
Stage avanciert zum Helden im Nordderby
Viel stand vor diesem 110. Nordderby auf dem Spiel, für beide Teams ging es neben dem Prestige und der Vormachtstellung im Norden nämlich auch um ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Es wurde das erwartet intensive sowie hitzige Spiel, allerdings mit einem vor dieser Begegnung nicht unbedingt erwartbaren Helden, der an diesem Samstagnachmittag das Trikot von Werder Bremen anhatte.
Einmal mehr bewies Jens Stage an diesem Samstagnachmittag seine Unverzichtbarkeit für den SV Werder Bremen. Der Däne ging leicht angeschlagen und nicht bei 100 Prozent in dieses 110. Nordderby gegen den Hamburger SV, dennoch zeigte der Mittelfeldmann seine ganze Klasse und stellte sich in den Dienst seiner Mannschaft. Er führte die Werderaner in Abwesenheit des gesperrten Marco Friedl als Kapitän auf das Feld und ging in dieser verantwortungsvollen Rolle komplett auf.
Von Beginn an war Stage in den Zweikämpfen präsent, suchte zudem immer wieder den Austausch mit Schiedsrichter Florian Exner und trat im Laufe des Spiels dann auch noch als doppelter Torschütze in Erscheinung. Der 29-Jährige war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Grün-Weißen; neben seiner Zweikampfstärke in der Defensive und seinen Nehmerqualitäten (hielt bis zur 67. Minute durch und musste dann raus) bewies er zudem einmal mehr auch seine Offensivstärke.
Exemplarisch dafür stehen seine beiden Tore: Das 1:0 erzielte er per Kopf, das 2:1 besorgte er per feinem Distanzschuss in den rechten Winkel. Insgesamt gab er im Nordderby drei Torschüsse ab, zwei davon fanden den Weg ins Netz.

Lieblingsgegner HSV
Durch seinen Doppelpack, seinem ersten überhaupt im heimischen Weserstadion, steht Stage nun bei neun Saisontoren und ist damit nur noch einen Treffer von seinem Saisonrekord (zehn Tore) aus der letzten Spielzeit entfernt. Der dänische Nationalspieler führt zudem Werders interne Torschützenliste an, obwohl er Mittelfeldspieler und kein Stürmer ist.
Des Weiteren ist Stage absoluter HSV-Experte. Bereits im Hinspiel traf er zum 1:0. Was den Werderaner so gefährlich macht, ist seine Vielseitigkeit und seine Stärke in der Luft. In dieser Spielzeit erzielte er vier seiner neun Saisontore per Kopf, insgesamt erzielte er zwölf seiner bislang 25 Bundesliga-Treffer mit dem Kopf.
Auch die Gesamtstatistik seit seiner Ankunft im Juli 2022 in Bremen kann sich sehen lassen: In bislang 121 Spielen für Werder netzte Stage 25-mal ein. Sein favorisierter Wettbewerb ist dabei ganz klar die Bundesliga, denn im DFB-Pokal wartet er noch auf seine Torpremiere.
Historischer Doppelpack
Stage ist der erste Spieler seit über 60 Jahren, dem in einer Saison drei Derbytore gelangen. Damals, in der Saison 1963/64, gelangen einem gewissen Arnold "Pico" Schütz ebenfalls drei Treffer im SVW-Dress.
Nicht nur aufgrund dieser historischen Statistik, sondern wegen des Endergebnisses war Stage nach dem Spiel hochzufrieden: “Derbysiege sind besonders schön. Diese Saison ist nicht unsere beste Saison, aber ich glaube wir können heute den Fans ein bisschen etwas zurückgeben. Wir haben Leistung gebracht und wir freuen uns extrem, dass auch die Fans happy sind."
Der Matchwinner zeigte sich außerdem ganz bescheiden und wollte den Fokus trotz seines Doppelpacks gar nicht so sehr auf sich lenken. Stattdessen stellte er lieber die Leistung der gesamten Mannschaft in den Vordergrund: “Das ist egal mit den Toren heute. Das war eine Teamleistung, das war eine Vereinsleistung. Die Stimmung war von der ersten Sekunde an super, die Leistung auf dem Platz war super. Wir hatten die richtige Attitüde, die ganze Mannschaft hat es verdient."
Gut für Werder, dass der Vertrag mit Stage bereits im November 2024 vorzeitig verlängert wurde, denn das ursprüngliche Arbeitspapier wäre diesen Sommer ausgelaufen. Knüpft der Däne in den folgenden Wochen an solche Leistungen wie im Derby an, dann wird man beim SVW noch lange Freude an ihm haben.
