
Essen steht mit einem Bein in Liga zwei
Rot-Weiss Essen steht nach dem 1:0-Sieg gegen Greuther Fürth im Hinspiel der Relegation mit einem Bein in Liga zwei. Allerdings weiß man bei RWE, dass noch mindestens 90 Minuten zu spielen sind und der Weg noch weit ist.
Seit mittlerweile 19 langen Jahren wartet Rot-Weiss Essen auf die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Nun steht man kurz davor, erstmals seit der Saison 2006/07 wieder zweitklassig zu spielen. Der 1:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth verschafft RWE eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag, allerdings weiß jeder bei den Essenern, dass der Weg noch ein langer ist.
So sagt beispielsweise Abwehrmann Ben Hüning: “Wir haben jetzt das erste Spiel gezogen, aber wir wissen natürlich, dass erst Halbzeit ist." Siegtorschütze Torben Müsel sieht, trotz der guten Ausgangslage, ebenfalls noch Luft nach oben: “Es war nicht alles Gold, was glänzt."
Dementsprechend erwartet RWE also ein durchaus hitziges und enges Rückspiel. Trainer Uwe Koschinat ist in jedem Fall von seiner Mannschaft überzeugt und richtete bereits nach dem Abpfiff den Blick auf den kommenden Dienstag: “Ich bin mir relativ sicher, dass die Fürther im Bus sitzen und sagen werden: Scheiße, Essen kann uns auch verdammt wehtun."
“Mussten uns die Liebe der Menschen wieder erarbeiten"
Die Geschichte zwischen Koschinat und RWE ist bislang eine, die weitestgehend von Erfolg gekrönt ist. Der Fußballlehrer übernahm an der Hafenstraße im Dezember 2024, damals stand der Club auf einem Abstiegsrang. Eineinhalb Jahre später nun kämpft Koschinat mit dem Verein um die Rückkehr in die 2. Liga.
Der Coach erinnert sich noch genau daran, wie die Stimmungslage war, als er das Amt übernahm: “Als ich hier angefangen habe, wurden die Spieler ausgelacht beim Warmschießen. Das hat sich bei mir brutal eingebrannt. Davon ist nichts mehr zu sehen."
Die Fans hatten gegen Fürth durchaus einen entscheidenden Anteil am Heimsieg, denn nach einer kurzen Ruhephase aufgrund eines medizinischen Notfalls Anfang der zweiten Hälfte sorgten sie ab Minute 58 wieder für eine ohrenbetäubende Stimmung und beeinflussten den Spielverlauf dadurch merklich. Obwohl die Fürther bis dato spielbestimmend waren, traf Müsel kurz darauf zum umjubelten 1:0.
Koschinat weiß diese Unterstützung sehr zu schätzen: “Wir mussten uns die Liebe der Menschen immer wieder erarbeiten. Aber wenn man das sieht, ist das dieser Mannschaft eindrucksvoll gelungen."

Gelingt die Rückkehr ausgerechnet gegen das Kleeblatt?
Essen spielte letztmals vor knapp 20 Jahren in Liga zwei. Damals stieg man mit 35 Punkten auf Platz 15 ab, seitdem wartet man vergeblich auf die Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spieklasse.
Der letzte Essener Sieg in Liga zwei gelang ausgerechnet gegen Fürth, damals gewann RWE am 32. Spieltag im Frankenland mit 2:0. Die Tore erzielten Michael Lorenz und Baris Özbek. Auf beiden Seiten ist heute niemand der damaligen Akteure noch dabei, es ist Zeit für neue Helden, Torben Müsel wäre gerne einer von ihnen.










