
Tore, Fairness, Action: Die Bundesliga setzt in Europa neue Maßstäbe
Viele Tore, wenige Fouls und jede Menge Action: Die Bundesliga setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe in Europa. bundesliga.de blickt auf ausgewählte Kategorien, in denen die höchste deutsche Spielklasse der Top-Konkurrenz voraus ist.
Dass in der Bundesliga Saison für Saison viele Tore fallen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch in dieser Spielzeit führt die Beletage des deutschen Fußballs diese Rangliste an – im Schnitt fallen 3,19 Tore pro Partie, 774 insgesamt (Stand: 27. Spieltag). Dabei übertrifft die Bundesliga schon jetzt den Wert aus der Vorsaison, der sich auf 3,13 Toren pro Spiel belief.
Zum Vergleich: In Europas Top-5-Ligen kommt keine andere Liga auf einen Wert jenseits der 3. Die französische Ligue 1 (Stand: 26. Spieltag) steht bei 2,78, die englische Premier League bei 2,73 (Stand: 31. Spieltag) Toren pro Spiel.
Erster Verfolger in dieser Kategorie ist interessanterweise die 2. Bundesliga, in der im Schnitt 2,93-mal pro Begegnung gejubelt wird (Stand: 27. Spieltag).

Dank Bayern und Kane: Die Bundesliga geht voran
Größten Anteil an der Topquote der Bundesliga hat, na klar, der FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister ist das einzige Team in Europas Topligen, das bislang durchschnittlich mehr als drei Tore pro Spiel (3,59) erzielt hat. Der FC Barcelona folgt mit 2,69 pro Partie deutlich abgeschlagen auf Platz zwei. Ebenfalls in der Top-7 zu finden sind zwei weitere deutsche Teams: Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart kommen auf 2,15 bzw. 2,07 Treffer pro Partie.
Und welcher Spieler ist maßgeblich für das Abschneiden der Bundesliga im internationalen Vergleich verantwortlich? Die nächste "Überraschung": Harry Kane! Unfassbare 1,19-mal bringt der Engländer die Kugel im gegnerischen Gehäuse unter und ist damit bester Torjäger in Europas Topligen. Selbst der erste Verfolger, Real Madrids Kylian Mbappé, kommt mit 0,92 Toren auf einen Wert von unter 1. Ebenfalls in der Top-3 ist ein weiterer Bundesliga-Star: Deniz Undav (0,78 Tore pro Spiel).
Viele Tore – noch mehr Fairness
Führend ist die Bundesliga jedoch nicht nur in Sachen Torquote. Im Schnitt pusten die Bundesliga-Schiedsrichter 20,2-mal pro Partie in die Pfeife, auch das ist im Vergleich zwischen Europas Topligen, wenn auch nur knapp, Bestwert. Auf Rang zwei folgt die Premier League, in der es vermeintlich härter zugeht, mit ebenso für allgemeine Fairness stehenden 20,7 Fouls. Am ruppigsten geht es dagegen in der italienischen Serie A zu, in der ein Spiel im Schnitt 24,3-mal aufgrund eines Regelverstoßes unterbrochen wird.
Im Vergleich zu den Vorsaisons ist die Anzahl der Fouls am Gegner in der Bundesliga erneut gesunken: 4.918 Fouls nach 27 Spieltagen waren so wenige wie nie zuvor seit Beginn der Datenerfassung 1992.
Der sich im Abstiegskampf befindende 1. FC Köln foulte ligaweit am seltensten einen Gegenspieler (214-mal), die um die Champions-League-Ränge kämpfende TSG Hoffenheim am häufigsten (352-mal).
Noch eine Bestmarke
Auch in Sachen Ballaktionen pro Spiel ist die Bundesliga tonangebend: Die jetzigen 1308 pro Partie dürften den Wert aus der Vorsaison (1309/ebenfalls Bestwert im Top-5-Vergleich) noch überbieten. Erneuter Zweiter in dieser Kategorie ist die Ligue 1 mit 1286 Ballaktionen, dann folgen die spanische La Liga (1265), die Premier League (1263) und die Serie A (1229).
Auf Teamebene mischt auch hier der FC Bayern vorne mit: Das Team von Vincent Kompany hat mit 882,0 Ballaktionen pro Spiel die zweitmeisten in den europäischen Top-5-Ligen, nur beim amtierenden Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain waren es noch etwas mehr (893,7). Das war bereits in der letzten Spielzeit so. Nach dem FC Barcelona hat sich mit dem viertplatzierten Bayer 04 Leverkusen ein weiterer Vertreter der Bundesliga vorgeschoben, auch die Werkself spielt demzufolge einen sehr spielstarken Fußball.
Mit Aleix García hat Leverkusen in dieser Rubrik sogar den besten Einzelakteur der Bundesliga in den eigenen Reihen – 106-mal ist der Mittelfeldmotor der Rheinländer pro Partie in Besitz des Balles. Auf den dahinter liegenden Plätzen drei und vier folgen mit Bayerns Joshua Kimmich (100), Dortmunds Waldemar Anton und RB Leipzigs David Raum (beide 90) weitere Bundesliga-Stars. Europas größter Ballmagnet ist der Pariser Vitinha (107).
Ist die Bundesliga auch zukünftig führend?
Dass all diese Werte auch in der Zukunft Bestand haben könnten, davon zeugt der Fakt, wie viele U-21-Spieler in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischen. 14,6 Prozent der eingesetzten Spieler sind unter 21 Jahre alt, einzig überboten in Europas Top-5-Ligen wird dies von der Ligue 1 (19,5 Prozent).
Die durchschnittliche Einsatzzeit pro Spiel der Youngster liegt in der Bundesliga bei 51,4 Minuten, was allerdings sowohl von Frankreichs (53,0) als auch von Spaniens (52,9) höchster Spielklasse übertroffen wird. Interessant ist erneut ein Blick auf die 2. Bundesliga, wo U-21-Akteure durchschnittlich 54,5 Minuten Spielzeit sammeln dürfen.
Auch auf Vereinsebene läuft die Bundesliga der Ligue 1 etwas hinterher: Die meisten U-21-Spieler wurden von Olympique Lyon sowie Racing Straßburg (jeweils zwölf) eingesetzt, RB Leipzig folgt mit zehn Youngstern auf Platz drei. Ansonsten finden sich in der Top-9 fast ausschließlich französische Teams, auf Rang neun ist jedoch noch der VfL Wolfsburg zu finden.
Dies lässt erahnen, dass die Bundesliga auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in Sachen Toren, Fairness und Action in Europa kaum übertroffen wird!




