
Ziel Bundesliga! Aufstiegs-Favoriten im Fokus
Am 7. August öffnet die 2. Bundesliga wieder ihre Tore. Mit dem VfL Wolfsburg, dem 1. FC Heidenheim, dem FC St. Pauli und Hannover 96 gibt es drei klare Favoriten auf den Aufstieg. bundesliga.de nimmt die vier Clubs unter die Lupe.
Nach 29 Jahren in der Bundesliga musste Wolfsburg den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten. Mit einem Abstieg des finanzstarken Clubs aus der Autostadt hatten wenige gerechnet. Doch beim VfL wurde der Schalter schnell umgelegt und zahlreiche Personalentscheidungen getroffen. Mit Tobias Strobl soll ein junger, aufstrebender Trainer die "Wölfe" ins Oberhaus zurückführen. Mit dem Auftaktspiel gegen Kaiserslautern geht es um den Wiederaufstieg. "Dieser Rolle werden wir uns bewusst sein müssen. Es sind ja auch schon Spieler geholt worden, die auch mal in einer vergleichbaren Situation waren", erklärt Strobl im NDR.
Für die Rückkehr haben die Niedersachsen zweitligaerfahrene und hungrige Spielertypen wie Fabian Reese, Robert Glatzel und Hauke Wahl verpflichtet. Reese galt im vergangenen Jahr als einer der besten Akteure der 2. Bundesliga. Der Neuzugang von Hertha BSC war mit zehn Toren und 13 Assists zweitbester Scorer hinter Noel Futkeu. Glatzel hat seine Knipserqualitäten in der 2. Bundesliga mehrfach unter Beweis gestellt. Auch von Wahl versprechen sich die "Wölfe" Führungsqualität, der 32-Jährige dürfte der neue Abwehrchef werden.
In der Sommervorbereitung haben die Wolfsburger jedes ihrer drei Testspiele gewonnen: 11:0 gegen eine Anheuser-Busch-Bud-Auswahl, 8:2 gegen den FSV Schöningen und 3:0 gegen Drittligaaufsteiger SC Verl. Nun bereitet man sich im thüringischen Blankenhain intensiver auf die neue Saison vor. "Jetzt müssen wir uns finden: in der Gruppendynamik, in der Teamdynamik, aber auch in den Inhalten. Das sind wichtige Tage auf unserer Reise", kündigt Strobl bei Wölfe-TV an.

1. FC Heidenheim
Trotz eines Endspurts mit zwölf Punkten aus acht Spielen und dem Abgeben der Roten Laterne an St. Pauli reichte es für den 1. FC Heidenheim am Ende nicht für ein Wunder. Das Team von Frank Schmidt stieg nach drei Jahren Bundesliga wieder ab. Auf der Ostalb ist man auf solche Szenarien vorbereitet, ein Abstieg kann immer mal passieren. Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald erklärt in der Sport Bild: "Die Grundstimmung im Verein ist trotz des Abstiegs jetzt positiv. Wir sind als gesamter Verein auf einem völlig anderen Level, als wir das vor dem Aufstieg gewesen sind und wollen auf allen Ebenen angreifen!" Das klingt nach Wiederaufstieg.
Die ganz großen Namen hat der FCH bis dato nicht verpflichtet. Mit Thomas Dähne (vom TSV 1860 München), Paul Hennrich (Hoffenheim II), Marcel Costly (Ingolstadt), Oualid Mhamdi (Verl) stehen drei externe Neuzugänge fest. Doch vor allem Hennrich, den Sanwald als "großes Talent" bezeichnet, und Ingolstadts Top-Scorer Costly (18 Treffer, zehn Assists) könnten spannende Personalien auf dem Weg zurück nach oben werden. Ein großes Fragezeichen steht weiter hinter der Zukunft von Frank Schmidt: Der 52-Jährige steht seit fast 19 Jahren an der Seitenlinie der Heidenheimer – und soll dies nach Möglichkeit auch nach der kommenden Zweitligasaison tun. Schmidt hatte nach dem Abstieg angekündigt, dass er den FCH nach seinem letzten Vertragsjahr verlassen könnte.
Aktuell bereitet Schmidt die Heidenheimer jedoch auf die Mission Wiederaufstieg vor. Der FCH weilt im Trainingslager in Natz-Schabs (Südtirol). "Wir erarbeiten uns jetzt gerade, was wir für unsere DNA brauchen, die wir in der 2. Bundesliga als Mannschaft Woche für Woche auf den Platz bringen müssen", so Abwehrchef Patrick Mainka. Zuvor wurden vier von fünf Tests gewonnen: 11:0 gegen die Auswahl Ellwanger Fußballvereine, 2:1 gegen SCR Altach, 12:0 gegen SGM Langenau und 9:0 gegen den TSV Nördlingen. Einzig gegen Lugano verlor man 1:2.
FC St. Pauli
Etwas verhaltener startet der FC St. Pauli in die neue Saison. Neu-Trainer Marcel Rapp sagt: "Wir wollen eine gute Arbeitsmoral und ein gutes Miteinander haben. Dass wir immer besser werden wollen, soll sich wie ein roter Faden durchziehen", so der Coach der "Kiezkicker". Gleichwohl ist sich der Ex-Kieler bewusst: „Es ist zu früh, um über eine Zielsetzung zu reden, aber in der 2. Bundesliga gibt es eigentlich nur zwei Ziele. Das eine ist der Klassenerhalt und das andere ist der Aufstieg.“
Auf dem Transfermarkt ist bei den Braun-Weißen noch nicht ganz so viel passiert. Mit Branimir Hrgota (aus Fürth) und Marcus Mathisen (aus Magdeburg) wurden zwei Leader ablösefrei für den Sturm und die Abwehr geholt. Im Mittelfeld soll Sam Klein (aus Brisbane) "unsere Möglichkeiten im Mittelfeld deutlich erweitern", wie Sportchef Andreas Bornemann kommentiert. Gleichzeitig verließen Stützen wie Wahl oder Nikola Vasilj den Verein. Wohl auch deshalb ruft Rapp den Aufstieg noch nicht aus.
Aktuell befinden sich die St. Paulianer im Trainingslager in Flachau. "Wir haben nicht das eine große Thema. Wir wollen das verbessern, was wir bislang angestoßen haben. Gegen den Ball sind wir gut dabei, dennoch gibt es immer noch Feinheiten, die wir besser machen müssen", meint Rapp mit Blick auf die Zeit in Österreich. Bislang wurden alle Testspiele siegreich bestritten: gegen Altona 93 (6:2), Kickers Emden (3:1), SV Babelsberg 03 (4:1) und NHK Gorica (2:1).

Hannover 96
Einen neuen Anlauf muss Hannover 96 nehmen. Sieben Spielzeiten sind die Niedersachsen nun schon in der 2. Bundesliga, zu wenig für die eigenen Ansprüche. In der vergangenen Saison verpasste man den Aufstieg haarscharf und stand nur zwei Punkte hinter den Aufstiegsrängen. Der Traditionsverein vertraut weiter auf Trainer Christian Titz, der seine Spielphilosophie fest bei 96 installiert hat und nun endlich die Früchte ernten will. Führen soll die Hannoveraner der neue Geschäftsführer Sport, Jonas Boldt. "Herr Boldt soll das Potenzial heben. Wir haben die Absicht, uns sportlich stabil zu entwickeln – und, wenn möglich, in der neuen Saison den Aufstieg in die 1. Liga zu erreichen", erläutert Club-Boss Martin Kind gegenüber Sport Bild.
Dabei helfen könnte ein Rückkehrer: Lars Gindorf kommt mit der Empfehlung von 28 Drittliga-Treffern für Alemannia Aachen als Torschützenkönig der 3. Liga wieder nach Niedersachsen. Zudem verstärkten die 96er Torhüter Pascal Loretz (FC Luzern), Juniorennationalspieler Taycan Etçibaşı (Borussia Dortmund II) und Abwehrstabilisator Jean Hugonet (1. FC Magdeburg). Offensivwirbler Daisuke Yokota verpflichtete man nach der Leihe fest von KAA Gent. Verlassen haben Hannover Leistungsträger wie Enzo Leopold (Gladbach) und Noel Aseko Nkili (FC Bayern bzw. Eintracht Frankfurt).
Derzeit hält sich auch Hannover 96 im Trainingslager in Iserlohn auf. "Es ist eine Woche, die wir intensiv mit der Mannschaft nutzen, um mit dem Feinschliff zu beginnen", sagt Christian Titz. "Wir werden mannschaftstaktisch in die Akzente reingehen." Bis auf ein 2:3 gegen den SC Paderborn konnten die "Roten" bislang in der Vorbereitung jubeln: 6:1 gegen TSV Pattensen, 7:0 gegen SV Ramlingen-Ehlershausen, 3:1 gegen 1. FC Phönix Lübeck und 2:1 gegen Ligakonkurrent VfL Osnabrück.
