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Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund jagt jetzt den Tor-Rekord

Es lief die 85. Spielminute in der Partie Hertha BSC gegen Borussia Dortmund am 8. Spieltag 2020/21, als mit der Einwechslung von Youssoufa Moukoko Bundesliga-Geschichte geschrieben wurde. Der Stürmer von Borussia Dortmund ist mit 16 Jahren und exakt einem Tag der jüngste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Rasen stand. Dass er sich bald erneut in den Bundesliga-Geschichtsbüchern verewigt, ist sehr wahrscheinlich.

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Ein wenig stahl im Erling Haaland dann doch die Show. Denn während ein möglicher Einsatz von Youssoufa Moukoko in sämtlichen Medien vor dem 8. Spieltag das zentrale Thema war, zog der Norweger mit seinem Viererpack beim 5:2-Sieg gegen Hertha BSC die große Aufmerksamkeit auf sich. Moukoko betrat in den verbleibenden fünf Minuten für Haaland den Rasen - als jüngster Bundesliga-Spieler der Geschichte.

Moukoko löste damit Nuri Sahin ab. Der Ex-Dortmunder war bei seinem Debüt im Jahr 2005 immerhin 16 Jahre und 335 Tage alt gewesen und hatte damals nur mit einer Sondergenehmigung spielen dürfen. Nicht zuletzt wegen Moukoko ist die alte Regel, wonach junge Spieler erst ab 17 Jahre in der Bundesliga spielen durften, zu Beginn des Jahres auf 16 Jahre herabgesetzt worden.

Sahin: "Freue mich, dass es einer von uns ist"

Sahin nahm es gelassen: "15 Jahre hat der Rekord gehalten. Es war klar, dass es Youssoufa irgendwann sein würde, der ihn bricht. Ich freue mich, dass es einer von uns ist, dass es einer von Borussia ist, der diesen Rekord gebrochen hat."

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Viel zeigen konnte Moukoko bei seinem Debüt indes nicht mehr. Die wenigen Szenen, darunter ein feiner Doppelpass und der Ansatz eines Solos ließen aber schon durchblicken, dass der Youngster durchaus in der Lage ist, im Konzert der Großen mitzumischen. "Es ist wichtig, dass er weiß, dass er jetzt zur ersten Mannschaft gehört", sagte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel und ergänzte: "Das Debüt ist gut für ihn, gut für die Mannschaft."

Moukoko meldete sich später noch via Instagram zu Wort: "Was für eine Nacht! Sehr glücklich, mein Debüt gegeben zu haben. Aber noch glücklicher bin ich über die drei Punkte. Nichts kann dieses Gefühl beschreiben. Danke, danke."

Anderer Spielertyp als Haaland

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Und wichtig dürfte Moukoko in den kommenden Wochen tatsächlich noch werden. Neben Erling Haaland gibt es im Kader von Borussia Dortmund keinen weiteren echten Mittelstürmer. Moukoko kann diese Rolle ausfüllen – und damit Haaland in den nächsten sehr intensiven Wochen entlasten. Haalands Kernkompetenz, das Toreschießen, hat Moukoko bekanntermaßen auch im Repertoire. In der U17 und in der U19 Bundesliga kam er in den vergangenen drei Jahren auf 127 Treffer - in gerade einmal 73 Spielen.

Und dennoch ist Moukoko ein völlig anderer Spielertyp als Haaland. Er hat zwar eine ähnlich hohe Geschwindigkeit, doch bringt er bei weitem nicht die körperliche Wucht des Norwegers mit. Moukoko besticht eher mit seiner feinen Technik auf engstem Raum und seiner Beidfüßigkeit.

Mehr als ein Jahr Zeit für den Tor-Rekord

Sollte Moukoko demnächst ein Bundesliga-Tor gelingen, dann hätte er gleich den nächsten Rekord abgestaubt und wäre ligaweit historisch der jüngste Torschütze. Bisher hält diesen Rekord noch Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen, aufgestellt in der vergangenen Saison. Wirtz war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre und 34 Tage alt. Moukoko hat also noch bis zum 24. Dezember 2021 Zeit - also über ein Jahr - um sich erneut in die Geschichtsbücher einzutragen. Vorausgesetzt es trifft nicht vorher noch ein anderer jüngerer Spieler.

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Der Rekord mit dem Alter ist ihm ohnehin kaum noch zu nehmen. Sollte die aktuell bestehende Regel nicht noch einmal nach unten geändert werden, müsste schon ein Spieler exakt an seinem 16. Geburtstag in der Bundesliga eingesetzt werden, um Moukoko noch zu unterbieten - eine äußerst unwahrscheinliche Konstellation. Es könnte also ein Rekord für die Ewigkeit sein.

Karol Herrmann