
Brilliert Leipzigs Shootingstar auch bei der Weltmeisterschaft?
In seiner Jugend spielte er noch ohne Schuhe auf den Straßen Abidjans in Afrika. Nun darf Yan Diomande auf der größten Bühne im Welt-Fußball allen sein außergewöhnliches Können zeigen.
Ausgebildet in den USA
Yan Diomande hat einen außergewöhnlichen und harten Weg genommen, um seinen Traum vom Profifußball zu erfüllen. Der in Abidjan (Elfenbeinküste) in einfachen Verhältnissen geborene Linksaußen fand seine Liebe zum Fußball auf den Straßen von seiner Geburtsstadt, auf denen er das Fußball spielen ohne Schuhe begann. "Wenige Kinder tragen dort Schuhe. Das hat etwas Natürliches, Ursprüngliches. Mit Schuhen fand ich es anfangs sogar anstrengender", erklärt der 19-Jährige
Nach seiner Ausbildung an der Akademie in der Elfenbeinküste wechselte er 2022 in die USA, wo er an der renommierten DME Academy in Florida seine fußballerische Ausbildung auf ein neues Level hob. Nicht ohne Opfer: "Es war die Liebe meiner Familie, die mir gefehlt hat, da ich früh in die Fußballakademie wechselte, dann in die USA ging und auf mich allein gestellt war", blickt der Youngster auf eine schwierige Zeit zurück. Diomande meisterte jedoch alle Schwierigkeiten und wurde in der United States Soccer League zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt.

20 Millionen und ein großes Versprechen
Aus den Vereinigten Staaten führte ihn sein Weg nach Europa zu CD Leganés, wo er in der Saison 2024/25 in der spanischen La Liga debütierte. Am Ende der Saison stieg Leganés ab, doch Diomande musste nicht den Weg in die Zweitklassigkeit mitgehen. Mit zwei Toren und einer Vorlage in zehn Einsätzen, aber vor allem seinen Fähigkeiten im Dribbling und seinen Tempoläufen, hatte er bleibenden Eindruck hinterlassen.
RB Leipzig warf ein Auge auf den Flügelflitzer und eiste den 18-Jährigen schließlich für 20 Millionen Euro vom Absteiger los. "Ich bin Leipzig einfach nur dankbar, dass sie mir diese Chance bieten. 20 Millionen Euro für einen Spieler auszugeben, den niemand kennt, war schon ein großes Risiko", weiß der Ivorer Leipzigs Transfer zu schätzen.
Diamant Diomande
Zu Beginn der Saison wechselte Diomande noch zwischen Bank und Startelf hin und her, in der Liga dauerte es bis zum 8. Spieltag, ehe der Knoten platzte und er seinen ersten Scorerpunkt verzeichnen konnte. "Ich hatte zwar einen komplizierten Start, bekam dann aber meine Chance, habe sie genutzt und bin so ein wichtiger Spieler für die Mannschaft geworden", ordnet der 19-Jährige seine Anfangszeit in Leipzig sachlich ein.
Es folgte ein kometenhafter Aufstieg. Zwölf Tore und acht Vorlagen in seiner Premierensaison machten den Ivorer nicht nur zum Leistungsträger und entscheidenden Faktor im Kampf um die Champions League, sondern auch ganz nebenbei zum "Rookie der Saison". Nur Christoph Baumgartner kam mit seinen 21 Scorerpunkten auf mehr Torbeteiligungen bei den Sachsen. Diomande bleibt dennoch bodenständig und kennt seine Schwächen: "Ganz klar die Defensivarbeit, dazu meine Abschlüsse. Nichts ist perfekt, man muss immer dazulernen - und das versuche ich."

Ein Kreis schließt sich
Diomandes Spielzeit in der Bundesliga weckt Begehrlichkeiten aus dem Ausland, denen sich der junge Ivorer aktuell jedoch verschließt. Sein Traum sei es "so hoch wie möglich zu spielen", für die nächste Saison plant er aber klar mit einem Verbleib bei RBL. Eines Tages möchte Diomande "der beste Spieler Afrikas werden" und ergänzt lachend: "Danach gibt es neue Träume. Dann will ich den Ballon d’Or erobern."
Bevor es jedoch in die neue Bundesliga-Spielzeit geht, steht mit der Elfenbeinküste die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko an. In der Gruppenphase trifft Diomande dabei unter anderem auf Deutschland und erklärt im Hinblick aufs Turnier: "Wir wollen nicht einfach nur dabei sein. Man weiß zwar nicht, wie es laufen wird, aber wir wollen nicht nur mitmachen und eine Statistenrolle spielen."
Für Diomande schließt sich in den USA im Juli dann ein Kreis. Im Land, in dem er den Grundstein für seinen großen Durchbruch legte, kann er der ganzen Welt zeigen, warum der Traum, Afrikas bester Spieler zu werden, kein verwegener bleiben muss.










