Gladbach und Frankfurt kämpfen um die Champions-League-Plätze - Christian Kaspar-Bartke/Bundesliga/DFL via Getty Images
Gladbach und Frankfurt kämpfen um die Champions-League-Plätze - Christian Kaspar-Bartke/Bundesliga/DFL via Getty Images
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Das Rennen um Europa: Sechs Clubs zwischen hoffen und bangen

Köln - Daran, dass Tabellenführer Borussia Dortmund und Verfolger FC Bayern München die Champions League erreichen, zweifelt wohl kein Experte mehr. Hinter dem Top-Duo visieren aber gleich fünf Clubs die Teilnahme am Wettbewerb an, zwischen dem Tabellendritten Leipzig und dem Siebten Wolfsburg liegen nur sieben Punkte. Was spricht für wen?

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RB Leipzig (3., 49, 44:20)

RB Leipzig stellt mit nur 20 Gegentoren die beste Defensive der Bundesliga - der FC Bayern (27) und der BVB und die Eintracht (beide 30) folgen in der Rangliste. RB ist nun schon seit acht Bundesliga-Spielen ungeschlagen, holte dabei 18 von 24 möglichen Punkten. Nur die Bayern waren in dieser Zeit noch erfolgreicher (21 Punkte). Beim 1:0-Sieg auf Schalke gelang den Leipzigern der fünfte Auswärtserfolg in Serie. Die Leipziger stellten damit einen neuen Vereinsrekord auf. Für Leipzig wäre wichtig, dass diese Serie weitergeht, denn gerade in der Fremde warten auf die Sachsen noch schwere Gegner (u.a. Leverkusen, Mönchengladbach und Bremen).

Restprogramm: Hertha BSC (H), Bayer 04 Leverkusen (A), VfL Wolfsburg (H), Borussia Mönchengladbach (A), SC Freiburg (H), 1. FSV Mainz 05 (A), FC Bayern München (H), SV Werder Bremen (A)

Borussia Mönchengladbach (4., 47 Punkte, 45:31 Tore)

Borussia Mönchengladbach ließ am vergangenen Wochenende gegen stark aufspielende Freiburger zwei Punkte liegen (1:1). Die Gladbacher warten zu Hause nun seit vier Spielen auf einen Sieg – und das nachdem es für die Gladbacher in der Hinrunde daheim nur Siege gab. Die aktuelle Ausbeute von 47 Punkten ist die zweitbeste der Borussia seit 1987; einzig 2011/12 war man nach 25 Spieltagen erfolgreicher (48). Die Fohlenelf ist in der Rückrunde auswärts noch ungeschlagen, holte 2019 in der Fremde bei drei Siegen und einem Remis 10 der 12 möglichen Punkte (in der Hinrunde hatte man auswärts nur neun Zähler geholt). Vor allem aufgrund der Hinrunde liegt Mönchengladbach immer noch auf Rang drei der Heimtabelle (hinter Dortmund und Bayern).

Restprogramm: Fortuna Düsseldorf (A), SV Werder Bremen (H), Hannover 96 (A), RB Leipzig (H), VfB Stuttgart (A), TSG Hoffenheim (H), 1. FC Nürnberg (A), Borussia Dortmund (H)

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Eintracht Frankfurt (5., 46, 51:30)

Eintracht Frankfurt blieb zuletzt erstmals unter Adi Hütter neun Bundesliga-Spiele in Folge ungeschlagen, insgesamt sind die Hessen sogar seit 13 Pflichtspielen unbesiegt. Frankfurt ist neben Werder Bremen das einzige Team, das in der Rückrunde der Bundesliga noch unbesiegt ist. Erstmals seit 38 Jahren kassierten die Frankfurter an den ersten neun Spieltagen der Rückrunde keine Niederlage. Mit 46 Punkten nach 26 Spieltagen stellten die Frankfurter ihre Rekord-Zwischenbilanz in der Bundesliga ein. Lediglich 1992/93 und 1974/75 gab es umgerechnet ebenfalls 46 Punkte für die Eintracht. Der Frankfurter Trumpf ist neben einem stimmigen Kollektiv sicher das überragende Offensivtrio, bestehend aus Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic. An 44 der 50 Eintracht-Treffer war mindestens einer dieser Spieler beteiligt.

Restprogramm: VfB Stuttgart (H), FC Schalke 04 (A), FC Augsburg (H), VfL Wolfsburg (A), Hertha BSC (H), Bayer 04 Leverkusen (A), 1. FSV Mainz 05 (H), FC Bayern München (A)

Bayer 04 Leverkusen (6., 42, 47:40)

Bayer 04 Leverkusen kämpfte sich unter dem neuen Coach Peter Bosz wieder auf einen Tabellenplatz, der für die Teilnahme am europäischen Geschäft berechtigt. Seit der Übernahme von Bosz gewannen die Leverkusener sechs ihrer neun Spiele. Die 18 Punkte der Bayer-Elf überbietet in der Rückrunde nur der FC Bayern München (21 Punkte). Auch nach Toren liegt die Werkself in der Rückrunde auf Rang zwei. Leverkusens 21 Treffer seit dem 18. Spieltag überbieten nur die Bayern (32).

Restprogramm: TSG Hoffenheim (A), RB Leipzig (H), VfB Stuttgart (A), 1. FC Nürnberg (H), FC Augsburg (A), Eintracht Frankfurt (H), FC Schalke 04 (H), Hertha BSC (A)

VfL Wolfsburg (7., 42, 44:39)

Der VfL Wolfsburg rehabilitierte sich am vergangenen Wochenende für die empfindliche 0:6-Niederlage beim FC Bayern und gewann mit 5:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Mann des Spiels war Wout Weghorst, der an allen fünf Wolfsburger Toren beteiligt war (3 Tore, 2 Torvorlagen). Vor allem auswärts sind die Wölfe in dieser Saison eine Macht, gewannen hier über die Hälfte ihrer Spiele (7 von 13) und liegen mit 23 Punkten in der Auswärtstabelle sogar auf Champions-League- Kurs (Rang 4). Es gibt kaum eine Mannschaft, der es so guttut, in Führung zu gehen, wie Wolfsburg. Der VfL verlor in dieser Bundesliga-Saison kein Spiel nach einer Führung (12 Siege, 3 Remis). Kein Vergleich zur Vorsaison, als Wolfsburg neun Führungen verspielte und immer wieder Punkte herschenkte (7 Remis, 2 Niederlagen).

Restprogramm: Borussia Dortmund (A), Hannover 96 (H), RB Leipzig (A), Eintracht Frankfurt (H), TSG Hoffenheim (A), 1. FC Nürnberg (H), VfB Stuttgart (A), FC Augsburg (H)

SV Werder Bremen (8., 39, 46:38)

Werder Bremen landete am letzten Wochenende mit dem 3:1 bei zuvor so starken Leverkusenern einen echten Big Point und kann sich bei drei Punkten Rückstand auf Rang sechs weiterhin nach oben orientieren. Werder ist in der Rückrunde und damit seit nunmehr neun Bundesliga-Spielen ungeschlagen (4 Siege, 5 Remis). Unter Florian Kohfeldt gab es zuvor nie eine so lange Erfolgsserie und Bremen überstand erstmals seit der letzten Meistersaison 2003/04 die ersten neun Rückrundenspiele ohne Niederlage. Nur Frankfurt verlor 2019 ebenfalls noch kein Bundesliga-Spiel.

Restprogramm: Mainz (H), Gladbach (A), Freiburg (H), Bayern (A), Düsseldorf (A), Dortmund (H), Hoffenheim (A), Leipzig (H)