
Ein kleines Tänzchen: Martin Harnik und Max Kruse freuen sich gemeinsam über die Werder-Führung. © imago / Team 2

In den ersten 45 Minuten beherrschten die Platzherren ganz eindeutig das Spielgeschehen. Erstmals mit dem Ex-Dortmunder Nuri Sahin in der Startelf agierten die Bremer druckvoll, überzeugten immer wieder durch raumgreifende Flügelwechsel und hätten weitere Treffer erzielen können. Gleich zweimal scheiterte der Niederländer Davy Klaassen nur knapp.

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"Max und ich haben uns viele Gedanken zum Jubel gemacht. Wir kommen vom Dorf und haben uns den einfachsten Tanz des Dorffestes ausgesucht." Martin Harnik, SV Werder Bremen

Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai, der seinen Sohn Palko für die Anfangsformation nominiert hatte, wirkte in den Zweikämpfen nicht engagiert genug, folgerichtig fehlte der Zug zum Tor. Lediglich Kapitän Vedad Ibisevic ließ hin und wieder seine offensiven Qualitäten aufblitzen.

"In die zweite Halbzeit sind wir mit Schwung gestartet, haben den Anschluss erzielt und waren drauf und dran, mit unseren Aktionen richtig gefährlich zu werden. In dieser Phase hätten wir das 2:2 machen können. Leider kam dann der fünfte Elfmeter im fünften Spiel - das ist wie verflucht und war für uns sehr kräftezehrend." Valentino Lazaro, Hertha BSC

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Nach dem Seitenwechsel und dem Anschlusstreffer fand Hertha besser in die Begegnung. Dem Bremer Kombinationsspiel fehlte phasenweise die Präzision, die Aktionen gerieten mehr und mehr ins Stocken.

Thomas Kraft, der in der zweiten Halbzeit für den angeschlagenen Jarstein bei den Gästen zwischen den Pfosten stand, musste kaum eingreifen. Kohfeldt reagierte und ersetzte Sahin in der 61. Minute durch den defensiv stärkeren Philipp Bargfrede.

Spieler des Spiels: Davy Klaassen

Davy Klaassen schmiss sich bis zur letzten Minute in jeden Zweikampf und gewann bärenstarke 70 Prozent seiner Duelle. Der Niederländer war unermüdlich und mit 12,7 abgespulten Kilometern laufstärkster Spieler auf dem Platz. Bemnerkenswert auch seine Körpersprache: Immer wieder feuerte der Neuzugang vom FC Everton seine Nebenleute an, nicht nachzulassen. Mit Erfolg.

Bilder des Spiels

Pure Freude: Martin Harnik erzielt das erste Tor für Werder nach seiner Rückkehr.
Pure Freude: Martin Harnik erzielt das erste Tor für Werder nach seiner Rückkehr. © gettyimages / Patrik Stollarz/AFP
Kurz vor der Pause trifft Milos Veljkovic nach einer Sahin-Ecke zum 2:0
Kurz vor der Pause trifft Milos Veljkovic nach einer Sahin-Ecke zum 2:0 © gettyimages / Martin Rose
Und so freut sich jemand, der sonst nicht so häufig trifft, über ein Erfolgserlebnis
Und so freut sich jemand, der sonst nicht so häufig trifft, über ein Erfolgserlebnis © imago / Nordphoto
Nach Dilrosuns Anschlusstreffer keimte bei den Gästen ein wenig Hoffnung auf
Nach Dilrosuns Anschlusstreffer keimte bei den Gästen ein wenig Hoffnung auf © imago / osnapix
Max Kruse entscheidet dann aber mit einem souverän verwandelten Elfmeter den Endstand her
Max Kruse entscheidet dann aber mit einem souverän verwandelten Elfmeter den Endstand her © imago / Team 2