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So wird Erling Haaland von Borussia Dortmund immer besser

Vielleicht, so mag es nach Außen erscheinen, ist Erling Haaland der beste 21-jährige Stürmer der Fußballgeschichte. Ein derart überwältigendes Gesamtpaket hat in diesem Alter wohl kaum ein Nummer Neun mitgebracht. Und dennoch gibt es für den Norweger noch täglich viele Baustellen, an denen er sich verbessern will.

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Wie sehr Borussia Dortmund von Erling Haaland abhängig ist, wurde an den letzten beiden Spieltagen wieder einmal deutlich, als der BVB auf seinen Top-Stürmer verzichten musste, der mit muskulären Problemen ausfiel. Bei der 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach ging in der Offensive so gut wie nichts, der wenig spektakuläre 2:1-Triumph gegen den FC Augsburg eine Woche später darf als Arbeitssieg verbucht werden, bei dem das gewohnte Offensivspektakel der Schwarz-Gelben jedoch ausblieb.

Ohne Haaland, der praktisch aus allen Lagen trifft, und das meist spektakulär, fehlt der Mannschaft von Marco Rose schlicht die Durchschlagskraft. Es ist schon erstaunlich, wie seine Gegenspieler bisweilen wie lästige Fliegen am Astralkörper des 1,94-Meter-Hünen abprallen, mit welcher Härte er die Bälle präzise im gegnerischen Tor unterbringt und mit welcher außergewöhnlich hohen Geschwindigkeit der Norweger unterwegs ist. Ein kompletter Stürmer also? Da würde Haaland selbst widersprechen.

"Ich mag es, zu trainieren und Fortschritt zu sehen, um zu spüren, dass ich besser werde", sagt der enorm ehrgeizige Haaland. Und dafür ist er bereit, viele Sonderschichten einzulegen. Beim BVB hat er die perfekten Experten an seiner Seite: Mit Athletiktrainer Patrick Eibenberger verbringt er unzählige Stunden im Kraftraum, um seinen Körper weiter zu optimieren. "Ich werde stärker und bin jetzt schneller als damals, als ich nach Dortmund kam. Wenn du Kilos zunimmst und schneller wirst, dann macht das Training Sinn", so Haaland.

Eibenberger ergänzt: "Es geht nicht nur darum, ihn schneller und ausdauernder zu machen, sondern auch, ihn verfügbarer zu machen. Das heißt, wie oft er auf dem Platz stehen kann und wie oft er volle 90 Minuten gehen kann." Und hier gibt es bei Haaland durchaus noch Verbesserungsbedarf. Vor allem muskuläre Probleme zwangen den Stürmer in seiner Bundesliga-Zeit immer mal wieder zu mehrwöchigen Pausen – so wie auch zuletzt. Kein Wunder: Wenn knapp 90 Kilogramm auf bis zu 36 km/h beschleunigen, dann sind die Muskelfasern schon enormen Kräften ausgesetzt. Eine stetige Herausforderung für das Athletik-Team des BVB.

Der physische Bereich ist aber längst nicht alles: Obwohl Haaland nach nur fünf Einsätzen mit sieben Treffern die Torjägerliste der Bundesliga derzeit gemeinsam mit Robert Lewandowski anführt, und mit einer Abschluss-Effizienz von +2,6 hinter Florian Wirtz aktuell der ligaweit effizienteste Vollstrecker ist, arbeitet er akribisch an seinem Torabschluss. Talent alleine reicht auf diesem Niveau einfach nicht aus.

Gemeinsam mit Co-Trainer Alexander Zickler, der in den 1990er-Jahren über 50 Bundesliga-Tore für den FC Bayern München erzielte, geht es in erster Linie um die richtigen Laufwege, wie man damit den Gegenspieler entscheidende Meter abnehmen kann und wie man sich im Kopfballspiel besser positioniert. Denn trotz seiner Größe ist Haaland bisher nicht als Kopfballungeheuer aufgefallen. Bis jetzt, weil auch hier die vielen Übungseinheiten langsam Früchte tragen: In seinen letzten beiden Einsätzen gegen Union Berlin und gegen Bayer 04 Leverkusen vollstreckte Haaland jeweils einmal mit dem Kopf.

Die Gegenspieler – so viel steht fest – müssen sich also immer auf neue Skills des 21-jährigen Top-Stürmers einstellen, der an guten Tagen schlicht nicht zu verteidigen ist. Wohin diese Entwicklung noch führt, wenn Haaland erstmal im besten Fußballeralter angekommen ist, dürfte eine enorm spannende Frage sein.