Jubelnde Gesichter am 12. Spieltag - © Getty Images (2), imago (1)
Jubelnde Gesichter am 12. Spieltag - © Getty Images (2), imago (1)
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12. Spieltag im Fokus: Darüber spricht die Bundesliga

Der 1. FC Union Berlin bezwingt zu Hause zum zweiten Mal in dieser Saison den Tabellenführer, der FC Bayern München kommt unter Trainer Hansi Flick richtig ins Rollen, Benito Raman beschenkt sich beim Sieg des FC Schalke 04 – das sind die Themen des 12. Spieltags.

1) Bayern dreht auf – Tabellenführung jetzt ganz nah

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Der FC Bayern München hat nach dem beeindruckenden 4:0 im Klassiker gegen den BVB auch bei Fortuna Düsseldorf groß aufgespielt und sich problemlos mit 4:0 durchgesetzt. Der FC Bayern liegt in der Tabelle damit nur noch einen Punkt hinter Primus Mönchengladbach. Joshua Kimmich, Corentin Tolisso, Serge Gnabry und Philippe Coutinho erzielten die Tore für den Rekordmeister, der zur Pause bereits 3:0 vorne gelegen hatte.

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Bei der Fortuna wich Hansi Flick in seinem dritten Pflichtspiel erstmals von seiner Erfolgself aus den Partien gegen Dortmund und in der Champions League gegen Piräus ab. Der Interimstrainer setzte auf Tolisso und Coutinho – und bewies damit ein gutes Händchen. Verlassen konnte er sich mal wieder auch auf Gnabry: Der Nationalspieler gab eine Vorlage und markierte einen Treffer – sein fünftes Tor innerhalb der letzten 14 Tage, vorher hatte er einmal gegen den BVB und dreimal für das DFB-Team eingenetzt.

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Die Münchner befinden sich wieder voll in der Spur, wirken spielfreudig und fahren Erfolg nach Erfolg ein. Einen Zähler muss der FCB noch aufholen, um die Tabellenführung der Fohlen zu erobern. In zwei Wochen kommt es übrigens zum direkten Duell mit der Borussia am Niederrhein.

Benjamin Pavard erzielt die Führung für die Bayern in Düsseldorf - Lars Baron/Bongarts/Getty Images

2) Der eiserne Favoritenschreck mag Borussias

Der 1. FC Union Berlin hat bereits zum zweiten Mal in dieser Saison in einem Heimspiel den Tabellenführer bezwungen. Zuletzt war dies einem Aufsteiger in der Saison 2004/05 gelungen, damals war es der 1. FSV Mainz 05 unter Jürgen Klopp. Nach dem Erfolg am 3. Spieltag gegen Borussia Dortmund erwischte es am 12. Spieltag An der Alten Försterei dann auch die zweite Borussia. Mit viel Herz, Können und auch ein wenig Glück fuhr die Fischer-Truppe gegen Mönchengladbach die Punkte 14, 15 und 16 ein. Damit hat Union nun auf Rang elf bereits fünf Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz - und nur vier Punkte Rückstand auf den BVB auf Platz sechs.

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"Die Effizienz vorne, das war der Unterschied", gab Kapitän Christopher Trimmel nach der Partie ehrlich zu Protokoll - 12:11 stand es am Ende nach Torschüssen für den Spitzenreiter. Aber Rafal Gikiewicz erwischte einen bärenstarken Tag und wenn der Schlussmann einmal nicht zur Stelle war, rettete das Aluminium für die Eisernen. Abheben wird in Köpenick trotz eines sehr guten ersten Saisondrittels niemand. Und unterschätzen wird Union in Zukunft mit Sicherheit niemand mehr - schon gar kein Tabellenführer.

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Anthony Ujah bejubelt das 1:0 von Union gegen Gladbach - Annegret Hilse via www.imago-images.de/imago images/Annegret Hilse

3) Paderborn ärgert den BVB

Es hätte die große Sensation am 12. Spieltag werden können, am Ende wurde es zumindest eine kleine: Der SC Paderborn führte mit 3:0 in Dortmund, Marco Reus rettete erst in der Nachspielzeit einen Punkt für den BVB. Die Taktik von Steffen Baumgart ging im ersten Durchgang voll auf: Mit offenem Visier und temporeichem Konterfußball eiskalt zuschlagen. Überragender Paderborner war Stürmer Streli Mamba, der die ersten beiden Tore schoss und nur schwer zu stoppen war.

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"Der Sieg war drin, aber wir können uns auch mit dem Punkt zufrieden geben", sagte der 25-Jährige nach dem Spiel. Dortmund kam wie ausgewechselt aus der Kabine und kämpfte sich zu einem 3:3. Cheftrainer Baumgart lobte trotz des verpassten Sieges sein Team: "Jeder Spieler war am Ende erschöpft, wir werden dennoch mit viel Stolz nach Hause fahren." Am nächsten Spieltag hat Paderborn wieder die Chance, eine Mannschaft von den oberen Rängen ärgern. Vielleicht wird Mamba dann gegen RB Leipzig zum Helden der Ostwestfalen.

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Der SC Paderborn verlangt Borussia Dortmund alles ab - imago images/Nordphoto

4) Werner-Jubiläum bei Leipzig-Sieg

RB Leipzig war auch nach der Länderspielpause in Torlaune und erzielte im dritten Bundesliga-Spiel in Folge mindestens vier Treffer. Durch den 4:1-Erfolg beim 1. FC Köln behauptete die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann den zweiten Tabellenplatz und rückte bis auf einen Punkt an den Tabellenführer Borussia Mönchengladbach heran. Die Leipziger trafen nun saisonübergreifend in 13 Spielen immer mindestens ein Mal und stellten damit den Vereinsrekord ein. "Wir hatten den Gegner sehr gut im Griff. Nach dem Gegentor haben wir das sehr gut gemacht und weiter kontrolliert gespielt. Dann war wichtig, dass wir das vierte Tor machen. Letztendlich haben wir die Partie verdient gewonnen", lobte Nagelsmann seine Elf.

Angreifer Timo Werner durfte in der Partie ein doppeltes Jubiläum feiern. Der deutsche Nationalspieler bestritt sein 200. Bundesliga-Spiel; als erster 23-Jähriger erreichte er diese Marke. Den bisherigen Rekord hielt Karl-Heinz Körbel, der Anfang 1979, also vor über 40 Jahren, 24-jährig sein 200. Bundesliga-Spiel bestritt. Zudem erzielte Werner auch noch sein 75. Tor. Nur Gerd und Dieter Müller waren bei ihrem 75. Treffer noch jünger (in den Jahren 1968 bzw. 1977).

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Timo Werner macht sein 75. Bundesliga-Tor - ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images

5) Raman beschenkt sich und starke Schalker

Benito Raman strahlte übers ganze Gesicht. Der 2:1-Sieg beim SV Werder Bremen, der Sprung auf den Europapokalplatz - und, endlich, sein erstes Bundesliga-Tor für den FC Schalke 04. "Das Tor ist ein kleines Geschenk für mich", sagte der Angreifer erleichtert, nachdem er zusammen mit seinen Teamkollegen und dem Gäste-Anhang den schon vierten Sieg in der Fremde gefeiert hatte.

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In seinen letzten vier Pflichtspielen im S04-Dress war Benito Raman jetzt an fünf Treffern beteiligt. Neben einem Doppelpack im DFB-Pokal in Bielefeld bereitete er in der Bundesliga zwei Treffer vor und traf nun auch erstmals selbst für Schalke in der Bundesliga. Einmal in Fahrt, äußerte Raman, der im Sommer von Fortuna Düsseldorf zu den Königsblauen gewechselt war, große Ziele. "Wenn man Schalkes Geschichte betrachtet und sieht, wo wir momentan stehen, dann müssen wir nach Europa. Das ist unser großes Ziel", sagte der 25-Jährige. Es sei zwar noch eine lange Saison, "aber wir sind auf einem guten Weg".

Benito Raman und Amine Harit im Jubeltaumel - imagoimages