Gibt es diesmal den ersten Dreier für Freiburg in München? - © Stuart Franklin/Getty Images
Gibt es diesmal den ersten Dreier für Freiburg in München? - © Stuart Franklin/Getty Images
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Im 22. Anlauf: Freiburg war einem Sieg beim FC Bayern München noch nie so nah

Am 11. Spieltag der Bundesliga 2021/22 muss der SC Freiburg zum FC Bayern München. Noch nie haben die Breisgauer dort gewonnen. Das könnte sich am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) ändern. Selten standen die Vorzeichen für einen Auswärtssieg der Breisgauer so gut.

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21 Mal schon war der Sport-Club Freiburg in der Bundesliga beim FC Bayern München zu Gast. Dabei gab es 18 Niederlagen und drei Unentschieden. Noch nie standen die Vorzeichen so gut, dass es endlich mit dem ersten Auswärtssieg der Breisgauer gelingen kann. Das Team von Cheftrainer Christian Streich kommt als Tabellendritter an die Isar. Und ist als einziges Team sogar noch ungeschlagen in der Bundesliga. Zieht man nur die letzten fünf Spieltage heran, dann steht Freiburg sogar vor den Bayern (13 Punkte, vier Siege, ein Remis).

Freiburg reist mit der besten Defensive der Liga an. Gerade einmal sieben Gegentore kassierten die Breisgauer. Zum Vergleich: In der letzten Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 22! Vor allem auswärts war die SCF-Defensive bislang schwer zu knacken. In fünf Gastspielen trafen die Gegner nur drei Mal, drei Mal stand sogar die Null, was jeweils Ligaspitze ist.

Freiburg setzt auf enge Räume

Und das, obwohl der Sport-Club ligaweit die zweitwenigsten Zweikämpfe bestritt und sogar die wenigsten Defensiv-Duelle (bei gegnerischem Ballbesitz) gewann. Freiburgs Erfolgsrezept: Das Team setzt auf enge Räume in der Defensive, auf eine gute Ordnung. So hat die Streich-Elf bei gegnerischem Ballbesitz die meisten Spieler hinter dem Ball (8,2), die im Schnitt nur 19,7 Meter auseinander stehen (bei eigenem Ballbesitz 21,2 Meter).

Und mit Torhüter Mark Flekken haben sie einen fast unüberwindbaren Mann zwischen den Pfosten stehen. Mit 83 Prozent parierter Schüsse ist er der beste Keeper der Liga in dieser Saison. Auf gegnerischem Platz ist er mit 86 Prozent gehaltener Bälle sogar noch ein kleines bisschen besser. Es wird schwer für die Bayern werden gegen Freiburg zu treffen. Denn auch wenn sie sechs Treffer besser sind als ihr "Expected Goals"-Wert und sie mit fünf Torschüssen pro Tor die beste Trefferquote haben, gegen die Breisgauer wird das kein Selbstläufer werden: Nur jeder 22. gegnerische Torschuss war bei Flekken und Co. drin.

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Einer der jüngsten und einer der ältesten Trainer treffen am Samstag aufeinander: Julian Nagelsmann und Christian Streich - JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Große Stärke bei Standards

Offensiv lebt der Erfolg des SCF von der Stärke bei Standards, vor denen die Münchner gewarnt sein und die der FCB tunlichst vermeiden sollte. Schon in den letzten vier Spielzeiten gehörte die Mannschaft in diesem Bereich jeweils zu den vier besten Teams der Liga. Nur RB Leipzig (zehn Mal) und der FC Bayern (neun Mal) trafen öfter nach ruhenden Bällen als der Sport-Club, der fast die Hälfte seiner 17 Saisontore nach Ecken (vier, Ligaspitze), Freistößen oder Elfmetern (je zwei) erzielte.

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Freiburg ist vor allem bei Kopfbällen stark, das beste Team der Liga, und hat schon fünf Mal derart getroffen (plus ein Kopfball-Eigentor). Dies ist besonders bei den Standards ein deutlicher Vorteil und mit für den Erfolg von acht Treffern nach ruhenden Bällen verantwortlich. Diese verteilen sich übrigens auf sechs Partien und waren durchaus spielentscheidend, da der SCF als Sieger vom Platz ging. Ohne Standardtore hätte es für die Streich-Elf jeweils "nur" zu einem Remis gereicht.

Mit Lucas Höler hat Freiburg zudem einen kleinen Bayern-Schreck in seinen Reihen. In seiner Bundesliga-Karriere erzielte der Mittelstürmer gegen keinen Klub mehr Tore als gegen den FC Bayern (drei in sieben Partien, davon zwei in München). Und auch in dieser Saison ist Höler gut drauf, traf schon drei Mal und stellte damit einen neuen persönlichen Rekord nach zehn Spieltagen auf. Und auch dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr: Höler bestritt ligaweit die zweitmeisten Zweikämpfe (257) und hat sich die Treffer erarbeitet.

Der SC Freiburg ist gefährlich bei Standards - Alexander Hassenstein/Getty Images

Bayern ist gewarnt

Die Bayern sollten also gewarnt sein vor dem nächsten Gegner. Mit Streich hat Freiburg den dienstältesten Cheftrainer auf der Bank sitzen, der die Münchner dementsprechend gut kennt und ganz sicher schon ein paar Dinge im Kopf hat, wie er mit seiner Mannschaft endlich den ersten Sieg beim FCB einfahren kann. Im 22. Anlauf...