Erling Haaland beschleunigt auf 35,2 km/h - © DFL/Getty/Lars Baron
Erling Haaland beschleunigt auf 35,2 km/h - © DFL/Getty/Lars Baron
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Bundesliga Match Facts: Simon Rolfes über den Speed Alarm

Simon Rolfes ist Direktor Sport bei Bayer 04 Leverkusen, hat zwischen 2005 und 2015 insgesamt 288 Bundesliga-Spiele bestritten und trug 26 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. An dieser Stelle schreibt er wöchentlich über die neuen, innovativen Bundesliga Match Facts powered by AWS, die ihr während der Spiele sehen könnt.

Von Simon Rolfes

Der Profi-Fußball wird immer schneller. Nicht nur das Spiel an sich, sondern auch die Spieler auf dem Platz. Auch früher gab es in der Bundesliga schon sehr schnelle Spieler, die waren aber nicht immer zwangsweise auch mit der besten Ballbehandlung ausgestattet.

Heute kann man sich das in der Bundesliga nicht mehr leisten. Die Anforderungen an die Spieler sind inzwischen hoch komplex. Und Schnelligkeit ist ein wichtiger Baustein beim Profil eines Profis. Sie lässt sich dabei aufteilen in drei Komponenten: Handlungsschnelligkeit, Antritt und Maximalgeschwindigkeit.

Die schnellsten Spieler werden kurz vor Abpfiff gekürt

Mit dem Speed Alarm, dem neuesten Bundesliga Match Fact, lässt sich eine dieser drei Komponenten, nämlich die Maximalgeschwindigkeit, exakt bestimmen. Zuschauern der Bundesliga ist es sicher längst aufgefallen: Der Speed Alarm wird kurz vor Schlusspfiff bei den Spielen im Fernsehen eingeblendet. Gekürt werden dabei jeweils die drei schnellsten Spieler der Partie. Außerdem kommt er zum Einsatz, wenn ein Spieler in Sachen Höchstgeschwindigkeit einen Team-, Saison- oder Bundesliga-Rekord aufstellt. Es sind jene Akteure, die sich durch ihre immense Schnelligkeit die entscheidenden Zentimeter Vorteil verschaffen können.

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Ein Beispiel vom 1. Spieltag dieser Saison: Beim Duell zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach zog Erling Haaland bei einem Konter vom eigenen Strafraum einen Sprint an, beschleunigte dabei bis auf eine Maximalgeschwindigkeit von 35,2 Km/h und war nur neun Sekunden später schon im gegnerischen Strafraum, wo er seine Gegenspieler abgeschüttelt – und den Ball mit seinem starken linken Fuß unter die Latte zum 3:0-Endstand gehämmert hatte.

Coman, Wamangituka und Upamecano sind 2020/21 am schnellsten unterwegs

Mit dieser Höchstgeschwindigkeit war Haaland aber nicht nur der schnellste Spieler dieser Partie, es gab in der gesamten Saison 2020/21 mit dem Münchner Kingsley Coman, dem Stuttgarter Silas Wamangituka, dem Leipziger Dayot Upamecano und Unions Sheraldo Becker bisher auch nur vier Spieler, die noch schneller sprinten konnten.

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Dass mit Upamecano ausgerechnet ein Innenverteidiger unter den Top-Sprintern der Bundesliga steht, mag auf den ersten Blick vielleicht verwundern. Es verdeutlicht aber nur, dass man bei der Fülle an pfeilschnellen Stürmern inzwischen auch Defensiv-Spieler braucht, die es in Sachen Schnelligkeit mit diesen Angreifern aufnehmen können. Ich bin deshalb eigentlich ganz froh, dass ich nicht mehr mit Erling Haaland ins Sprintduell gehen muss und meine Fußballschuhe bereits vor fünf Jahren an den Nagel gehängt habe.