Union, Freiburg und Frankfurt liefern ab - © DFL (Fotos: IMAGO / Jan Huebner/Team 2/HMB-Media)
Union, Freiburg und Frankfurt liefern ab - © DFL (Fotos: IMAGO / Jan Huebner/Team 2/HMB-Media)
bundesliga

5. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

whatsappmailcopy-link

Freiburg erobert die Tabellenführung, weil Union dem FC Bayern trotzt. Frankfurt überragt im Champions-League-Duell, Köln und Bremen überzeugen erneut - die Themen des 5. Spieltags.

1) Primus SC

Der SC Freiburg ist auf Platz eins vorgezogen - und wie! Bei Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen war es den Breisgauern gelungen, nach einem schwachen ersten Durchgang das Spiel zu drehen und schließlich gewannen sie 3:2. In der Halbzeit hatte Kulttrainer Christian Streich doppelt gewechselt und das System geändert, seine Mannen präsentierten sich mit Wiederanpfiff umgehend wesentlich besser. Erst war dem in dieser Saison wieder stark aufspielenden Innenverteidiger und Neuzugang Matthias Ginter nach einer Ecke von Standardexperte Vincenzo Grifo der Ausgleich gelungen, dann zeigte sich der weitere Sommertransfer Michael Gregoritsch nach einigen liegen gelassenen Chancen in der letzten Woche nach Vorlage des früh für den verletzten Roland Sallai eingewechselten Woo-yeong Jeong erneut von seiner Torjäger-Seite. Das 2:2 von Patrick Schick konterte mit Ritsu Doan noch ein Neuzugang nur sieben Minuten nach dem Ausgleichsrückschlag.

Welche Stars hast du im Fantasy Manager?

"Es war ein glücklicher Sieg", sagte Streich unmittelbar nach Abpfiff. "Aktuell läuft es für uns ergebnistechnisch. Das kann ich sehr gut einordnen." Aber auch Glück gehört dazu und bei ihrer einzigen Niederlage in der neuen Spielzeit gegen Borussia Dortmund hatten die Freiburger durch einen kuriosen Fehler von Torwart Mark Flekken Pech. Glück hin, Pech her - das Streich-Team hat sich zu einem echten Spitzenclub entwickelt, der in der vergangenen Saison nicht zufällig - glücklich - in die Europa League eingezogen ist. Vielleicht geht in diesem Spieljahr ja sogar noch mehr...

2) Eisernes Bollwerk hält auch gegen Bayern

Die Offensive des FC Bayern München hat auch an der Alten Försterei jede Menge versucht, letztlich jedoch ein Deja-vu erlebt. Denn wie gegen Borussia Mönchengladbach in der Vorwoche reichte es auch beim 1. FC Union Berlin am Ende nur für ein 1:1 - weil das Abwehrbollwerk der Köpenicker hielt.

Die besten Videos rund um die Bundesliga in der NEXT-App

Wer soll Union denn eigentlich noch schlagen, wenn es nicht einmal die Münchner schaffen? Die Mannschaft von Coach Urs Fischer kommt spielzeitübergreifend seit zwölf Bundesliga-Spielen bei neun Dreiern ungeschlagen daher und damit so lange wie kein anderer Verein, was den laufenden Teamrekord bedeutet. "Bayern war dem Sieg aber sicherlich näher", erklärte Fischer gewohnt bescheiden nach der Partie. Allerdings zudem: "Die Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht und nicht unverdient einen Punkt erkämpft."

3) Furiose Eintracht

Nach mäßigem Saisonstart ist Eintracht Frankfurt im neuen Spieljahr angekommen. In der vergangenen Woche höchst unterhaltsam 4:3 bei Werder gesiegt, störten die Hessen anscheinend die vier Gegentreffer - und in dieser Runde feierten sie im Topspiel ein 4:0. Gegen RB Leipzig wohlgemerkt, also einen Champions-League-Club. Als Europa-League-Gewinner ebenfalls in die Champions League eingezogen, begannen die Adler den Vergleich schon mit viel Offensivdrang, gingen innerhalb der ersten 22 Minuten durch den in dieser Saison nach dem Wechsel von Leistungsträger Filip Kostic enorm auftrumpfenden Daichi Kamada und Kapitän Sebastian Rode bereits mit zwei Toren Abstand in Führung.

Die Zahlen zum Spieltag

In der Pause stellte sich die Frage, ob die Sachsen um die Angriffsstars Christopher Nkunku und Timo Werner sich zurückmelden würden. Die SGE war es allerdings, die auch die zweiten 45 Minuten für sich entschied - nach Treffern von Tuta und Rafael Borre wieder mit zwei Toren Unterschied. "Wow! Große Gratulation an die Mannschaft", äußerte Trainer Oliver Glasner anschließend sichtbar beeindruckt. "Es war eine fantastische Leistung."

4) Der FC bleibt auch in Wolfsburg ungeschlagen

Es lag keine leichte Woche hinter dem 1. FC Köln: Gleich mehrere Profis fielen nach dem trefferlosen Remis gegen den VfB Stuttgart verletzt aus, der ausgedünnte Kader konnte erst im letzten Augenblick mit Nikola Soldo verstärkt werden. Noch ohne den Sommertransfer zeigten die Geißböcke dann allerdings beim VfL Wolfsburg einen blitzsauberen Auftritt, mit 4:2 siegte der Verein von Steffen Baumgart völlig verdient in der Autostadt. "Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, wir sind zufrieden mit der Leistung. Wir gehen letztlich nicht unverdient als Sieger vom Platz", betonte der Übungsleiter nach der Begegnung, die für die Domstädter alles andere als gut los gegangen war.

Die Trainerstimmen

Nach nur 96 Sekunden hatte Lukas Nmecha die Wölfe in Führung geschossen, doch die Rheinländer drehten das Aufeinandertreffen noch vor dem Seitenwechsel. Dejan Ljubicic war der Ausgleich geglückt, ein Eigentor von Paulo Otavio hatte die Gäste in Führung gebracht, die Florian Kainz kurz vor dem Pausenpfiff per Foulelfmeter noch ausbaute. Im zweiten Durchgang kontrollierten die Kölner die Partie, hätten das Resultat sogar erhöhen können. Selbst das 2:3 durch Nmecha hatte die Baumgart-Schützlinge nur kurz geschockt, der eingewechselte Sargis Adamyan machte kurz nach dem Anschlusstreffer den Deckel drauf. "Ich freue mich darüber, dass unsere Jungs Vollgas geben. Wir sind ein gutes Kollektiv und das zeigen wir auch", war Baumgart, dessen Team nach fünf Ligaduellen noch unbesiegt daherkommt, erkennbar zufrieden.

5) Last-Minute-Spezialisten von der Weser

Der Namensgeber konnte diesmal gar nicht mithelfen: Der bislang so starke Leonardo Bittencourt hatte nach dem historischen 3:2 bei Borussia Dortmund in Anlehnung an die Farbe des Auswärtstrikots des SV Werder Bremen vom "Dreier-Lachs" gesprochen, fehlte beim 2:0 beim VfL Bochum aber verletzt. Dass sich die hanseatischen Lachse nach dem Abpfiff jedoch trotzdem erneut vor der Gästekurve zum Siegerselfie aufstellen konnten, spricht für die Qualität des SVW-Spiels.

Die Tabelle

Vor allem das Stehvermögen spricht für den Aufsteiger: Sieben ihrer zwölf Saisontore gelangen den Bremern nach der 85. Minute - eine unglaubliche Bilanz, die kein anderes Bundesliga-Team aufweist. Joker Oliver Burke brachte auch im Ruhrgebiet viel Schwung ins Spiel und war an beiden späten Treffern beteiligt, diesmal avancierte allerdings Niclas Füllkrug zum strahlenden Helden. Der Stürmer präsentiert sich in herausragender Verfassung, schnürte bereits seinen zweiten Doppelpack in der neuen Saison und führt gemeinsam mit Unions Sheraldo Becker die Torschützenliste an. Besonders beeindruckend, wie er das 1:0 in Bochum erzielte. Es gibt nur wenige Angreifer in der Liga, die so eine Qualität im Kopfballspiel haben wie der 29-Jährige.

Sollte Hansi Flick für die WM in Katar noch einen echten Mittelstürmer suchen: ein Füllkrug in seiner derzeitigen Verfassung wäre keine schlechte Wahl. Trumpfen die Bremer weiterhin so offensivfreudig auf (zwölf Saisontore, nur Bayern mehr), dürfte auch Füllkrug noch genug Gelegenheit haben, seine Qualitäten im Abschluss unter Beweis zu stellen.