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Vor dem Klassiker: Bayern München gegen Borussia Dortmund im Match-Facts-Vergleich

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Am 31. Spieltag wartet mit dem Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund eines der großen Highlights dieser Saison. Besonders pikant: Erstmals können die Münchener mit einem Sieg in diesem Duell die Meisterschaft klar machen. Den Status als das vielleicht spannendste Duell in diesem Jahrtausend untermauert alleine der Fakt, dass zum 13. Mal in den letzten zehn Jahren hier Tabellenführer und Tabellenzweiter aufeinandertreffen. Aber was sagen die Daten vorab? bundesliga.de macht den Match-Facts-Vergleich.

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Auch wenn der FC Bayern München neun Punkte Vorsprung hat und sich mit einem Sieg im Klassiker am Samstagabend (Anstoß: 18:30 Uhr) die Meisterschale sichern kann, bewegen sich beide Teams zumindest im Kalenderjahr 2022 auf Augenhöhe: In der Rückrunde holten sowohl Bayern als auch Borussia Dortmund in der Bundesliga 29 Punkte, es gab jeweils neun Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Besonders gefürchtet sind dabei die Offensivreihen der Kontrahenten. Mit 89 beziehungsweise 76 Toren hat kein anderer Bundesligist in dieser Saison auch nur annähernd so viele Treffer erzielt (Bayer Leverkusen folgt auf Platz drei mit 69 Toren).

Bayern kreiert mehr Chancen, Dortmund deutlich effizienter

Ein Blick auf die xGoals gibt dabei Aufschluss über Quantität und Qualität der Torabschlüsse. Mit 88,6 xGoals hat der FC Bayern dabei enorm viele hochwertige Abschlusssituationen kreiert und dabei auch nahezu genauso viele Tore erzielt, wie es zu erwarten war (89 Tore). Ganz im Gegensatz zu Borussia Dortmund. Der BVB kommt "nur" auf 58 xGoals (hier haben zum Beispiel Leverkusen oder Leipzig mehr), liegt aber mit 76 tatsächlichen Toren 18 Treffer über dem xGoals-Wert. Eine so hohe Abschluss-Effizienz hat ligaweit keine andere Mannschaft. Zum Vergleich: Bayer Leverkusen liegt hier mit einer Abschluss-Effizienz von +8,9 auf Rang zwei.

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Mit anderen Worten: Die Dortmunder lassen kaum hochkarätige Chancen liegen und treffen nicht selten auch aus eher unwahrscheinlichen Positionen. Diese Statistik lässt sich personifizieren in Erling Haaland. Der Mittelstürmer des BVB hat in dieser Saison die beste individuelle Abschluss-Effizienz (+4,9), hat bei 13,1 xGoals schon 18 Tore auf dem Konto. FCB-Knipser Robert Lewandowski liegt mit 32 Toren bei 31,8 xGoals hier "nur" im Soll. Der Pole mag in dieser Saison nicht ganz so effizient sein, weil er alleine achtmal Aluminium getroffen hat - Bundesliga-Höchstwert!

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Pass-Profile: Bayrische Passmaschinen, aber auch BVB dominant

Neben dem Torabschluss zählt vor allem das Passspiel und der Spielaufbau zu den Kernkompetenzen beider Mannschaften. Mit 61 Prozent (Bayern) beziehungsweise 57 Prozent (BVB) sind die Rivalen die dominantesten Mannschaften in dieser Saison. Die Marschroute dabei ist klar: Überlegter Spielaufbau geht hier vor hektischem Abschluss – da wird auch mal der ein oder andere Querpass mehr eingestreut. Kein Wunder, weisen Dortmund (31 Prozent) und Bayern (30 Prozent) die höchsten Anteile an Querpässen zur rechten oder linken Seite auf.

Klassiker von A bis Z

Die Bayern haben das Kurzpassspiel inzwischen aber nahezu perfektioniert und spielen hier noch einmal in ihrer eigenen Liga. Mit +256,7 weist der Rekordmeister in dieser Saison die beste Pass-Effizienz auf, Dortmund folgt in diesem Ranking mit +64,6 immerhin auf Rang vier. Auch hier lässt sich dieser Trend personifizieren: Bei keinem Spieler ist die Differenz zwischen angekommenen Pässen und zu erwartenden angekommenen Pässen so gut wie bei Joshua Kimmich, der eine Pass-Effizienz von +67,7 aufweist.

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Most Pressed Player: Kimmich und Bellingham unter Druck

Da wundert es auch wenig, dass ein Ballverteiler wie Kimmich unter dauerhaftem Gegnerdruck steht. Zehn Mal war er in dieser Saison der "Most Pressed Player" bei Bayern - so häufig wie kein anderer seiner Mitspieler. Dortmunds Jude Bellingham war sogar in 13 Partien jener Spieler, der beim BVB am häufigsten unter signifikantem Gegnerdruck stand. Dass beide dennoch auf so viele direkte Torbeteiligungen kommen (Kimmich mit 13 Scorern, Bellingham zehn), zeugt von ihrer enormen individuellen Klasse.

Der Klassiker: Die besten Duelle

Bei einem Spiel wie diesem wird am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin eine geniale Aktion eines Einzelkönners entscheidend sein. Und hierfür bieten sich gleich eine ganze Reihe von Kandidaten an. Von den 40 herausragenden Skill-Markierungen, die über den Bundesliga Matchfact "Skill" verliehen werden, entfallen alleine 14 auf den FC Bayern und den BVB.

Skills: Sane, Gnabry und Haaland mit mehreren Auszeichnungen

In Reihen des FC Bayern gehören Leroy Sane (Sprinter, Initiator), Serge Gnabry (Finisher, Initiator), Alphonso Davies (Sprinter), Dayot Upamecano (Balleroberer), Joshua Kimmich (Initiator), Robert Lewandowski (Finisher) und Thomas Müller (Initiator) zu den ligaweiten Top-10-Spielern mit einer herausragenden Eigenschaft. Auf Seiten des BVB sind es Erling Haaland (Sprinter, Finisher), Jude Bellingham (Initiator), Julian Brandt (Finisher) und Marco Reus (Initiator).

Der Klassiker in Zahlen

Nicht unwahrscheinlich, dass am Ende aber auch ein ruhender Ball die Entscheidung bringen könnte. Der FC Bayern liegt bei der Freistoß-Gefahr 70 Prozent über dem Bundesliga-Durchschnitt und hat in der laufenden Saison sieben Treffer nach einem Freistoß erzielt – hier war nur noch der SC Freiburg besser. Aber auch beim BVB (Standard-Gefahr 17 Prozent über dem Ligaschnitt) waren es schon fünf Treffer nach Freistößen. Einmal waren die Schwarz-Gelben so am vergangenen Spieltag beim 6:1 gegen den VfL Wolfsburg erfolgreich, dazu trafen die Dortmunder auch einmal nach einem Eckball.

Ob am Ende die besseren Standards, das bessere Passspiel, der effizientere Torabschluss oder die Skills der Einzelkönner entscheidend sein werden – diese Antwort gibt es am Samstagabend gegen 20:20 Uhr!