Zwei Stürmer mit großer Zukunft bei Borussia Dortmund: Erling Haaland und Youssoufa Moukoko - © Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Image
Zwei Stürmer mit großer Zukunft bei Borussia Dortmund: Erling Haaland und Youssoufa Moukoko - © Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Image
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Haaland und Moukoko - Dortmunds goldene Zukunft hat begonnen

Dieses Wochenende war nicht nur für Borussia Dortmund eines für die Geschichtsbücher: Am Freitagabend wurde Erling Haaland, als zweiter BVB-Spieler nach Mario Götze 2011 als weltbester Jugendspieler ausgezeichnet. Keine 24 Stunden später löste der 16-jährige Youssoufa Moukoko den Ex-Dortmunder Nuri Sahin als jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte ab. Dank ihrer herausragenden Arbeit mit jungen Spielern stehen die "Schwarzgelben" vor einer goldenen Zukunft.

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"Sensationell", schwärmte Julian Brandt nach dem Schlusspfiff: "Er ist momentan eine verdammt große Hilfe." Erling Haaland hatte mal wieder zugeschlagen. Mit vier Toren drehte der BVB-Torjäger das Spiel im Berliner Olympiastadion und schoss Hertha BSC fast im Alleingang ab. Aus 0:1 zur Pause wurde 5:2 nach 90 Minuten - die nächste Tor-Show des 20-jährigen Norwegers, für den bei Borussia Dortmund so langsam die Superlative ausgehen.

Auch da ist Haaland seinen Teamkollegen aber gerne behilflich, Titel und Schlagworte für seine Leistungen liefert der Linksfuß dieser Tage gleich mit: "Golden Boy" ist er, seit er am Morgen des Spieltags von "Tuttosport" als weltbester Nachwuchsspieler ausgezeichnet wurde. "Lupenrein" war zudem sein Hattrick in der Hauptstadt, den er - nur kurz unterbrochen durch die Treffer von Raphael Guerreiro und Matheus Cunha - zehn Minuten vor Spielende zum Viererpack ausbaute. "Fantastisch" nannte ihn Lucien Favre, der ihn fünf Minuten später auswechselte. "Vier Tore", so der Trainer, "das genügt für heute."

Haalands Saisontore sieben bis zehn bildeten dabei einen Querschnitt seiner vielen, außergewöhnlichen Fähigkeiten. Beim 1:1 stand er im Fünfmeterraum, wo seinesgleichen stehen muss; zum 2:1 schoss er mit dieser kennzeichnenden Wucht seines linken Fußes ins lange Eck. Ebenso bekannt und doch immer wieder überraschend - mit Sicherheit für die Hertha-Abwehr - sind Haalands Antritt und Endgeschwindigkeit, die das 3:1 ermöglichten. Alderete hatte nach einem Rückpass von Plattenhardt nicht auf dem Schirm, dass dieser 1,94-m-Hüne nicht nur zu den größten, sondern auch schnellsten Spielern der Liga gehört (bis zu 35,16 km/h). Haaland witterte die Chance, zog unwiderstehlich an Alderete, dann an Torhüter Schwolow vorbei und schob zum dritten Mal ein. Ein perfekter erster Kontakt auf engstem Raum und die Abschlussbewegung aus einem Guss machten seinen ersten Viererpack in der Bundesliga perfekt.

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Obwohl er den Spielball, den Hattrick-Schützen als Trophäe mit nach Hause nehmen dürfen, da längst sicher hatte, ließ er seine Auswechslung in der 85. Minute nur widerwillig über sich ergehen. Wer weiß, ob nicht auch noch das elfte Saisontor drin gewesen wäre, mit dem er an der Spitze der Torschützenliste mit Robert Lewandowski gleichgezogen hätte? Der Mann - besser: der Junge - der ihn ersetzte, zauberte Haaland denn aber doch ein Lächeln auf die Lippen: Youssoufa Moukoko wurde einen Tag nach seinem 16. Geburtstag zum jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte. Der Stürmer, der mit Haaland ähnlichen Torquoten in Dortmunds Nachwuchsmannschaften seit seinem 13. Lebensjahr Schlagzeilen macht, löste Rekordträger Nuri Sahin ab. Der war bei seiner Profi-Premiere 2005, ebenfalls im BVB-Trikot, 334 Tage älter.

Kurz vor dem historischen Moment: Lucien Favre bereitet Youssoufa Moukoko auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz vor - Pool/Clemens Bilan - Pool/Getty Image

Standesgemäß gratulierte Sahin seinem Nachfolger: "15 Jahre hat der Rekord gehalten. Es war klar, dass es Youssoufa irgendwann sein würde, der ihn bricht", so der im Sommer zu Antalyaspor gewechselte Ex-Dortmunder in einer Videobotschaft. "Ich freue mich, dass es einer von uns ist, dass es einer von Borussia ist, der diesen Rekord gebrochen hat." Nach Haalands "Golden Boy"-Ernennung am Morgen war Moukokos Bestmarke innerhalb von 24 Stunden die zweite Auszeichnung für die herausragende Jugendarbeit des BVB. "Das Debüt ist gut für ihn, gut für die Mannschaft", erklärte Favre die historische Einwechslung: "Es ist wichtig, dass er weiß, dass er jetzt zur ersten Mannschaft gehört."

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In dem bereits entschiedenen Spiel fügte Moukoko sich nahtlos ein, spielte bei sechs Ballaktionen keinen Fehlpass und ließ auf dem linken Flügel beginnend seine Explosivität und Ballfertigkeit aufblitzen. "Nichts kann dieses Gefühl beschreiben. Danke, danke!", meldete der gebürtige Kameruner sich nach dem Spiel via Instagram zu Wort. Wenn "Golden Boy" Haaland Rekord-Teenie Moukoko nach dem Spiel nun "das größte Talent der Welt derzeit" nennt, liegt nichts näher, als sich diese beiden außergewöhnlichen Spieler gemeinsam im BVB-Sturm vorzustellen. Eskortiert und gefüttert etwa vom 20-jährigen Jadon Sancho, dem 18-jährigen Giovanni Reyna und dem 17-jährigen Jude Bellingham. Dortmunds goldene Zukunft hat begonnen.

Tim Wichmann