Der VfB Stuttgart jubelt über das 6:0 in Nürnberg und den bevorstehenden Aufstieg - © Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images
Der VfB Stuttgart jubelt über das 6:0 in Nürnberg und den bevorstehenden Aufstieg - © Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images
2. Bundesliga

„Jetzt erst einmal ausgelassen feiern“: Der VfB Stuttgart ist der Bundesliga-Rückkehr ganz nah

Drei Punkte und elf Tore Vorsprung auf den drittplatzierten 1. FC Heidenheim: Das ist die Ausgangslage des VfB Stuttgart, dem ein Spieltag vor Saisonende der zweite Tabellenplatz in der 2. Bundesliga und damit der Aufstieg nur noch rechnerisch zu nehmen ist. Ein fulminanter 6:0-Kantersieg beim 1. FC Nürnberg lässt die Bundesliga-Rückkehr ebenso nah erscheinen wie der dramatische Heidenheimer Sieg gegen den Hamburger SV.

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Die längst entschiedene Partie in Nürnberg pläscherte ihrem Ende entgegen, der VfB hatte im Frankenland von Beginn an wenig Zweifel daran gelassen, die gute Ausgangslage im Aufstiegsrennen zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr aus der Hand zu geben. Doch weit in der üppig bemessenen Nachspielzeit schallte noch einmal lauter Jubel durch das leere Max-Morlock-Stadion. Auf dem Smartphone hatten die Stuttgarter Reservisten gemeinsam mit den ausgewechselten Spielern soeben verfolgt, wie der Hamburger SV beim 1. FC Heidenheim in der 95. Minute das 1:2 durch Konstantin Kerschbaumer kassiert hatte.

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Das bedeutete für den VfB: Der angestrebte Aufstieg in die Bundesliga ist dem Team von Trainer Pellegrino Matarazzo kaum mehr zu nehmen. Eine Partie gilt es noch zu absolvieren, drei Punkte und elf Tore Vorsprung haben die Schwaben auf Heidenheim, die am abschließenden Spieltag zum Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld reisen müssen. Nach menschlichem Ermessen dürfte da nichts mehr anbrennen für die Stuttgarter, die am kommenden Sonntag gegen Darmstadt 98 wohl nicht einmal einen Punkt brauchen, um nach einem Jahr Abstinenz wieder in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten zu sein.

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Ihre eigene Aufgabe hatten die Kicker mit dem Brustring auf dem Trikot zuvor in äußerst souveräner Manier erledigt. Doch wie im Aufstiegsrennen war ihnen auch hier die Unterstützung der Konkurrenz gewiss: Beim 6:0-Erfolg in Nürnberg zeigte sich der "Club" defensiv von allen guten Geistern verlassen und lud die Schwaben nahezu zum Toreschießen ein. Silas Wamangituka (11.), Atakan Karazor (26., 64.), Sasa Kalajdzic (41.) und Nicolas Gonzalez (52., 76.) ließen sich nicht zweimal bitten und schossen einen auch in der Höhe verdienten Kantersieg heraus, der sogar noch hätte deutlich ausfallen können.

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"Es ist zwar rechnerisch noch möglich. Aber den heutigen Tag können wir genießen und ein bisschen feiern. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Es waren Höhen und Tiefen in dieser Saison, aber am Ende war es souverän und dominant", sagte VfB-Torschütze Kalajdzic nach der Partie bei Sky. Auch Trainer Matarazzo schlug mit Blick auf die klare Tabellenkonstellation in dieselbe Kerbe: "Es war wieder ein sehr guter Auftritt von uns, am Ende steht ein verdienter Sieg, über den wir uns sehr freuen. Wir wollen natürlich auch das letzte Spiel gegen Darmstadt noch gewinnen, können heute aber erst einmal ausgelassen feiern."

Klare Kiste: In Nürnberg stellt der VfB Stuttgart die Weichen Richtung Bundesliga - Alexander Hassenstein/Pool/Getty Images

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Nach ausgelassener Feier sah es beim VfB genau vor einer Woche allerdings noch nicht aus: Nach schwacher Vorstellung hatten die Schwaben das wichtige Derby beim Karlsruher SC verloren und schienen im Aufstiegsrennen an Boden zu verlieren. Doch es war offenbar ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt: Unter der Woche schickte Stuttgart den SV Sandhausen deutlich mit 5:1 nach Hause und ließ nun einen noch deutlicheren Erfolg in Nürnberg folgen. "Wir wollten heute zeigen, dass der Sieg gegen Sandhausen kein Strohfeuer war. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen", urteilte Philipp Klement nach der Partie passend und war nach dem "rundum gelungenen Auftritt" im Frankenland überglücklich: "Die Erleichterung so kurz nach dem Spiel ist natürlich groß. Durch den Sieg haben wir einen Riesenschritt gemacht."

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Für die Stuttgarter ist damit das Happy End einer turbulenten Saison so gut wie gesichert: Nach dem bitteren Abstieg in der Relegation gegen den 1. FC Union Berlin ging der VfB als klarer Aufstiegsfavorit in das Spieljahr, tat sich jedoch über weite Strecken äußerst schwer. Starke Vorstellungen wechselten sich mit unerklärlichen Rückschlägen ab, zur Winterpause musste Coach Tim Walter den Hut nehmen und wurde durch Pellegrino Matarazzo ersetzt. Doch auch mit dem US-Amerikaner an der Seitenlinie kam kaum Konstanz in die Leistungen der Schwaben, die sich allerdings mit einem starken Schlussspurt rechtzeitig in die richtige Position manövrierten. Nach dem 33. Spieltag darf sich der VfB zum Jubeln bereit machen – und die Bundesliga sich auf ein traditionsreiches Schwergewicht freuen.