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Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck beim vorletzten WM-Test gegen Finnland
Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck beim vorletzten WM-Test gegen Finnland - © Alexander Hassenstein
Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck beim vorletzten WM-Test gegen Finnland - © Alexander Hassenstein
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Tah: "Für uns ist alles drin"

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Im DFB-Magazin blickt Jonathan Tah auf seinen außergewöhnlichen Weg zurück – und voraus auf die Weltmeisterschaft 2026. Der Abwehrchef des FC Bayern München hält sogar den WM-Titel für das deutsche Team für möglich.

Mit 30 Jahren steht Jonathan Tah vor seinem WM-Debüt – dem vielleicht wichtigsten Moment seiner Karriere. "Ich kannte meinen Weg nicht immer", sagt Tah. Abzweigungen, Entscheidungen und auch turbulente Phasen hätten ihn dorthin geführt. "Vielleicht reicht das Talent nicht", habe er sich manchmal gefragt. Doch: "Tief in mir drin hatte ich keine Zweifel."

Nach Stationen bei Fortuna Düsseldorf und dem Hamburger SV folgten auch Bestätigungen auf allerhöchstem Niveau. Nach der Meisterschaft, dem DFB-Pokal-Erfolg und dem Superpokalsieg mit Bayer 04 Leverkusen gewann er in seinem ersten Jahr beim FC Bayern München direkt die nächsten drei Titel. Nun freut sich Tah auf "das letzte Drittel seiner Karriere" – und dessen Auftakt bildet die Weltmeisterschaft 2026.

Die Säule der FCB-Defensive

"Der Weg ist noch nicht zu Ende"

"Für uns ist alles drin. Wir haben eine Mannschaft, die, wenn sie in den Flow kommt und Momentum aufbaut, alles erreichen kann", sagt Tah über die deutsche Auswahl. Die vergangenen Jahre – inklusive der Heim-EM – hätten das Team geprägt: "Wir haben uns durchgebissen und schwierige Momente gemeinsam überstanden. Das schweißt zusammen. Der Weg ist noch nicht zu Ende."

Auch sein eigener Weg zur WM war alles andere als geradlinig. Nach verpassten Turnieren und einigen Rückschlägen ist die Teilnahme für Tah deshalb "sehr schön und besonders". Entscheidend sei für ihn gewesen, stets bei sich selbst zu bleiben. "Es ist für jeden Fußballer ein Traum, eine WM spielen zu dürfen und eine Riesenehre, auf dieser Bühne für sein Land auflaufen zu dürfen."

"Warum mache ich das alles?" Für Tah ist die Antwort größer als Fußball: etwas zurückgeben, Vorbild sein, Orientierung geben – besonders für Kinder, die seinen Weg verfolgen. Dazu gehören auch seine Wurzeln in der Elfenbeinküste, die ihn bis heute prägen: "Diese Verbindung ist wichtig. Diese Wurzeln sind einfach ein Teil von mir und geben mir auch etwas."

Dass die Elfenbeinküste bei der WM auf Deutschland trifft, wirkt für ihn symbolisch. "Irgendwie soll sich da wohl ein Kreis schließen." Der ivorische Verband habe ihn einst gefragt, ob er für sie spielen wolle – doch Tah entschied sich für Deutschland: "Die Verbindung zur Elfenbeinküste ist besonders, aber ich bin hier aufgewachsen und habe die Junioren-Auswahlen durchlaufen."

Die DFB-Auswahl vor dem Abflug in die USA

Wohin führt der Weg?

Eine KI bezifferte die Wahrscheinlichkeit seines Weges zur WM auf 0,001 Prozent. "Das ist krass", sagt Tah, doch er glaube nicht an Glück, sondern "dass man sich Dinge immer erarbeiten muss." Auch beim Thema Rassismus ist seine Haltung klar: "ich bin zwar im Kampf gegen Rassismus, aber eigentlich bin ich viel mehr im Kampf für Toleranz." Es gehe um Austausch statt Trennung, um Verbindung statt Lagerdenken.

Am Ende erzählt Tah noch eine kleine Szene aus der vergangenen Saison, als er beim Gastspiel in Leverkusen in seine alte Kabine laufen wollte. Ein Symbol? "Ich gehe meinen Weg", sagt er. "Auch wenn ich mal gegensteuern muss."

Und genau darin liegt seine Geschichte: kein gerader Pfad, kein perfektes Drehbuch – sondern ein Spieler, der gelernt hat, dass der eigene Weg nicht gefunden, sondern gegangen wird. Nun führt ihn dieser Weg in die USA, nach Mexiko und Kanada – bis an die Weltspitze?

Mit Zuversicht: Tah und Goretzka beim Abflug der Nationalmannschaft nach Chicago - IMAGO/James Zabel

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