
Rookie of the Month September: Gib deine Stimme ab!
Wer schnappt sich den ersten Rookie des Monats Award der Saison? Für den Monat September sind nominiert: Chuki vom SV Werder Bremen, Maurice Krattenmacher von der SV Elversberg und Santiago Castañeda vom SC Paderborn.
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Chuki (SV Werder Bremen)
Unter Gegnerdruck dreht er sich schnell um die eigene Achse und steckt in einer fließenden Bewegung mit rechts überragend hinter die Leipziger Abwehr durch. Dort ist Eren Dinkçi nun vollkommen frei und kann zum überraschenden 1:0 gegen Favorit Leipzig einschieben. Der Passgeber nennt sein Zuspiel selbst "ziemlich perfekt. Der Ball lief richtig gut." Und das tut das Rund beim SV Werder Bremen generell in dieser Saison - vor allem eben wegen jenem Assistgeber: Chuki.
Der 22 Jahre alte Spanier, in Valladolid geboren und dort fußballerisch erzogen und groß geworden, ist in diesem Sommer an die Weser gewechselt und schwingt sich als würdiger Nachfolger des nach Frosinone gewechselten Spielmachers Romano Schmid auf. In seinen ersten Bundesliga-Partien, er spielte im September immer von Beginn an und komplett durch, gab Chuki, der mit vollem Namen Iván San José Cantalejo heißt, sieben Torschüsse ab. Nur Niclas Füllkrug und Marco Grüll (je neun) ballerten öfter bei Werder. Der 1,76 Meter große Ballkünstler legte im September zwei Tore auf, nur als zwei Assist hatten im September in der Bundesliga nur Sheraldo Becker und Miguel Gutiérrez (je drei). "Er braucht sicher noch etwas Zeit, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen", sagt Chukis Coach Daniel Thioune - und das klingt beim Anblick aufs bisher Geleistete beinahe wie eine Drohung, man denke zurück an den Zuckerpass gegen Leipzig.
"Erkennen können viele Fußballer so eine Situation wie vor dem 1:0. Spielen können den Ball aber nur die Wenigsten", ist sich Thioune sicher. Sein Potential bei diesen letzten und vorletzten Pässen, wo immer auch ein gewisses Risiko mitschwingt, wird durch seine Passqote unterstrichen: Er bringt sehr gute 85 Prozent seiner Zuspiele an den Mann. Abgerundet wird der gute Start des Kreativen durch seine Bereitschaft, viel auf dem Feld zu arbeiten: Seine 36,3 Kilometer im September sind der Bundesliga-Bestwert unter allen Offensivspielern!

Maurice Krattenmacher (SV Elversberg)
Er hat in dieser jungen und für ihn auch ersten Bundesliga-Saison ebenfalls schon Dinge gezeigt, die nur die Wenigsten können: Maurice Krattenmacher. Der Senkrechtstarter des Aufsteigers hat bereits drei Mal in dieser Saison geknipst - und vor allem sein Treffer gegen den Rekordmeister Bayern war einer der Marke "Traumtor".
"Ich lege ihn mir vor und habe den Ball dann ganz gut getroffen", sagt der Offensivwirbler der SV Elversberg selbst zu seinem Distanzkracher gegen seinen ehemaligen Club, dem Keeper Jonas Urbig nur erstaunt hinterherblicken konnte. De 21-jährige Kreativspieler sorgt ebenfalls für Bewunderung beim Betrachter: Seine drei Treffer im September werden nur von Phillip Tietz (vier Tore) überboten. Beim wilden 4:3-Erfolg in Mönchengladbach wurde Doppelpacker Krattenmacher zudem zum Man of the Match gewählt: Der Joker brachte die Wende für den Dorfclub.
Krattenmacher traf im September im Schnitt alle 38 Minuten - ein überragender Wert für den Offensiven, der in der Bundesliga bislang immer Joker gewesen ist. Die erste Einwechseloption der ELV gab im September sieben Torschüsse ab, mehr hatte kein anderer Saarländer zu bieten. Im Schnitt kommt es alle 14 Minuten zu einem Torschuss oder einer Torschussvorlage durch den 21-Jährigen. Gut möglich, dass der Top-Joker nach der Länderspielpause zu deutlich mehr Einsatzzeit in der Bundesliga kommt - und für weitere Highlights sorgt.

Santiago Castañeda (SC Paderborn)
"Er führt die Duelle, kann in die Luft gehen, gewinnt sie am Boden, er ist sehr ballsicher und unglaublich smart." Ralf Kettemann, der Coach des SC Paderborn, kommt gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus, wenn er über ihn spricht: Santiago Castañeda. Für den Coach ist der 21 Jahre alte US-Amerikaner "eine Art Anker" beim SCP.
Und das nicht nur in der vergangenen Saison beim Aufstieg, sondern auch in den ersten Bundesliga-Partien: am 4. Spieltag, als Paderborn den ersten Bundesliga-Sieg seit Januar 2020 einfahren konnte, stand Castañeda im Mittelpunkt: Er war es, der in der 29. Minute den ersten Saisontreffer der Ostwestfalen erzielen konnte. Castañeda stand im September in allen drei Partien jeweils 90 Minuten auf dem Platz, seine Passquote von 87 Prozent zeugt von seiner Übersicht. Eine weitere Stärke des US-Boys: seine Laufstärke. Seine im September 36,9 abgespulten Kilometer sind die viertmeisten der gesamten Bundesliga!
Der 1,91 Meter große zentrale Mittelfeldmann ist des Aufsteigers allzeitbereiter Allrounder, unverzichtbar für das Spiel Paderborns. "Er hat eine krasse Entwicklungskurve genommen", freut sich Coach Kettemann über Castañeda, der mit dem zu erwartenden Mehr an Bundesliga-Erfahrung noch besser werden wird. Und dabei vielleicht noch das ein oder andere Mal zur Wahl als Rookie des Monats stehen könnte.

