Youssoufa Moukoko beim Trainingsauftakt der Dortmunder - © Lars Baron/Getty Images
Youssoufa Moukoko beim Trainingsauftakt der Dortmunder - © Lars Baron/Getty Images
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Youssoufa Moukoko: Das nächste Riesentalent bei Borussia Dortmund

Christian Pulisic, Jadon Sancho, Giovanni Reyna, Erling Haaland - die Liste der hoch talentierten Jugendspieler, die bei Borussia Dortmund in jüngster Zeit den großen Durchbruch geschafft haben, liest sich beeindruckend. Doch bei kaum einem Spieler gab es wohl so viele Vorschusslorbeeren wie aktuell bei Youssoufa Moukoko. Das noch 15-jährige Sturmjuwel soll zur neuen Saison in den Profi-Kader integriert werden - und könnte bald neue Bundesliga-Rekorde aufstellen.

Es ist schon ein paar Jahre her, als dieser Teenager erstmals Gegenstand der Berichterstattung war. In der Saison 2017/18 hatte ein junger Stürmer in der Dortmunder U17 für Furore gesorgt. In 25 Spielen erzielte er phänomenale 37 Tore. Das besondere dabei: Dieser Bursche war zu Beginn der Saison gerade einmal 12 Jahre alt - und damit deutlich jünger als sämtliche Mit- und Gegenspieler. Sein Name: Youssoufa Moukoko.

Borussia Dortmund hatte Moukoko, der mit zehn Jahren von Kamerun nach Deutschland gekommen war, zuvor vom FC St. Pauli ins Nachwuchsleistungszentrum des BVB geholt.

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Der 15-jährige Moukoko im Trainingszweikampf mit Julian Brandt - Lars Baron/Getty Images

Alle 46 Minuten ein Treffer in der U17

Zwei Jahre später hatte sich Moukoko zwei Mal die Torjägerkanone in der U17 Bundesliga West gesichert und war mit Dortmund Deutscher B-Jugend-Meister geworden. In seiner zweiten Saison legte er sogar noch einen drauf und erzielte 46 Saisontore in nur 25 Spielen. Nie war ein B-Jugendlicher auf diesem Niveau in Deutschland erfolgreicher. Alle 46 Minuten konnte er in der U17 im Schnitt einen Ball im Tor versenken.

Im Sommer 2019 wurde Moukoko im Alter von 14 Jahren schließlich frühzeitig in die U19 der Dortmunder hochgezogen. Und obwohl er hier nicht mehr von physischen Vorteilen gegenüber seinen Gegenspielern profitieren konnte, machte der junge Mann genau da weiter, wo er aufgehört hatte: Nämlich mit dem Toreschießen.

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Mehr als 40 Torbeteiligungen in der vergangenen Saison

Gleich in seinem ersten A-Jugendspiel in der Bundesliga gegen Wuppertal schnürte er einen - Achtung! - Sechserpack. In der abgebrochenen vergangenen Spielzeit stand Moukoko letztlich bei 34 Treffern und insgesamt 43 Torbeteiligungen. Mit seinem 34. Treffer knackte er auch in der A-Jugend-Bundesliga den einstigen Torrekord, den unter anderem der Bremer Johannes Eggestein aufgestellt hatte. Somit sicherte sich Moukoko im dritten Jahr in Folge die Torjägerkanone!

Gleichzeitig sorgte er aber auch international für Furore: In der Uefa Youth League war er nicht nur der jüngste Spieler der Historie, sondern auch der jüngste Torschütze. Hier traf er in sieben Partien viermal. Die Folge: Der Hype um seine Person wurde größer und größer - in den internationalen Medien war schnell von einem Wunderkind die Rede.

Viel Lob für den Fußballer und Menschen Moukoko

Bei Dortmund entschied Nachwuchskoordinator Lars Ricken deshalb gemeinsam mit dem DFB, Moukoko, der einige Male für Deutschlands U16 gespielt hatte, vorerst nicht mehr für die Nationalmannschaft zu nominieren. Erst im März 2020 wurde Moukoko nach zweeinhalbjähriger Abstinenz beim DFB wieder für die U19 berufen.

Sorgen, dass das Sturmjuwel allzu schnell abhebt, sind indes unbegründet: "Er ist überaus fleißig und legt neben dem Mannschaftstraining zusätzliche Schichten ein, um sich zu verbessern. Außerdem ist er ein feiner, ausgeglichener Kerl, der sich überall toll einzuordnen und einzubringen weiß", sagt sein bisheriger U19-Trainer Michael Skibbe, der mit dem damals 15-Jährigen Lionel Messi zwar noch ein größeres Talent gesehen hat, aber hinterherschiebt: "Wir brauchen uns aber nichts vorzumachen: Youssoufa bringt vieles mit, um ein Top-Spieler zu werden."

Zwei Bundesliga-Rekorde winken

Inzwischen ist der Zug aber ohnehin nicht mehr aufzuhalten: Die Leistungen Moukokos, der vor allem außergewöhnliche Vollstrecker-Qualitäten besitzt, waren in den vergangenen Jahren derart überragend, dass der jetzt folgende logische Schritt der zu den Profis ist: Der Youngster trainiert fortan unter Lucien Favre bei der A-Mannschaft der Schwarz-Gelben mit.

Bis es zu seinem Debüt in der Bundesliga kommt, müssen sich die Fans aber noch ein wenig gedulden. Die DFL und die Clubs haben sich für die Saison 2020/21 zwar auf das Herabsetzten des Mindestalters in der Bundesliga auf 16 Jahre geeinigt, doch erst am 20. November 2020 wird Moukoko seinen 16. Geburtstag feiern.

Und auch wenn BVB-Sportdirektor Michael Zorc ("Ich warne vor einer zu großen Erwartungshaltung. Er wird seine Zeit benötigen.") um Geduld warb, die beiden Rekorde als jüngster Spieler und Torschütze der Bundesliga-Historie scheinen für Riesentalent Moukoko wohl nur eine Frage der Zeit zu sein.

Karol Herrmann