Jude Bellingham von Borussia Dortmund gilt als eines der größten Talente Europas - © DFL Deutsche Fußball Liga
Jude Bellingham von Borussia Dortmund gilt als eines der größten Talente Europas - © DFL Deutsche Fußball Liga
bundesliga

Tipico Blog: Die deutschen Europapokal-Teilnehmer im Fokus

In der kommenden Woche ist es wieder so weit: Die Champions League sowie die Europa League starten in eine neue Saison! Sechs Clubs aus der Bundesliga sind 2020/21 im Europapokal vertreten: Während Titelverteidiger Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach in der Champions League antreten, dürfen sich Bayer 04 Leverkusen und die TSG Hoffenheim in der Europa League beweisen.

FC Bayern München (Champions League, Gruppe A)

Vieles spricht dafür, dass der Triumphzug des FC Bayern München auch in der Saison 2020/21 weitergeht: Nach dem Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewann das Team von Trainer Hansi Flick sowohl den UEFA Supercup gegen den FC Sevilla, als auch den DFL Supercup gegen Borussia Dortmund. Flick wurde von der UEFA zu Europas Trainer des Jahres gekürt, Robert Lewandowski ist verdientermaßen zu Europas Fußballer des Jahres gewählt worden.

>>> Tipico Blog: Die Top-Transfers der Clubs

Manuel Neuer wurde außerdem zum besten Torhüter der Champions League ernannt, Joshua Kimmich auch noch als bester Verteidiger der Champions League ausgezeichnet: Der FCB geht als großer Favorit in die Gruppenphase, wo es die Münchner mit Atletico Madrid, RB Salzburg und Lokomotive Moskau zu tun bekommen. "Es ist wichtig, allen Gegner mit Respekt zu begegnen. Wir haben im letzten Jahr elf von elf Spielen gewonnen. Wir wollen auf Europas Thron bleiben", sagt Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Bayern. Das Weiterkommen, der Einzug ins Achtelfinale, ist somit das klare Ziel des deutschen Rekordmeisters.

>>> Choupo-Moting, Costa, Roca, Sarr: Die Last-Minute-Zugänge des FC Bayern im Check

Atletico Madrid ist Dauergast in der Champions League: Das Team von Coach Diego Simeone dürfte Bayerns schwerster Gegner sein. Die aggressiv und clever verteidigenden Spanier trafen zuletzt in der Gruppenphase 2016/17 auf den FCB – es gab einen Sieg (1:0) und eine Niederlage (0:1) für München. Gutes Omen für Flicks Team: Den ersten Titel in der Champions League, damals noch mit dem Namen "Europapokal der Landesmeister", holte der FCB 1974 – im Finale gegen Atletico Madrid.

Gegen Lokomotive Moskau spielte Bayern bislang zwei Mal: in der Gruppenphase des UEFA-Pokals 1995/96 – am Saisonende holte der FCB dort den Titel. RB Salzburg wird erstmals in einem Pflichtspiel auf den FCB treffen. Thomas Müller, Bayern Münchens "Raumdeuter", fasst die Ausgangslage seines Teams gut zusammen: "Eine sehr interessante Gruppe. Als aktueller Champions-League-Sieger bist du aber gleich in der Gruppenphase schon wieder unter Zugzwang. Aber ich freue sehr mich auf diese Gegner."

Borussia Dortmund (Champions League, Gruppe F)

Nachdem Borussia Dortmund in der vergangenen Saison in der Champions League (gegen Paris Saint-Germain) sowie im DFB-Pokal (SV Werder Bremen) jeweils im Achtelfinale ausgeschieden ist, will der BVB 2020/21 vor allem "in den Pokalwettbewerben besser abschneiden", sagt Mats Hummels. Die Gruppe F der Champions League kommt sehr ausgeglichen daher: Lazio Rom wurde mit starken 78 Punkten Vierter in der Serie A in der vergangenen Saison. Der FC Brügge und Zenit St. Petersburg wurden 2019/20 Meister in ihren jeweiligen Ligen.

>>> Taktik-Analyse: Dortmunds neues Traumduo Haaland und Reyna

"Das ist eine interessante Gruppe. Mit St. Petersburg und Brügge haben wir in den vergangenen Jahren schon unsere Erfahrungen gemacht", sagt Michael Zorc, der Sportdirektor des BVB. Besonders freuen sich die Schwarz-Gelben auf die Duelle mit Lazio Rom: Ciro Immobile, der  in der Saison 2014/15 für Dortmund stürmte, ist der Star der "Biancocelesti", schnappte sich in der vergangenen Saison mit 36 Treffern in der Serie A den "Goldenen Schuh" als bester Torjäger Europas.

"Das Wiedersehen mit Ciro Immobile, auf das wir uns sehr freuen, gibt dem Los Lazio Rom eine besondere Würze. Und in St. Petersburg sowie FC Brügge treffen wir alte Bekannte", sagt Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer der Dortmunder. 2018/19 traf der BVB ebenfalls in der Gruppenphase auf Brügge (0:0 und 1:0) und 2013/14 im Achtelfinale auf Zenit (4:2 und 1:2). "Wir hoffen auch auf das Weiterkommen, damit wir im kommenden Jahr mit vielen Fans spielen können", gibt sich BVB-Kapitän Marco Reus optimistisch.

RB Leipzig (Champions League, Gruppe H)

"Wir haben in der letzten Champions-League-Saison mit dem Erreichen des Halbfinals international für Aufsehen gesorgt und gezeigt zu was unsere junge Mannschaft in der Lage ist", sagt Markus Krösche, der Sportdirektor von RB Leipzig. Im ersten Jahr unter Coach Julian Nagelsmann boten die Sachsen einen beachtlichen Mix aus dem bekannten aggressiven Pressing samt offensivem Umschaltspiel und neuen kreativen, spielerischen Lösungen. In der Bundesliga wurde Leipzig Herbstmeister, in der Champions League war erst im Halbfinale gegen das Star-Ensemble von Paris Saint-Germain Schluss.

>>> Justin Kluivert von RB Leipzig: Großer Name, viel dahinter

Gegen den französischen Meister geht es nun auch in der Gruppenphase. Manchester United, der englische Rekordmeister, sowie der türkische Meister Basaksehir Istanbul komplettieren die Hammer-Gruppe H der Champions League. Mit Paris um die Weltstars Neymar, Kylian Mbappé und Angel di Maria und Trainer Thomas Tuchel habe Leipzig laut Krösche "noch eine kleine Rechnung offen". Das Ziel der jungen Wilden aus Sachsen ist es "trotz der schwierigen Gruppe wieder ins Achtelfinale einzuziehen". Nach den guten spielerischen Leistungen zum Saisonstart in der Bundesliga samt Tabellenführung ist dies den Nagelsmännern durchaus zuzutrauen.

Borussia Mönchengladbach (Champions League, Gruppe B)

"Unsere Gruppe klingt so richtig nach Champions League", sagt Marco Rose, der Trainer, der Borussia Mönchengladbach direkt in seiner ersten Saison in eben diese geführt hat. Die von Rose angesprochene Gruppe ist ein Sammelsurium an klangvollen Namen: Real Madrid, mit 13 Titeln Rekordsieger der Champions League, Inter Mailand (Champions-League-Sieger 2010) sowie Schachtar Donezk (UEFA-Cup-Sieger 2009) sind die Gegner der Gladbacher.

"Es ist ein geiles Los. Seitdem ich in Gladbach bin, umschwirrt mich die Geschichte um Inter Mailand und Boninsegna. Es gab geschichtsträchtige Spiele auch gegen Real Madrid. Es ist viel, viel Geschichte, auf die wir treffen", schwärmt Max Eberl über die Gruppe B. 1971 gewannen die "Fohlen" unter Trainer-Legende Hennes Weisweiler das Hinspiel im Achtelfinale im Pokal der Landesmeister 7:1 gegen Inter – das Spiel wurde aber annulliert: Roberto Boninsegna von den "Nerazzurri" wurde im Spiel von einer Limonadendose eines Zuschauers getroffen. Der Schütze des einzigen Inter-Tores musste folglich verletzt ausgewechselt werden.

Auch mit Real ist die Borussia geschichtlich verbunden: Größen wie Günter Netzer und Uli Stielike schnürten für beide Teams ihre Schuhe. "Wir wollen das Beste herausholen und möglichst in Europa überwintern. Die Plätze eins und zwei sind ambitioniert", sagt Eberl. Trotz der schweren Gruppe überwiegt die Vorfreude bei den Gladbachern, die sich nach 2016/17 wieder mit Europas Größten messen dürfen. Borussia und die Gruppe B, oder wie Max Eberl es nennt: "Das ist richtig Champions League."

Bayer 04 Leverkusen (Europa League, Gruppe C)

Bei Bayer 04 Leverkusen sehnen sich Fans und Verantwortliche nach Silberware: "Mein Ziel ist es, dass uns jeder auf der Liste hat, wenn es um einen Titelkampf geht", sagt Fernando Carro, Geschäftsführer der "Werkself". In der vergangenen Saison war das Team von Trainer Peter Bosz nah dran: Im Finale des DFB-Pokals waren die überstarken Bayern eine Nummer zu groß, in der Europa League gab es das Aus im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Inter Mailand.

>>> Patrik Schick: Die neue und technisch versierte Kante von Bayer 04 Leverkusen

"Wir haben eine gute Entwicklung gemacht dieses Jahr, haben guten Fußball gespielt, aber es verpasst, uns zu belohnen", sagt Lars Bender, Leistungsträger der Leverkusener. Belohnen wollen sich die Rheinländer in dieser Saison in der Europa League, Gegner in der Gruppe C sind der tschechische Meister Slavia Prag, Hapoel Beer Sheva aus Israel und OGC Nizza um den ehemaligen Bayern-Spieler Dante und Trainer Patrick Vieira, den Welt- und Europameister mit Frankreich 1998 und 2000. Das Überwintern in Europa sollte für die "Werkself" möglich sein, nach den internationalen Auftritten in der vergangenen Saison (Siege gegen die Glasgow Rangers, den FC Porto und auch Atletico Madrid) hat die Konkurrenz das Bosz-Team mit Sicherheit auf der Liste für das Europa-League-Finale in Danzig.

TSG Hoffenheim (Europa League, Gruppe L)

Für die Kraichgauer sind derlei Ziele weit entfernt. Die TSG Hoffenheim hat sich zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte für das internationale Geschäft qualifiziert. 2018/19 agierte das Team unter Julian Nagelsmann in der Champions League, 2017/18 startete die Mannschaft in der Europa League. In beiden Saisons schied der Club jedoch in der Gruppenphase aus.

>>> Sebastian Hoeneß bei der TSG Hoffenheim: Mehr als nur Sohn und Neffe

"Wir haben viel Lehrgeld gezahlt, waren oftmals mindestens auf Augenhöhe, aber haben dann den Sack nicht zugemacht", sagt Kevin Vogt, der seit 2016 bei der TSG unter Vertrag steht. "Es war ein Lernprozess für uns als Mannschaft. Heute sind wir ein ganzes Stück reifer, erfahrener. Das wird uns helfen", ist sich der Defensivspezialist sicher. "Unsere Hoffnung ist, dass wir dieses Jahr das zeigen, was wir seit vielen Jahren in der Bundesliga zeigen", sagt Alexander Rosen, Direktor Profifußball in Hoffenheim.

Slovan Liberec aus Tschechien, Roter Stern Belgrad aus Serbien (1991 Sieger im Europapokal der Landesmeister und Weltpokalsieger) sowie Belgiens Vizemeister KAA Gent, wo die ehemaligen Heidenheimer Niklas Dorsch und Tim Kleindienst spielen, sind die Gegner der TSG. "Wir wollen weiterkommen", lautet die klare Zielsetzung von Hoffenheims neuem Trainer Sebastian Hoeneß. Der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß hätte gerne einen "Großen" in der Gruppenphase als Gegner gehabt –  "den müssen wir jetzt eben nach der Gruppenphase holen".