In der Nationalmannschaft ein kongeniales Duo: Alexander Sörloth und Erling Haaland - © STEPHEN MCCARTHY via www.imago-images.de/imago images/Bildbyran
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Fünf Dinge über Alexander Sörloth: Das ist der neue Stürmer von RB Leipzig

Alexander Sörloth – so heißt der neue Stürmer von RB Leipzig. In vorderster Front soll der 1,95 Meter große Norweger die Lücke schließen, die der Abgang von Timo Werner (FC Chelsea) gerissen hat. bundesliga.de stellt den 25 Jahre alte Angreifer vor, der sich in der vergangenen Saison bei Trabzonspor zum Torschützenkönig der türkische Süperlig aufschwang.

1. Durchbruch in der Türkei

Radamel Falcao, Lukas Podolski oder Burak Yilmaz - prominente Angreifer stehen in der Türkei unter Vertrag. Doch an Alexander Sörloth kamen sie in der vergangenen Spielzeit nicht vorbei: Für Trabzonspor erzielte der norwegische Mittelstürmer 24 Tore in 34 Spielen, insgesamt kam er für den türkischen Vizemeister auf 33 Pflichtspieltreffer und hatte entscheidenden Anteil am Pokalsieg des Traditionsvereins aus der Millionenmetropole am Schwarzen Meer. Beim 2:0-Endspielsieg gegen Alanyaspor legte Sörloth zunächst das 1:0 auf und sorgte dann tief in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung.

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Für die Leihgabe von Premier-League-Club Crystal Palace die Krönung einer herausragenden Saison, die den Durchbruch des talentierten Angreifers markierte. In London war Sörloth nicht so recht glücklich geworden, nach seinem Wechsel im Winter 2018 gelang ihm lediglich ein einziger Treffer für den Hauptstadtverein. Nach einer Leihe zu KAA Gent und seinem Förderer Jess Thorup, der bereits in Sörlorths Zeit beim FC Midtjyland vor seinem Transfer zu Crystal Palacce dessen Coach war, nahm der Norweger einen neuen Anlauf in der Türkei. Die richtige Entscheidung, das zeigt nicht nur ein Blick auf seine eindrucksvolle Torquote.

2. Milan, Manchester und Co.: Sörloth wird zum umworbenen Angreifer

Seine sportlichen Qualitäten hatten sich schnell in Europa herumgesprochen: Sörloth wurde in der Gerüchteküche, die in der Türkei stets noch etwas mehr brodelt als an anderen Standorten, mit Branchengrößen wie dem FC Bayern München, Manchester United und dem AC Mailand in Verbindung gebracht. Für Trabzonspor eine schwierige Situation: Zwar hat der Schwarzmeer-Club eine Kaufoption für die Leihgabe, doch den Leistungsträger im Verein zu halten, war trotz Europapokal-Qualifikation ein Ding der Unmöglichkeit. Insbesondere RB Leipzig zeigte nachhaltiges Interesse an einer Verpflichtung und setzte sich letztlich im Werben um den torgefährlichen Skandinavier durch.

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"Mit Alexander Sörloth konnten wir unseren absoluten Wunschspieler für die offene Position im Sturm verpflichten. Er ist ein körperlich sehr präsenter und technisch versierter Spieler. Er ist kopfball- und abschlussstark. Alexander bringt alle Fähigkeiten mit, die für unseren Fußball wichtig sind. Er hat in der Türkei eine überragende Saison gespielt, in der er sowohl seine Qualitäten als Torjäger als auch als Vorbereiter unter Beweis stellen konnte", sagt Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche bei der Verkündung des Transfers. Dem Mittelstürmer wird bei den Sachsen eine reizvolle Aufgabe zu Teil: Nach den Abgängen von Timo Werner (FC Chelsea) und Patrik Schick (Bayer 04 Leverkusen) muss RB Leipzig 34 Bundesliga-Treffer ersetzen. Wer, wenn nicht der Norweger mit der traumhaften Torquote sollte dies Wirklichkeit werden lassen?

3. "König des Nordens": Kongenialer Partner von Erling Haaland

Einen prominenten Bewunderer, der bereits in der Bundesliga seine Spuren hinterlassen hat, weiß Alexander Sörloth hinter sich: Borussia Dortmunds Tormaschine Erling Haaland stürmt in der norwegischen Nationalmannschaft neben dem 25-Jährigen und ist voll des Lobes über die Qualitäten seines Mitspielers. Nach dem 5:1-Erfolg in Nordirland im Rahmen der Nations League, als die beiden Angreifer für vier der fünf Tore verantwortlich zeichneten, schwärmte der BVB-Torjäger: "Wir sprechen auf dem Platz dieselbe Sprache, er bringt die nötige Spielintelligenz mit. Wir verstehen uns gut und arbeiten sehr gut zusammen", betonte Haaland das nahezu blinde Verständnis zwischen ihm und dem Neu-Leipziger, den er auf Instagram in einem Kommentar schon einmal als "König des Nordens" bezeichnet hatte.

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Lobeshymnen, die Sörloth gleichermaßen zurück gab: "Wir verstehen uns und wissen, in welche Räume der andere geht. Das sieht man schon an seiner Vorbereitung vor dem zweiten Tor. Er schaut gar nicht auf, weiß aber, dass ich da bin. Es ist ziemlich selten, eine solche Verbindung zu haben“" erklärte er begeistert über das Zusammenspiel mit Erling Haaland. Doch nicht nur sein norwegischer Landsmann weiß um die Qualitäten des in Trondheim geborenen Linksfußes. "Er ist robust, groß und schnell. Das sieht gut aus, er hat definitiv Potenzial", äußerte sich Lukas Podolski, der derzeit in der Süperlig bei Antalyaspor sein Geld verdient, äußerst anerkennend über Sörloths Leistungsfähigkeit.

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4. Vater mit Bundesliga-Vergangenheit - Fußball im Blut

Dass die Karriere des Alexander Sörloth eine solche Fahrt aufgenommen hat, kommt nicht von ungefähr. In seiner Heimatstadt Trondheim im Nachwuchs von Rosenborg BK ausgebildet kommt der Angreifer aus einer ziemlich fußballverrückten Familie. Schon sein Vater Göran war als Stürmer beim norwegischen Serienmeister aktiv, absolvierte darüber hinaus unter anderem in der Saison 1989/90 fünf Bundesliga-Spiele für Borussia Mönchengladbach. Und der 55-fache Nationalspieler, der für sein Heimatland 1994 an der Weltmeisterschaft in den USA teilnahm, stand wie sein Sohn in der Türkei unter Vertrag: In der Saison 1993/94 kickte Göran Sörloth für Bursaspor.

Sörloth Junior nahm erst einmal einen anderen Weg: Nach körperlichen Problemen und fehlender Spielpraxis bei Rosenborg BK ließ er sich 2015 zu Ligarivale FK Bodø/Glimt ausleihen, wo er direkt zum Topstürmer avancierte. Nach einem Transfer zum niederländischen Erstligisten FC Groningen im folgenden Winter ging es bereits nach 18 sportlich durchwachsenen Monaten für den Angreifer weiter: Der FC Midtjylland hatte gerufen – und Sörloth wechselte zum dänischen Spitzenverein, wo er als Rechtsaußen für Furore sorgte. Es folgte die enttäuschende Zeit bei Crystal Palace und zwei Leihintermezzi in Gent und Trabzon. Nun der nächste Anlauf in Leipzig: "Nach den ersten Gesprächen war für mich recht schnell klar, dass ich für RB Leipzig spielen will. Der Verein hat vergangene Saison mit beeindruckenden Leistungen in der Liga, aber ganz besonders in der Champions League auf sich aufmerksam gemacht. Ich freue mich auf die Herausforderung in der Bundesliga und den gemeinsamen Weg in der Königsklasse", sagt Sörloth.

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Gewohnte Jubelpose: Alexander Sörloth erzielt 33 Pflichtspieltreffer bei Trabzonspor - imago images/VI Images

5. Ein Spieler als Ersatz für Werner und Schick

Trotz seiner imposanten Statur (95 Kilogramm verteilt auf 1,95 Meter Körpergröße) und etwaigen Vergleichen mit Mario Gomez ist der Norweger alles andere als ein klassischer Mittelstürmer. Sörloth weicht dank seiner technischen Klasse und seiner Grundschnelligkeit gern auf den Flügel aus, wurde gerade in seiner Zeit in Midtjylland auch des Öfteren auf der Außenbahn eingesetzt. So kann Leipzig auf einem variablen Spieler bauen, der im Grunde beide prominenten Abgänge auf einen Schlag ersetzt. Sörloth kombiniert die physische Wucht und die Kopfballqualitäten eines Patrik Schick mit dem Abschlusstalent und den Sprintfähigkeiten eines Timo Werner. Einziges Manko: Der Norweger konnte dies noch nicht in einer europäischen Topliga unter Beweis stellen.

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Diese Vorschusslorbeeren gilt es nun bei RB Leipzig zu bestätigen. Doch der Spielstil der Sachsen sollte Sörloth entgegenkommen, hat sich der 25-Jährige doch gerade wegen der offensiven Ausrichtung unter Julian Nagelsmann für einen Wechsel in die Bundesliga entschieden. "Alexander passt nicht nur perfekt in unsere Philosophie, er ist das noch fehlende Puzzlestück in unserer Kaderplanung für diese Saison", sagt Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Wenn der Norweger dann noch die Qualitäten zeigt, die ihn zum umworbenen Spieler gemacht haben, dann dürfte RB Leipzig viel Spaß an seinem neuen Sturmstar haben.

Thomas Reinscheid