Mit voller Offensivpower über die rechte Seite: So schlägt Borussia Dortmund den SV Werder Bremen - © FRIEDEMANN VOGEL/POOL/AFP via Getty Images
Mit voller Offensivpower über die rechte Seite: So schlägt Borussia Dortmund den SV Werder Bremen - © FRIEDEMANN VOGEL/POOL/AFP via Getty Images
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Match-Facts-Analyse: Ballsicheres Borussia Dortmund dreht nach Rückstand gegen den SV Werder Bremen auf

Trotz frühen Rückstands feiert Borussia Dortmund einen klaren 4:1 (3:1)-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen. Dank Doppelpacker Erling Haaland sowie einem starken Giovanni Reyna dreht der ballsichere BVB nach dem 0:1 durch Milot Rashica die Partie souverän zu seinen Gunsten und schielt weiter Richtung Champions-League-Qualifikation. Wie die Schwarzgelben trotz des Nackenschlags zu Beginn der Begegnung mit den Bremen die Oberhand behalten haben, zeigt die Match-Facts-Analyse.

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Nach den Ergebnissen der Konkurrenz am Samstag war klar: Borussia Dortmund könnte im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen den Abstand auf die Tabellenränge, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen, verkürzen. Sowohl der VfL Wolfsburg (2:3 beim FC Bayern München) als auch Eintracht Frankfurt (0:4 bei Borussia Mönchengladbach) hatten verloren – doch zunächst sah es für den BVB nicht danach aus, als könnten die Schwarzgelben dies ausnutzen: Rashica schoss die Gäste früh in Führung. Doch die Mannschaft von Trainer Edin Terzic setzte sich schlussendlich klar durch - was an mehreren Faktoren lag, wie die Analyse der Match-Facts powered bei AWS aufzeigt.

Seit Anfang des letzten Jahres kooperieren die DFL Deutsche Fußball Liga und Amazon Web Services unter anderem im Bereich der Datenanalyse. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde die Liveverarbeitung von Daten zu innovativen Statistiken, den Bundesliga Match Facts powered by AWS, intensiviert: "Angriffszonen", "Realformation: Trends" und "Most Pressed Player" sind die neuesten Match Facts, bereits zuvor wurden "Torwahrscheinlichkeit und xGoals", "Realformation" und "Speed Alarm" eingeführt.

Werder mit Wucht, BVB mit Ballbesitz

Dass die Dortmunder zunächst einem Rückstand hinterherlaufen mussten, hatte tatsächlich vor allem mit den läuferischen Qualitäten des Gegners zu tun: Werder setzte auf eine massierte Defensive, die vor allem das spielstarke Zentrum der Schwarzgelben unter Kontrolle kriegen sollte, und auf schnelles Umschaltspiel um den sprintstarken Stürmer Rashica, der auch das 1:0 erzielen konnte. Es war die erste gefährlichere Offensivaktion der Hanseaten, die sich mit einem Wert von lediglich 0,16 xGoals in Führung bringen konnten. Der BVB hatte dagegen deutlich mehr Ballbesitz (knapp 70 Prozent), konnte aber wenig Durchschlagskraft entwickeln (einen xGoals-Wert von 0,17 nach knapp 20 Minuten).

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Bis Giovanni Reyna kam, der aus dem Zentrum heraus immer wieder im Wechsel mit Jude Bellingham auf der rechten Seite auftauchte und das Spiel der Schwarzgelben nicht nur ankurbelte, sondern den verdienten Ausgleich mit einem sehenswerten Distanzschuss erzielen konnte (29.). Es folgte eine Phase, in der sich die Dortmunder in einen kleinen Angriffsrausch spielten: Erling Haaland versenkte zunächst einen Foulelfmeter (34., Kevin Möhwald hatte BVB-Kapitän Marco Reus zu Fall gebracht), wenig später erhöhte der norwegische Top-Torjäger in bester Abstaubermanier auf 3:1 (38.). Eine Pausenführung, die auch in der Höhe verdient ausgefallen war, wie ein Blick auf die xGoals zeigt: Mit 2,03 zu 0,21 hatten die Gastgeber klar die Nase vorn.

Mit verdichtetem Zentrum zum starken Start: Werder Bremens Realformation in der Anfangsviertelstunde - Friedemann Vogel - Pool/Getty Images

Reyna überragt bei Borussia Dortmund

Auch nach dem Seitenwechsel behielt die Borussia die Kontrolle und hatte zwischenzeitlich sogar noch Chancen, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Immer wieder suchte die Terzic-Elf den Weg über die rechte Seite nach vorn. Am Ende der Partie fand jeder zweite Angriff über die dortige Außenbahn statt, wie die "Angriffszonen" zeigen. Ein Grund für die rechtslastige Ausrichtung der Schwarzgelben war definitiv Reynas starker Auftritt, der neben seinem Ausgleichstreffer auch beim Elfmeter vor dem 2:1 seine Füße im Spiel hatte und immer wieder die Offensivbemühungen seiner Mannschaft forcierte. Kaum verwunderlich, dass der US-amerikanische Youngster bei Abpfiff auch der "Most Pressed Player" war: 39 Drucksituationen hatte der 18-Jährige über den Verlauf der Partie zu bewältigen - klarer Bestwert in dieser Begegnung!

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Dass Werder kaum mehr in die Partie kam, lag neben mangelnder Chancenverwertung (Maximilian Eggestein hatte unter anderem Pech bei einem Pfostenschuss, Dortmunds Keeper Marwin Hitz parierte stark gegen den eingewechselten Josh Sargent) und schwach ausgespielten Kontermöglichkeiten auch an den spielstarken und ballsicheren Borussen, die mehr als doppelt so viele Pässe spielten (750:364) und dabei 92 Prozent ihrer Zuspiele an den eigenen Mann bringen konnten. So stellte in der Schlussphase Mats Hummels mit einem Kopfball nach Ecke des eingewechselten Thorgan Hazard den Endstand für den BVB her (87.) - ein wichtiger Erfolg, der vielleicht am Ende einen Treffer zu hoch ausfiel, aber durchweg verdient war.

Dortmund hat Champions-League-Platz wieder in greifbarer Nähe

Nach dem 4:1 darf der BVB nun wieder Richtung Champions-League-Plätze schielen, der klare Heimsieg gegen letztlich nahezu chancenlose Bremer unterstreicht die Ambitionen der Dortmunder. Fünf Spieltage vor Schluss haben die fünftplatzierten Schwarzgelben den Abstand auf die vor ihnen rangierenden Frankfurter und Wolfsburger auf vier beziehungsweise fünf Punkte reduziert. Die souveräne Leistung gegen Werder macht der Terzic-Elf jedenfalls Mut für den Saisonendspurt, das gilt ebenso für den treffsicheren Haaland, der mit seinem Saisontoren 22 und 23 in der Torjägerliste zum zweitplatzierten SGE-Angreifer Andre Silva aufschließen konnte.

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Gelingt es den Borussen auch in den abschließenden fünf Partien, die gleiche Effizienz vor dem gegnerischen Tor als auch die gegen Bremen gezeigte spielerische Souveränität in die Waagschale zu werfen, dann ist mit dem Tabellenfünften im Rennen um einen Platz in der Champions League durchaus zu rechnen. Für die Gäste geht derweil nach der deutlichen Niederlage der Blick nach unten - vier Punkte Vorsprung hat Werder auf den Relegationsrang, der derzeit von Hertha BSC belegt wird. Für die überwiegend schweren Aufgaben, die noch auf die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt warten, können die Hanseaten allerdings auch Positives aus dem Auswärtsauftritt in Dortmund ziehen - nicht nur aufgrund der frühen Führung, die aber aufgrund der starken Schwarzgelben letztlich nicht zu Zählbarem führte.

Thomas Reinscheid

Giovanni Reyna ist beim Heimsieg von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen der entscheidende Impulsgeber - imago images / Poolfoto