Timo Werner trifft gegen die TSG Hoffenheim doppelt - © imago images / Hartmut Bösener
Timo Werner trifft gegen die TSG Hoffenheim doppelt - © imago images / Hartmut Bösener
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Werner-Gala nährt die Meister-Träume von RB Leipzig

Nach der nächsten Gala-Vorstellung auf dem grünen Rasen patzte Timo Werner ausgerechnet im feinen Zwirn. Eigentlich sollte der Nationalstürmer von RB Leipzig doch einfach nur Bälle für den guten Zweck versenken. Doch bei der ZDF-Show "Ein Herz für Kinder" scheiterte der sonst so zielsichere Werner kläglich an der Torwand. Kein einziger Treffer. Lange grämen ließ er sich nicht und spendete generös 10.000 Euro – im Wissen, dass er einige Stunden vorher RBL endgültig zum ernsthaften Meisterschaftsanwärter in der Bundesliga geschossen hatte.

Seine Quote liest sich in der Tat unwirklich: Zum 14. und 15. Mal traf Werner beim 3:1 (1:0)-Sieg von Leipzig am Samstag gegen Hoffenheim, besser ist da nach 14 Saisonspielen nur Bayern-Torjäger Robert Lewandowski (16 Tore). Und sein Trainer Julian Nagelsmann versuchte nach Werners neuestem Doppelpack gleich einmal, die Konkurrenz zu ängstigen. "Ich bin mir relativ sicher – ohne jetzt zu viel Angst zu verbreiten, was die gegnerischen Torhüter angeht – dass er noch ein paar Schritte gehen wird und noch torgefährlicher wird", sagte der Coach im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

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Die aktuelle Topform des 23 Jahre alten Angreifers ist eng mit der Personalie Nagelsmann verzahnt. Der Trainer, der vor der Saison aus Hoffenheim gekommen war, überzeugte Werner unter anderem von einer Vertragsverlängerung bis 2023.

"Ich habe ihm gesagt, dass er noch Entwicklungsfelder hat und dass ich ihm dabei helfen will, dass er noch ein besserer Spieler wird. Die Entwicklung, die er jetzt im Club zeigt, ist ein gutes Indiz dafür, dass das der richtige Schritt war", sagte Nagelsmann. Das kann man so formulieren.

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Nachdem Werner in der vorigen Saison öfter verkrampft wirkte und zu viele Chancen vergab, kitzelte der neue Coach noch mehr aus ihm heraus. "Er bewegt sich gut, bei mir spielt er ein bisschen tiefer als die letzten Jahre. So hat er häufig viel Raum, wo er sein Tempo auf den Platz bringen kann", so Nagelsmann. Bestens zu sehen war dies gegen Hoffenheim, als Werner wiederholt die Abwehrreihe der Gäste übersprintete und sogar noch mehr Tore hätte machen können.

Nagelsmann: "Ich denke, dass Timo noch torgefährlicher wird" - Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Das wären dann wohl die Entwicklungsschritte, von denen Nagelsmann spricht und die auch nötig sein werden, um am Ende der Spielzeit vielleicht tatsächlich die Meisterschale hochzuhalten. Ein Thema ist die "M-Frage" in Leipzig jedenfalls. Denn Nagelsmann hat sich bereits nach dem Rathausbalkon erkundigt. "Als ich auf dem Weihnachtsmarkt war, habe ich schon mal nachgeschaut. Der ist sehr klein. Vielleicht können wir den noch etwas vergrößern", sagte er mit einem Lächeln.

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Erstmal müsste RBL aber irgendwann im Laufe der Saison die Tabellenführung übernehmen. Weil auch Spitzenreiter Mönchengladbach gegen den FC Bayern gewann (2:1), ist Leipzig weiter mit einem Punkt Abstand Zweiter. Den nur siebtplatzierten Rekordmeister hat Nagelsmann übrigens auch noch nicht abgeschrieben: "Bayern ist ein Konkurrent um die ersten vier Plätze, wo wir hinwollen. Das haben wir von Anfang an betont. Das impliziert auch die Meisterschaft, wenn wir sehr, sehr gut performen." Vor allem Werner ist ja schon mit Eifer dabei.